Kommunalwahl 2020

Esther Kanschat will Bürgermeisterin von Velbert werden

Esther Kanschat im Gespräch: Zum Wahlkampfauftakt hatte sich die Grünen-Politikerin ins Parkhaus Seidel in Neviges gesetzt und auf interessierte Bürger gewartet.

Esther Kanschat im Gespräch: Zum Wahlkampfauftakt hatte sich die Grünen-Politikerin ins Parkhaus Seidel in Neviges gesetzt und auf interessierte Bürger gewartet.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Die Grüne Esther Kanschat stellt sich 2020 zur Wahl als Bürgermeisterin. Im Wahlkampf möchte sie nah am Bürger sein und lädt zum Gespräch.

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„Im Straßenwahlkampf hat man vielleicht zwei, drei Minuten, dann wollen die Leute meist schon wieder weiter“, sagt Dr. Esther Kanschat. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Velberter Stadtrat sitzt gemütlich in Neviges im Parkhaus Seidel. „Hier habe ich einfach mehr Zeit.“

Die 53-Jährige will bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr Dirk Lukrafka ablösen und Bürgermeisterin von Velbert werden. Im Wahlkampf setzt sie auf Bürgernähe: „Hier am Tisch komme ich mit den Menschen eher ins Gespräch“, sagt die Kandidatin. Zumal es keine vorbereiteten Themen gebe. Ein Mal im Monat will sie daher nun – bis zur Wahl am 13. September 2020 – in einem der drei Stadtbezirke sein und sich den Wählern stellen.

Andrang ist beim ersten Abend etwas verhalten

„Meiner Meinung nach kann man sich am besten ein Bild von einem anderen Menschen machen, indem man ihn persönlich trifft und sich mit ihm unterhält“, schreibt Esther Kanschaft auf der Homepage ihrer Partei. An diesem ersten Abend ist der Andrang zwar verhalten, intensive Gespräche entwickeln sich aber dennoch.

Simone Schaaf ist eine der Besucherinnen, die die Kandidatin kennen lernen will. Ihr Hauptanliegen ist die geplante Bebauung auf dem Gebiet „Große Feld“. Sie sei in der Ratssondersitzung zu diesem Thema im August gewesen „und ich war entsetzt“, erzählt sie. Sie habe kaum etwas verstanden, was auch – aber nicht nur – an der teilweise nicht funktionierenden Ton-Übertragung gelegen habe. „Ich hatte generell nicht das Gefühl, dass ich als Besucher mitgenommen werde“, klagt sie. Die nicht funktionierende Tonanlage sei für sie „ein weiteres Zeichen für den Umgang mit dem Bürger“ gewesen.

„Alle Fakten müssen auf den Tisch“

Sie trete unter anderem als Kandidatin an, weil sie die Bürger mehr und früher mit in Prozesse einbeziehen will, sagt Esther Kanschat dazu. „Es müssen alle Fakten auf den Tisch. Es muss die gleiche Faktenlage für alle gelten, dann kann jeder für sich entscheiden und abstimmen.“

Doch leider sei das im Fall „Große Feld“ nicht der Fall, bemängelt die Grünen-Politikerin. Ihr fehlen die Angaben dazu, welche Kosten für die Entwicklung des Gewerbegebietes auf die Tochtergesellschaften der Stadt umgelegt werden, „und ob und wie die sich dann diese Kosten vom Kunden wiederholen.“

Kanschat sieht große Fehler bei der Wohnraumplanung

Sie wisse auch, dass man auch Kompromisse eingehen müsse, wenn es um den Wirtschaftsstandort Velbert gehe. Aber, und darin stimmen Esther Kanschat und Simone Schaaf überein: Das „Große Feld“ sei bei besten Willen nicht dafür geeignet.

Ein anderer Bereich, in dem Simone Schaaf Handlungsbedarf sieht, ist der Wohnungsbau. Den Gedanken greift Esther Kanschat auf und bemängelt die Planung der Stadtspitze: „Der Fokus liegt zu sehr auf dem Wohnraum, aber die Konsequenzen werden nicht bedacht.“ Wenn mehr junge Familien nach Velbert zögen, „dann ist doch absehbar, dass wir mehr Kita- und Grundschulplätze brauchen.“ Doch „das wird nicht gemacht und deshalb hecheln wir überall hinterher.“

Dr. Esther Kanschat ist Chemikerin und unterrichtet am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Sie ist verheiratet in einer Patchwork-Familie mit sieben Kindern. Neben dem Vorsitz der Grünenfraktion ist sie ordentliches Mitglied im Haupt- und Finanz- sowie im Kulturausschuss, ist stv. Vorsitzende des Schulausschusses, sitzt im Aufsichtsrat der BVG, der Kultur- und Veranstaltungsbetriebe Velbert und im Verwaltungsrat der Sparkasse.

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