Ehejubiläum

Die Wöllners aus Neviges sind 65 Jahre verheiratet

Das Eiserne Hochzeit Ehepaar Lucie und Ekkehard Wöllner posiert am Dienstag den 20.8.2019 in Velbert Neviges. Foto: Uwe Möller Funke Foto Services

Das Eiserne Hochzeit Ehepaar Lucie und Ekkehard Wöllner posiert am Dienstag den 20.8.2019 in Velbert Neviges. Foto: Uwe Möller Funke Foto Services

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Lucie und Ekkehard Wöllner feiern am 21. August Eisernen Hochzeit, Ungewöhnlich ihr Rezept, wie man 65 Jahre glücklich verheiratet ist.

Eiserne Hochzeit, das klingt schwer, gewichtig. Und alt. Dass man auch nach 65 Jahren Ehe noch herrlich jung, spontan und quicklebendig wirken kann, beweisen Lucie und Ekkehard Wöllner aus der Hügelstraße. Die Augen von Ekkehard Wöllner (88) blitzen vergnügt, wenn er sagt, warum seine Lucie ihm als 15-Jährige den Kopf verdreht hat: „Ich wusste schon immer, sie ist etwas besonderes.“ Und, na klar, „bildhübsch“ war sie auch. Und seine Ehefrau? Die fand den Mitstreiter damals im Schulchor im thüringischen Langensalza einfach „schick und schön. Und er war schlau“.

Im Dezember 1944 aus Ostpreußen geflohen

Als das Paar sich 1948 kennenlernten, hatten beide Schlimmes hinter sich: Den gebürtigen Bremer hatte der Krieg nach Thüringen verschlagen, die 15-Jährige war mit Mutter und Geschwistern aus dem damaligen Ostpreußen geflohen. „Im Dezember 1944, mit dem Zug. Es war eiskalt, ein Viehwagen. Viele Kinder sind erfroren. “ Schreckliche Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben – doch sie konnten ihr nie die Fröhlichkeit nehmen.

Die DDR hatte noch keine Soldaten

Nach einer Lehre in einem großen Automobilwerk in Eisenach verließ Ekkehard Wöllner 1950 das Städtchen in Thüringen Richtung Westen. „Es war auch wie heute, Flüchtlinge waren nicht gern gesehen.“ Einen Grenzzaum um die damals junge DDR gab es nicht. „Die hatten auch noch keine eigenen Soldaten, aber die Russen, die haben scharf geschossen.“

Trauung im ganz kleinen Kreis

Da die Arbeitssituation in seiner Geburtsstadt Bremen auch nicht rosig war, trat er 1952 eine Stelle als Detailkonstrukteur in Neuss an. Vier Jahre lang war das junge Glück getrennt, bis Lucie 1954 nachkam. „Wir haben uns sooo viel geschrieben“, sagt die 86-jährige und breitet die Arme aus. „Telefonieren ging schlecht, man wurde ja abgehört.“ An das Standesamt am 21. August erinnern sie sich ebenso gern wie an ihre Trauung am zweiten Weihnachtstag. „Nur wir Zwei, der Organist und der Pastor.“

Mann der ersten Stunde bei Erbslöh

Die Töchter Tina (61) und Annette (57) machten das Glück perfekt, liebevoll großgezogen von Mutter Lucie, die zuvor in Langensalza ihre Ausbildung in der Kreisverwaltung abgeschlossen hatte. Der Autoliebhaber Ekkehard Wörner indes fand bald darauf seinen Traumjob: Als Mann der ersten Stunde war er dabei, als in Neviges 1957 das Werk Erbslöh aufgebaut wurde. 40 Jahre lang leitete er hier die Abteilung Qualitätssicherung.

Der Vater stand oft auf dem Kopf

Was der Familie, die 1974 das gemütliche Reihenhaus an der Hügelstraße bezog, immer wichtig war: Sport. Jahrzehntelang hielt sich das Ehepaar mit Yoga fit. „Wenn ich als Kind ins Wohnzimmer kam, stand Papa oft auf dem Kopf“, erinnert sich Tochter Tina, die jetzt regelmäßig mit ihrem Vater zum Yoga in die VHS geht. Täglich strampelt der 88-Jährige, der zwei Oldtimer in der Garage stehen hat, seine fünf Kilometer auf dem Heimrad, Ehefrau Lucie indes kümmert sich um Haus und Garten. Weitere Hobbys: „Wir sind immer viel gereist Nordkap, Kanada, Kuba, ach, was war das schön“, sagt die 86-Jährige strahlend. Wie man 65 Jahre unbeschadet verheiratet bleibt? Ekkehard Wöllner lächelt verschmitzt: „Streiten und versöhnen. Sich immer nur vertragen ist doch langweilig.“

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