Prozess

Heroinhandel in Velbert-Birth: Angeklagter (33) gesteht

Der 33-Jährige hat vor dem Landgericht Wuppertal ein Geständnis abgelegt.

Der 33-Jährige hat vor dem Landgericht Wuppertal ein Geständnis abgelegt.

Foto: Michael Kleinrensing

Wuppertal.   Ein 33-Jähriger Velberter muss sich vor Gericht verantworten, weil er mit Heroin gehandelt haben soll. Das Urteil könnte schon Mittwoch fallen.

Klares Geständnis in einem Landgerichts-Prozess um Heroin-Geschäfte in Birth: Ein 33 Jahre alter Angeklagter gab Dienstag vor den Wuppertaler Richtern zu, große Mengen Drogen aufbewahrt und gehandelt zu haben. Tatort sei die Wohnung gewesen, die er vor seiner Verhaftung Anfang Dezember 2018 mit seiner Mutter bewohnte. Woher er die Drogen bezog, wolle er nicht angeben. Die Polizei hatte bei ihm erfolgreich durchsucht, obwohl ein Beamter die Aktion in einer öffentlichen Gerichtsaussage fünf Tage früher quasi angekündigt hatte.

Straßenhändler hatte den 33-Jährigen verraten

Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte ein früherer Heroin-Straßenhändler den Angeklagten an die Polizei verraten, anscheinend zunächst ohne dass das Folgen für den Mann hatte. Der 33-Jährige, ein arbeitsloser Friseur mit abgebrochener Lehre und Vater eines Kindes, muss nun mit mehreren Jahren Gefängnis rechnen.

Seinen Anwälten zufolge strebt er eine Behandlung seiner Drogensucht an. Ein Polizist berichtete im Zeugenstand, der Angeklagte sei bei der Durchsuchung am 4. Dezember 2018 „nervös aber kooperativ“ gewesen: „Er hat die Tür geöffnet und wir haben ihm den richterlichen Beschluss gezeigt. Er ist sofort zur Abstellkammer im Flur der Wohnung gegangen und hat eine Frischhaltedose mit abgepacktem Heroin hervorgeholt.“ Der Beamte fügte hinzu, er habe darauf selbst nachgesehen und weitere Mengen gefunden. An einer Waage seien Krümel der Droge erkennbar gewesen.

Ein Polizist bewachte die Tür der Wohnung

Daneben hätten Hundekotbeutel gelegen. In denen soll der Angeklagte das verkaufte Heroin abgegeben haben. Weiter – dem Polizisten zufolge – durchsuchte er das Zimmer des 33-Jährigen schließlich nur noch oberflächlich, nachdem sich alle nötigen Utensilien in der Abstellkammer gefunden hatten. Während dessen habe ein weiterer Polizist an der Wohnungstür gestanden, damit der 33-Jährige nicht doch noch „stiften geht“. Die Mutter habe in ihrem Zimmer gesessen und gewartet, bis die Festnahme vorbei war.

In den Drogenpaketen stellte das Landeskriminalamt insgesamt 800 Gramm Heroin fest, dazu mehr als zwei Kilogramm Koffein und Paracetamol zum Strecken.

Händler saß im gleichen Gefängnis wie der Angeklagte

Den früheren Straßenhändler führten Wachtmeister zur Aussage vor. Der Mann sitzt derzeit in einer Entziehungsklinik ein. Fahnder hatten ihn Anfang Juni 2018 an der Saubrücke aufgegriffen - mit Heroin in einem Hundekotbeutel. Später soll er durch einen Behördenfehler vorübergehend im selben Untersuchungsgefängnis gesessen haben wie der nun Angeklagte. Streit haben die Männer anscheinend nicht mehr: Sie nickten einander kurz zu und verzichteten ansonsten auf Bemerkungen. Sie sollen sich seit Jahren aus dem Stadtviertel kennen.

Das Gericht will Mittwoch (15. Mai) weiter verhandeln und später am selben Tag sein Urteil verkünden.

>> THERAPIE UND STRAFE

  • Neigt ein Angeklagter durch Drogen- oder Alkoholsucht zu schweren Straftaten, so ordnet das Landgericht eine Entziehungs-Therapie an.
  • Der Aufenthalt in der Drogenklinik dauert bis zu zwei Jahren. Steht der Angeklagte die Behandlung ohne Rückfall durch, kann ihm ein Gericht die weitere Strafe zur Bewährung aussetzen.
  • Auch bei leichteren Straftaten sieht das Gesetz Milderung vor, wenn ein drogenabhängiger Angeklagter sich in Therapie begibt.

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