Landgericht

Gegner das Nasenbein gebrochen: 22-Jähriger vor Gericht

Vor dem Wuppertaler Landgericht fand am Mittwoch die Verhandlung gegen den 22-jährigen Velberter statt.

Vor dem Wuppertaler Landgericht fand am Mittwoch die Verhandlung gegen den 22-jährigen Velberter statt.

Foto: Uwe Möller

Wuppertal.  Auf einem Parkplatz in der Flandersbach in Velbert kam es zur Schlägerei. Wer angefangen hat, darüber sind Angeklagter und Geschädigter uneins.

Es soll eine nächtliche Straßenschlägerei unter fünf Beteiligten in der oberen Flandersbach gewesen sein. Im Berufungsprozess kämpft ein 22 Jahre alter Angeklagter aus Velbert jetzt vor dem Wuppertaler Landgericht.

Er habe einem Jugendlichen die Nase gebrochen, lautet das nicht rechtskräftige Urteil des Amtsgerichts. Den Berufungsrichtern erklärte der angehende Handwerker, er habe auf einem Unternehmensparkplatz an einem Gebüsch geparkt gehabt, um mit seiner damals neuen Freundin (19) ungestört zu sein. Der spätere Geschädigte sei mit Freunden zu Fuß vorbei gekommen, die Gruppe habe ihn und seinen Kleinwagen beleidigt: „Ich bin dann ausgestiegen.“ Den Jüngeren habe er im Gerangel verletzt, als er sich verteidigte: „Ich hatte selbst das ganze Gesicht voller Kratzer und eine Beule am Kopf.“

Der Mann wehrt sich gegen mehr als 2000 Euro Geldstrafe

Der Mann wehrt sich gegen mehr als 2000 Euro Geldstrafe, die im Führungszeugnis erscheinen würde. Der 18 Jahre alte Geschädigte erklärte zum mutmaßlichen Geschehen vom April 2018: „Wir hatten den Angeklagten vorher auf der Straße bemerkt, da war er ziemlich schnell unterwegs.“ Die Gruppe sei nach einem Tag mit Musik und Fußball auf dem Weg nach Hause gewesen. „Bier hatten wir auch getrunken. Einer von uns hat eine Bemerkung über das Auto gerufen.“

An einer Parkplatzausfahrt sei ihnen der Angeklagte entgegen gekommen. Der Zeuge sagte: „Wir sind ein paar Schritte auf ihn zu. Wir wollten nicht unhöflich sein.“ In der Folge habe der 22-Jährige austeilt, einen Gegner habe er sogar gewürgt. Schließlich hätten sich der Angeklagte und seine Freundin in ihren Fahrzeugen entfernt. Die Gruppe des Verletzten rief die Polizei.

„Ich frag mal, was das soll“

Die 19-jährige Freundin, eine Schülerin, sagte, die Gruppe des Geschädigten habe von der Straße aus gepöbelt. Ihr Freund habe erklärt: „Ich frag‘ mal, was das soll.“ Die Gruppe habe den Angeklagten geschubst, umringt und festgehalten. Auch dessen Losreißen habe sie gesehen. Sie habe nur wenige Meter entfernt gestanden. Die vorsitzende Richterin kommentierte: „Das Problem ist nur, dass niemand Sie da gesehen hat.“

Das Gericht will am 6. Mai 2019 weiter verhandeln und voraussichtlich am selben Tag sein Urteil verkünden.

>>>STRAFREGISTER

  • Strafurteile erscheinen im Führungszeugnis, wenn sie rechtskräftig werden und das Einkommen des Angeklagten von drei Monaten übersteigen. Behörden erhalten eine vollständige Registerauskunft, die auch die geringeren Strafen enthält.
  • Wer im allgemeinen Strafregister keine Einträge hat, darf sich gegenüber dem Arbeitgeber als unbestraft bezeichnen.
  • Strafeinträge werden nach unterschiedlichen Fristen getilgt und sind dann im Führungszeugnis nicht mehr ersichtlich. Wenn neue Strafen dazu kommen, verlängern sich die Fristen.

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