Karneval

Der Bäumer Cup des TVD Velbert fällt dieses Jahr aus

Jecken jagen in Velbert dem Ball hinterher. Hier trafen beim letzten Cup 2019 die Mannschaften von „Energie Kopfnuß“ und „Athletik bin blau“ aufeinander.

Jecken jagen in Velbert dem Ball hinterher. Hier trafen beim letzten Cup 2019 die Mannschaften von „Energie Kopfnuß“ und „Athletik bin blau“ aufeinander.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Velbert.  Der beliebte Bäumer Cup fällt dieses Jahr aus. Die Organisatoren zogen die Reißleine, weil es bei dem Karnevalsspaß immer mehr Krawall gab.

Als im Jahr 2008 der Bäumer Cup durch die zweite Fußballmannschaft des Turnvereins Dalbecksbaum (TVD) Velbert aus der Taufe gehoben wurde, ahnte niemand, dass sich diese Veranstaltung zu einem der größten Karnvalsevents der Stadt entwickeln würde. Kostümierte Hobbymannschaften trafen sich seit 2008 jedes Jahr am Karnevalssamstag in der Schulsporthalle an der Langenberger Straße, im sogenannten Zitronenbunker, um mit viel Spaß den Gewinner des Bäumer Cups auszuspielen. Doch in den letzten Jahren kippte die Stimmung. Bei der friedlichen Karnevals-Sause gab es unter den Zuschauern immer mehr Randale, so dass der Veranstalter jetzt die Reißleine zog: Dieses Jahr fällt der Bäumer Cup aus.

Früher feierten 700 Zuschauer friedlich

Ein Blick zurück in gute Zeiten: Bis zu 700 Zuschauer feierten feuchtfröhlich, ausgelassen aber friedlich. Lange Zeit waren dies die Attribute, die den Bäumer Cup ausmachten. Leider hat sich in den letzten Jahren dieses friedliche Bild der Veranstaltung geändert. Sowohl auf dem Spielfeld und der Tribüne in der Halle als auch im Umfeld stellten die Veranstalter eine oft aufgeheizte Stimmung fest. Die Mannschaften, die an dem Bäumer Cup teilnahmen, wurden immer ehrgeiziger, und teilweise stand nicht mehr der Gaudi, sondern der Wettkampfgedanke im Vordergrund. Laut Toni Giglia, Mitglied der zweiten Mannschaft vom veranstaltenden TVD Velbert, wurden die Regeln, nach denen beim Bäumer Cup gespielt wurden, bereits verschärft, um einer weiteren Entwicklung in diese Richtung vorzubeugen. Eine Grätsche wurde beispielsweise sofort mit einer roten Karte bestraft. Gleiches galt auch für Rudelbildungen. https://www.waz.de/staedte/velbert/article227940649.ece

Handgreiflichkeiten an den Eingängen

Darüber hinaus wurden das Preisgeld und der Wanderpokal gestrichen, in der Hoffnung, dass wieder der Spaß und nicht mehr der Erfolg im Vordergrund steht. Nicht nur auf dem Platz ging es immer ruppiger zu, auch die Zuschauer benahmen sich oft daneben. So wurde versucht, durch Hintereingänge Bierkästen in die Halle zu schmuggeln. Eine teilnehmende Mannschaft bestellte bei einem Pizzaservice für das ganze Team Pizza und torpedierten damit das ehrenamtliche Engagement der Organisatoren, die über die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken Trikots und Sportanzüge finanzieren. An den Eingängen kam es zu Handgreiflichkeiten, da die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt war, und zusätzliche Besucher nicht mehr in die Halle gelassen werden konnten.

Polizei schlichtete Schlägereien

„Die Veranstaltung entwickelte sich von einem Karnevalsfußballturnier zu einem Festival“ so Toni Giglia. Dieses leider zum Schluss nicht mehr fröhliche Festival fand dann nicht nur in der Halle statt, sondern verselbstständigte sich mehr und mehr. Auch auf den Parkplätzen im Umfeld der Halle trafen sich Jecken und feierten ausgiebig, so dass es immer wieder zu Beschwerden der Anwohner kam. Die feiernden Karnevalisten hinterließen nämlich nicht nur ihren Müll auf den Parkplätzen, sondern auch auf den privaten Grundstücken der Anwohner. Laut Stefan Göbels, dem Leiter der Polizeiwache Velbert, musste die Polizei zudem mehrmals bei Streitereien und Schlägereien schlichten. Auch sei es im letzten Jahr zu Sachbeschädigungen gekommen, ein Auto wurde mit Glasflaschen beworfen.

Ein neues Sicherheitskonzept muss her

Diese Vorkommnisse in der Halle und im weiteren Umfeld führten dazu, dass die Ordnungsbehörden und der Veranstalter einvernehmlich die Notwendigkeit sahen, ein neues Sicherheitskonzept mit verschärften Sicherheitsauflagen zu entwickeln. Zusätzliche professionelle Sicherheitskräfte in der Halle und an den Eingängen sind zwei Punkte, die umgesetzt werden müssen. In der Kürze der Zeit war dies für die Veranstalter nicht machbar, so dass die Organisatoren des TVD Velbert entschieden haben, den Bäumer Cup in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen. „Wir arbeiten an einem neuen Konzept, und wenn das angenommen wird, dann steht einer Fortsetzung des Bäumer Cups im kommenden Jahr nichts im Wege“ so Toni Giglia.

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