Vinylabend

In Langenberg ist die Generation Schallplatte unter sich

Wieder viel Spaß hatten die Besucher des Vinylabends im Alldiekunst-Haus. Dort wird auch kräftig gefeiert und abgezappelt.

Wieder viel Spaß hatten die Besucher des Vinylabends im Alldiekunst-Haus. Dort wird auch kräftig gefeiert und abgezappelt.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Service

Langenberg.  An jedem dritten Freitag des Monats gibt es bei Alldiekunst einen Vinylabend. Dann kommen Schallplattenfans auf ihre Kosten – so wie nun wieder.

Es ist kein wohlgehütetes Geheimnis, dass jeden dritten Freitag des Monats die Pforten des Alldiekunst-Hauses für alle Schallplattenfreunde weit offenstehen. So hört man auch schon von draußen die mitreißenden Klänge des alten Vinyls. Drinnen bewegen sich schon die ersten Gäste auf der Tanzfläche, während die anderen auf ihren Stühlen mitwippen. Und auch am Freitag, 17. Januar, war wieder viel Musik in der Veranstaltung.https://www.waz.de/staedte/velbert/article227940649.ece

Ursprüngliche Idee war eigentlich eine andere

So scherzt Uwe Peters, der ehrenamtlich im Alldiekunst-Haus arbeitet und schon etliche Vinylabende mitgemacht hat: „Wenn es mir zu laut werden sollte, schalte ich einfach meine Hörgeräte aus.“ Dabei sei die ursprüngliche Idee eigentlich anders gewesen, erzählt er weiter. Vor allem bekennende Plattensammler sollten in die Wiemerstraße 3 gelockt werden. Die mitgebrachten Platten wurden dann meist gewaschen, bevor die fetzigen Töne erklangen. „Wir haben einfach alles gespielt“, lacht Peters, „bis auf Heintje vielleicht“.

Heute sind vor allem die beiden Plattenfreunde Peter Reichert und Marcus Schmieder für die Musikwahl zuständig. „Ich liebe Schallplatten“, schwärmt Reichert bestens gelaunt und wippt im Takt der Musik. Als stolzer Besitzer einer Sammlung von über 3000 Schätzen ist er der geeignete Kandidat für die DJ-Rolle. „Ich bin bis acht Uhr mit rockigen Stücken dran, dann folgt Marcus mit Discomusik“, berichtet er, während er rasch die Platte wechselt. Doch die Arbeit hält ihn nicht davon ab, auch mal auf die Tanzfläche zu rennen und den Abend zu genießen. „Sobald der erste anfängt, kommen auch die anderen“, weiß er.

„Hier sind eigentlich kaum junge Leute“

Wie Reichert sind so eigentlich alle Besucher mit der Vinylscheibe aufgewachsen. „Hier sind eigentlich kaum junge Leute“, meint Stammgast Andreas Stieber, der schon die Anfänge der Vinylabende miterlebt hat. Hier ist also die Generation „Schallplatte“ unter sich und zeigt, dass auch sie – natürlich – noch ordentlich zu feiern versteht.

Entstanden ist die Idee zum Vinyltreff im Jahre 2014. Mit einer kleinen Schar von sieben Gästen saß man bei den mitgebrachten Platten zusammen. „Einer hatte sogar eine Weihnachtsplatte mitgebracht“, erinnert sich Reichert. Die wurde natürlich nicht unauffällig vom Tisch geschoben, sondern tapfer angehört. Heute bringt kaum noch jemand etwas eigenes. „Man kann nie alle Leute zufriedenstellen“, weiß der DJ, „darum setzten wir einfach auf die bunte Mischung.“

Einziges „Manko“ ist das zu frühe Ende

Eva-Maria Klinkert kommt gerade gut gelaunt von der Tanzfläche. „Diese Abende sind einfach klasse“, findet die Langenbergerin, die schon viele Veranstaltungen von Alldiekunst besucht hat. Einziges „Manko“ ist das viel zu frühe Ende: „Um zehn Uhr ist hier Schluss.“ Davon lassen sich die Besucher, rund 150 werden erwartet, aber nicht die Laune verderben. Erst wenn Marcus Schmieder die ersten Töne von Édith Piafs „Nein, ich bereue nichts“, dem anerkannten Schlusslied, anspielt, wissen die Musikfreunde, dass sich der Abend dem Ende zuneigt.

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