Kultur

Ein Velberter Künstlerpaar sucht die Essenz des Raumes

„Wir arbeiten sowohl mit Fotografie als auch Elementen der Malerei und der digitalen Bildbearbeitung“, erklären die Künstler Willy Oster (l) und SG Koezle.

„Wir arbeiten sowohl mit Fotografie als auch Elementen der Malerei und der digitalen Bildbearbeitung“, erklären die Künstler Willy Oster (l) und SG Koezle.

Foto: Uwe Möller

Velbert-Mitte.   Die Künstler Willy Oster und SG Koezle arbeiten seit 1996 zusammen. Nun stellen die beiden in Jena aus.

Als Künstler tätig sind Willy Oster und SG Koezle, die beide 1950 geboren sind, schon lange: Oster ist Maler und Koezle arbeitet als selbstständiger Künstler und Fotograf.

Kunstmaler Willy Oster kommt aus Kleve und besuchte die Werkschule und Fachhochschule in Köln, wo er sein malerisches Handwerk lernte. Seine abstrakte Farbfeldmalerei stellte er seit Beginn der 1980er Jahre im In- und Ausland aus. SG Koezle verbrachte Teile seiner Kindheit in Kleve, wo er bereits als Zehnjähriger Freundschaft mit Willy Oster schloss. Während seine Ausbildungszeit als Werbefotograf in den 1970er Jahren in Düsseldorf knüpften die beiden wieder an ihre Schulfreundschaft an.

Im Jahr 1996 arbeiteten die beiden erstmals zusammen

„Seitdem blieben wir in Kontakt und arbeiteten 1996 erstmals für ein Projekt zusammen“, erinnert sich Koezle. „Damals arbeitete ich mit Farbe installativ in alten Fabrikräumen in Meerbusch und SG hat meine Arbeit fotografisch dokumentiert“, ergänzt Oster. An diese Kooperation schlossen sich zahlreiche weitere gemeinsame Projekte an, bis sich Oster und Koezle 2010 zu einer dauerhaften gemeinsamen Arbeit als Künstlerduo entschieden. „Wir arbeiten sowohl mit Fotografie als auch Elementen der Malerei und der digitalen Bildbearbeitung“, erklären die Künstler.

Bilder wirken oft skulptural und abstrakt

Ihre multimedialen Bilder wirken oft skulptural und abstrakt, beziehen sich aber immer auf reale Räume, die vor allem Koezle fotografisch festhält: „In Museen oder Fabrikgebäuden finden sich oft spannende architektonische Gegebenheiten, die wir durch das Auflegen von digitalen Masken noch hervorheben.“ Der Raum wird damit zur Bühne, auf der die Künstler spielen. Koezle ist dabei wichtig: „Wir suchen nur das, was sowieso schon im Foto enthalten ist, wir fügen nichts künstlich hinzu, sondern schneiden nur Teile des Raums heraus, um seine Essenz freizulegen.“

Ausstellung in Jena

Die Serien, die mit diesen Methoden entstanden sind, heißen „perspectives“ oder „architectures“ und zeigen Formen voll Dynamik und Spannung. Die großen monochromen Farbflächen entsprechen dabei Willy Osters Farbfeldmalerei. Mit ihrer Arbeit knüpfen Oster und Koezle an Werke von Bauhaus-Künstlern wie Wassily Kandinsky an. Daher ist das Künstler-Duo nun zu einer großen Einzelausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Bauhauses nach Jena geladen: Seit Freitag bis zum 28. Juli zeigen sie zahlreiche großformatige Werke unter dem Titel „Raum + Störung“ im Alten Straßenbahndepot Jena.

>>KÜNSTLER LEBEN IN VELBERT UND KLEVE

  • Die beiden Künstler arbeiten und leben heute in Kleve und Velbert. In Velbert Mitte sind sie Teil der Ateliergemeinschaft K.ECK. Im großzügigen Atelier an der Mittelstraße arbeiten aktuell sechs Künstler.
  • Wer mehr zu den Arbeiten von Oster + Koezle erfahren will: www.osterundkoezle.de

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