Parken in Neviges

In Neviges fallen 60 öffentliche Parkplätze weg

Schluss mit Parken, hier gibt es nur noch Privatplätze, vermietet durch die Nising GmbH aus Essen.

Schluss mit Parken, hier gibt es nur noch Privatplätze, vermietet durch die Nising GmbH aus Essen.

Foto: Christof r / FUNKE Foto Services

Neviges.  Auf dem Parkplatz vor dem David-Peters-Haus gibt es nur noch Privatparkplätze. Nicht nur im Bezirksausschuss machen Bürger ihrem Ärger Luft.

Adü Hassan hat alle Hände voll zu tun auf dem Parkplatz vor dem David-Peters-Haus an der Wilhelmstraße. Er stutzt Sträucher, fegt Laub und muss Leute ständig davon abhalten, etwas zu tun, was sie seit Jahrzehnten hier tun: ihren Wagen parken. Damit ist jetzt Schluss. Die Nising GmbH aus Essen vermietet die Stellfläche an private Interessenten. „Hier ist jeden Tag Theater. Die Leute sind sauer, einer wollte gestern überhaupt nicht aus seinem Auto aussteigen. Die verstehen das einfach nicht“, sagt Adü Hassan, der einen Mini-Job bei der Nising GmbH hat. Vor einem Jahr hat die Velberter Wobau das David-Peters-Haus und das daneben liegende Rektoratshaus verkauft. „Wir begleiten und beraten die Eigentümerin, verwalten die Immobilien“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Nising.

Anwohner griffen schnell zu

Insgesamt fallen 60 öffentliche Parkplätze weg: die Hälfte vor dem David-Peters-Haus, die anderen neben der Polizei am Stadtgarten und oben an der Tönisheider Straße. Für eine Monatsmiete von 30 Euro sind die Plätze zu mieten, vor dem David-Peters-Haus ist bis auf einige Restplätze bereits alles vergeben. Die Anwohner, so sagte ein Hausmeister der Nising GmbH, zeigten großes Interesse: „Die waren Nullkommanichts weg.“ Dass all jene Kurzparker nun in die Röhre schauen, die mal eben in Neviges etwas besorgen möchten, sieht Geschäftsführer Wolfgang Nising so nicht: „Da kann man sich ja überlegen, ob man 30 Euro in einen reservierten Parkplatz investiert oder in Knöllchen.“

Mit der Parkmiete Kosten decken

Man wolle mit der Vermietung nicht etwa Geld scheffeln, sondern vielmehr einen kleinen Teil der Kosten decken, so Nising weiter: „Wir zahlen für das Grundstück schließlich Grundsteuern, Entwässerungsgebühren, Winterdienst. Durch die Größe des Grundstücks ist das richtig viel. Es kann nicht sein, dass wir immer nur zahlen müssen.“ Die Plätze, die man jetzt vermiete, hätten etwa für ein Jahr Bestand: „Wir wissen noch nicht, wo wir wann genau Baugenehmigungen bekommen. Und wenn wir hier im David-Peters-Haus beginnen, brauchen wir sicherlich auch Platz für die Baufahrzeuge.“ Aber dann werde es eben neue Parkplätze geben, zum Beispiel am Stadtgarten – allerdings auch nur gegen eine Mietgebühr.

Sorge um den Tourismus

Dass mitten in Neviges 60 öffentliche Parkplätze wegfallen, sieht nicht nur Anwohner Millko Krämer mit großer Sorge. „Da werden Konzepte für einen besseren Tourismus gemacht und dann so etwas. Wo sollen die Leute denn parken, wenn sie sich Neviges anschauen möchten?“ Auf der Altstadt-Konferenz im Februar hätten Vertreter vom Stadtmarketing noch die Parkplätze vor dem David-Peters-Haus angepriesen und gelobt, dass man dort eine Stunde unentgeltlich parken könne. Millko Krämers Hoffnung, ob die Stadt Velbert gegenüber der neuen Eigentümerin da nicht noch etwas nachbessern könne, um ein paar öffentliche Parkplätze zu sichern, machte der Beigeordnete Jörg Ostermann im BZA zunichte: Ein Vertragswerk könne nicht nachgebessert werden. Mehr aus dem Bezirksausschuss gibt es in einer der nächsten Ausgaben zu lesen.

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