Fahrradfahren in Velbert

Die Autofahrer haben die Radler nur selten auf dem Schirm

Der Panorama-Radweg ist beliebt bei den Velbertern. Aber auch hier gibt es gefährliche Stellen, so die Querung der Nevigeser Straße wie auf diesem Archivbild.

Der Panorama-Radweg ist beliebt bei den Velbertern. Aber auch hier gibt es gefährliche Stellen, so die Querung der Nevigeser Straße wie auf diesem Archivbild.

Foto: Detlev Kreimeier / WAZ FotoPool

Velbert.  WAZ-Mitarbeiterin Jasmin Weissberg bewältigt viele Strecken in Velbert mit dem Fahrrad. Dabei fühlt sie sich nicht immer wohl.

Wer in Velbert eine Fahrradtour machen möchte fährt natürlich über den Panorama-Radweg. Doch wie sieht es mit denjenigen aus, die das Rad als Verkehrsmittel nutzen, um zur Arbeit, zur Schule oder zu alltäglichen Terminen zu kommen und dazu quer durch die Stadt müssen? Oder aber für denjenigen, der zu Fuß zur Arbeit kommt.

Zugegeben von uns Allzeitradlern gibt es nicht viele in Velbert, was für uns zu Vor- und Nachteilen führt. Der einzige Vorteil der sich dadurch für mich als Radfahrerin ergibt ist, dass ich mich besonders fühlen kann. Ich ernte stets verwunderte, belustigte oder mitleidige Blicke, wenn ich vollgepackt die Deller Straße hochstrampele oder bei Regen und Schnee, Wind und Wetter unterwegs bin.

„Ich werde schon mal übersehen“

Da Fahrradfahrer auf Velberts Straßen eine Seltenheit sind, haben die Autofahrer sie auch leider selten auf dem Schirm. So werde ich schon mal übersehen, wenn ich auf dem Fahrradweg rechts neben einem Auto herfahre und dieses ohne Schulterblick rechts abbiegt.

Richtig problematisch wird es jedoch, wenn die Fahrradwege fehlen und sich die Verkehrsrivalen Auto- und Fahrradfahrer wirklich eine Straße teilen müssen. Wenn ich beispielsweise vom Willy-Brandt-Platz aus nach Langenberg radle, am Industriegebiet vorbei, kann ich die Wut der sich hinter mir bildenden Autokarawane im Nacken spüren. Die Straßen auf der Strecke sind überwiegend zu schmal um als Autofahrer dort ein Fahrrad zu überholen, so dass ich nicht selten der Grund für einen kleinen Stau bin.

Ärger auf dem geteilten Weg

Das ist für keinen der Beteiligten schön, denn eigentlich wollen wir als Verkehrsteilnehmer alle das Gleiche: schnell vorankommen! So wie sich Auto- über Fahrradfahrer ärgern, die immer im Weg sind, ärgern sich Fahrradfahrer auf geteilten Fuß- und Radwegen über die langsamen Fußgänger.

Da ich die Situation der Autofahrer also durchaus nachvollziehen kann, denke ich als Radfahrerin schon mal darüber nach auf dem Bürgersteig zu fahren. Dieser hat jedoch, mal abgesehen davon, dass ich dort rechtlich gesehen gar nicht fahren darf, nicht mal abgesenkte Bordsteine, an der besagten Strecke Richtung Velbert Langenberg.

Es ist also nicht nur für Fahrradfahrer von Vorteil, wenn die Fahrradwege in der Stadt ausgebaut werden, sondern auch für Autofahrer.

Alternative: Zu Fuß zum Arbeitsplatz

Seit ein paar Jahren habe ich den Luxus, zu Fuß in die Redaktion gehen zu können, nachdem ich 25 Jahre lang mit dem Auto täglich nach Essen gependelt bin. Nun bin ich tatsächlich wetterunabhängiger. Denn jede Jahr im Winter erfasste mich die sanfte Panik, dass ich wegen Schnee und Eis nicht zur Arbeit oder noch schlimmer, nicht zurück kam. Ich hab es immer geschafft, nur bei Kyrill hätte ich beinahe fast aufgegeben. Natürlich bin ich Wind und Wetter mehr ausgeliefert als früher, habe mit erstmal eine dickere, wasserfeste Winterjacke zulegen müssen. Und im Sommer, bei 35 Grad nach Feierabend, ist der Kilometer nicht ganz so angenehm. Aber es gibt ja Bus und Bahn, die im Notfall als großes Taxi einspringen können. Und unterwegs trifft man oft Bekannte für einen Plausch.

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