Prozess

Geld aus Velberter Firma landete in dubiosen Auto-Geschäften

Vor dem Landgericht Wuppertal wird gegen den 42-jährigen Angeklagten verhandelt.

Vor dem Landgericht Wuppertal wird gegen den 42-jährigen Angeklagten verhandelt.

Foto: Uwe Möller / WAZ FotoPool

Wuppertal.  Aus Liebe unterschlug Velberterin 250 000 Euro in ihrer Firma. Ihr Freund legte das Geld in Luxusautos an. Nun sagte der Händler vor Gericht aus.

Fast eine Viertelmillion Euro aus einem Betrug in einer Velberter Firma landete teils auf Umwegen bei einem Düsseldorfer Händler von Luxusautos. Den Geschäftsführer dieses Unternehmens ließ das Landgericht von der Polizei ins Gerichtszentrum Wuppertal bringen: Er musste unter Wahrheitspflicht aussagen, obwohl er den Termin zunächst verstreichen ließ. Die Ansage des Mannes: „Ich frage meine Kunden doch nicht, wo sie ihr Geld her haben.“

In dem Prozess kämpft ein früherer Kunde des Zeugen um eine Bewährungs-Chance. Der 42 Jahre alte Angeklagte soll über eine Internet-Partnerbörse eine Beziehung zu einer Angestellten einer Velberter Firma aufgebaut haben. Auf seine Anweisung habe sie ihm heimlich Firmengeld überwiesen. Die wechselnden Kontonummern für elf Taten habe er teils per Handy-Nachricht an sie durchgegeben. Der Angeklagte soll verschwiegen haben, dass er bereits verheiratet war und Kinder hatte. 2015 flog die Masche auf. Die Frau ist bereits rechtskräftig zu Bewährung verurteilt und zahlt zurück.

Angeklagter bezahlte die Autos portionsweise

m Landgericht nestelte der Luxus-Autohändler unablässig an einer Wasserflasche herum. Sichtlich unwohl bestätigte er: Der Angeklagte war mehrfach sein Kunde, unter anderem für einen großen Landrover. Laut Aussage zahlte der Mann auf ausgefallene Weise: Portionsweise und mehrere Tage verspätet seien Beträge von Konten der Velberter Firma gekommen. Der Angeklagte habe anschließend im Händler-Büro Überweisungen aus einer Liste herausgesucht, die passen sollten. Sobald die Summe stimmte, habe der Mann die Papiere für die Autos bekommen. Als Lieferanschrift für die Fahrzeuge habe der Angeklagte außereuropäische Adressen angegeben. Der Händler kommentierte: „Das ist normal. Sonst kann er die Mehrwertsteuer nicht zurückholen.“ Und nein, gedacht habe er sich bei all dem nichts.

Händler muss nun selber mit Ermittlungen rechnen

Die Aussage des Zeugen schrieben zwei Staatsanwälte wörtlich mit. Der Mann muss womöglich selbst mit Ermittlungen rechnen. Unter anderem gab er an, große Beträge bar eingenommen zu haben: „100.000 Euro pro Tag sind normal.“ Allein dafür trafen ihn womöglich Prüf- oder Meldepflichten nach dem Geldwäschegesetz. Der Zeuge erklärte, mit dem Schwiegervater des Angeklagten gut befreundet zu sein. Er kenne die Ehefrau und die frühere Velberter Freundin. Über das betrogene Unternehmen habe der Angeklagte einmal gesagt: „Das ist meine Firma.“Das Gericht will am Mittwoch (19. Juni 2019) weiter verhandeln und voraussichtlich am selben Tag sein Urteil verkünden.

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