Wirtschaft

Firma Witte aus Velbert stellt neue Schließtechnik vor

Das Team um Paul Meier (Mitte) testet die Funktion des Wave-Systems.

Das Team um Paul Meier (Mitte) testet die Funktion des Wave-Systems.

Foto: Witte

Velbert.   System verbindet Schlüssel und Smartphone: Zutrittsberechtigungen können zeitlich befristet erfolgen. Nicht nur für Autoindustrie interessant.

Ganz neue Türen sollen sich schon bald für den Velberter Automobilzulieferer Witte dank seiner neuen digitalen „Wave“-Schließtechnik öffnen: Damit lässt sich beispielsweise das Auto mit dem Smartphone öffnen, die Zutrittsberechtigung kann zeitlich befristet erfolgen oder auch auf beliebig viele Nutzer übetragen werden.

Nutzer registrieren sich

Oder wie es Paul Meier, Direktor des Unternehmensbereichs Witte Digital, erläutert: „Aus dem physischen Schlüssel können wir viele digitale Schlüssel erstellen.“ Der 45-Jährige schildert auch, an wen sich diese neue Technologie richtet: „Wave eignet sich beispielsweise für Kunden mit Fahrzeugflotten, wenn ein Fahrzeug mehreren Fahrern zugewiesen wird.“

Dabei registrieren sich Nutzer zunächst auf dem Kundenportal von Witte Digital. Über eine „Cloud“ können sie das Berechtigungsmanagement für die Autoflotte steuern – also über das Internet von jedem Standort aus eingeben, wer wann das Auto öffnen und fahren darf. Über eine App, die auf das Handy aufgespielt wird, erfolgt dann der Zutritt zu dem Fahrzeug. Sobald der Nutzer nah genug an dem Auto dran ist, kann er auf die Handy-Schaltfläche „öffnen“ drücken und die Tür wird entriegelt.

Steuerung über Bluetooth möglich

In dem Wagen selbst befindet sich eine kleine Box, in der der Zündschlüssel deponiert ist und die beim Öffnen der Tür ebenfalls aufgeht. Das Ganze funktioniert laut Paul Meier auch ohne Mobilfunkverbindung, da alles über die so genannte Bluetooth-Schnittstelle im Smartphone funktioniert. Dadurch sei auch die Sicherheit der Technik gewährleistet. „Die Box kann innerhalb einer Minute zum Beispiel im Kofferraum oder auch im Fußraum platziert werden. Das erfordert keinen Einbauaufwand.“

Genaue Position feststellen

Mit der Wave-Technologie gibt es aber auch noch weitere Einsatzbereiche: So können zudem Daten wie die genaue Position oder der Kilometer- und Tankfüllstand des Autos übermittelt werden. „Das ist beispielsweise für Autovermietungen interessant, die nicht stationär vermieten“, so der Direktor von Witte Digital. So führe die App die Nutzer direkt zu dem Wagen. Meier: „Was die Kunden von diesen Funktionen nutzen wollen, ist ihnen komplett selbst überlassen.“

Aus dieser neuen Technik, die am 20. und 21. Juni am Nürburgring auf dem „Fuhrparkforum“ – der größten Flottenmesse für den deutschen Markt – vorgestellt wird, ergeben sich aber noch ganz andere Möglichkeiten: Laut Meier könnten auch Bezahlprozesse über „Wave“ abgewickelt werden. Zudem könnten beispielsweise Kurierfahrer Warensendungen oder Päckchen in den Kofferraum eines Wagens hinterlegen. „Heute wäre das ein großer Aufwand, weil immer der richtige Schlüssel benötigt wird“, meint Meier – mit der neuen Technik sei dies kein Problem.

Auch für Haus- oder Wohnungsbesitzer gedacht

Zudem könnten Autohäuser etwa am Wochenende oder abends Probefahrten auf diese Weise anbieten, ohne dass ein Mitarbeiter den Prozess regeln müsse, „zumindest, wenn sie die Kunden schon kennen“. Auch könnten Schließzylinder von Haus- oder Wohnungstüren mit „Wave“ verbunden und so temporäre Zutrittsberechtigungen erteilt werden. „Das könnte etwa für Pflegedienste interessant sein“, sagt Meier.

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