Geburtshilfe

In Velbert leiteten Hebammen die Wöchnerinnenstation

Eine freundliche, ruhige Atmosphäre herrscht auf der Wöchnerinnenstation. Alina Lauschuß, Hebamme in Ausbildung und die Leitende Hebamme Yvonne Rohde betreuen die jungen Mütter.

Eine freundliche, ruhige Atmosphäre herrscht auf der Wöchnerinnenstation. Alina Lauschuß, Hebamme in Ausbildung und die Leitende Hebamme Yvonne Rohde betreuen die jungen Mütter.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Im Helios Klinikum wird eine neues Konzept der Betreuung junger Mütter angewendet. Auch im Kreißsaal hat das Krankenhaus neue Wege beschritten.

. Mehr als 98 Prozent aller Kinder in Deutschland werden heutzutage in Krankenhäusern geboren. Dabei hat eine Geburt eigentlich nichts mit Krankheit zu tun. Dem will das Helios Klinikum Niederberg Rechnung tragen. Seit zwölf Jahren gibt es hier bereits den hebammengeleiteten Kreißsaal, nun wird das Konzept durch eine hebammengeleitete Wöchnerinnenstation komplettiert.

Im hebammengeleiteten Kreißsaal – der in Velbert war der erste in ganz NRW – überwachen ausschließlich Hebammen den Geburtsverlauf bei Frauen, die kein erhöhtes Risiko haben. Im Notfall ist aber immer eine Arzt und ein Operationssaal in der Nähe. Die Hebammen unterstützen das Vertrauen in einen natürlichen Geburtsvorgang. Dabei achten die Fachfrauen darauf, dass die werdenden Mütter ihr Kind in ungestörter Atmosphäre außerhalb der üblichen Klinikroutine zur Welt bringen können.

Viele Frauen wünschen sich eine natürliche Geburt

„Immer mehr Frauen wünschen sich eine möglichst natürliche Geburt“, erklärt der Chefarzt der Gynäkologie Dr. Gerd Degoutrie. Dem habe man Rechnung tragen wollen. Zugleich gebe man den Frauen aber die Sicherheit, dass im Falle eines Falles schnelle Hilfe vor Ort ist. „Das ist der Vorteil gegenüber einer Hausgeburt. Da kann schon eine halbe Stunde Zeit vergehen, bis die Frau im Notfall in der Klinik ist. Das birgt Gefahren vor allem für das ungeborene Kind,“ führt der Chefarzt weiter aus. Im Klinikum könnten die Frau innerhalb weniger Minuten in ein OP gebracht und das Kind geholt werden. https://www.waz.de/region/kreisssaal-check-was-eltern-ueber-geburtsstationen-in-der-region-wissen-muessen-id227571621.html

Das Konzept kommt an. „Es erfreut sich seit langer Zeit großer Beliebtheit“ sagt Yvonne Rohde, die leitende Hebamme.

Immer eine erfahrene Hebammen dabei

Chefarzt Degoutrie betont, dass nur Hebammen, die eine gewisse Anzahl an Berufsjahren haben, eine Geburt allein betreuen dürfen. In jeder Schicht sei deshalb immer eine erfahrene Kraft mit von der Partie. Seit Anfang des Jahres erweitert die hebammengeleitete Wöchnerinnenstation das Konzept. Alle Wöchnerinnen und Neugeborene bleiben auch nach der Verlegung aus dem Kreißsaal in der Betreuung der Hebammen. „Sie sind drei Jahre lang ausgebildet worden für diese Arbeit. Daher sollten sie die junge Familie während des gesamten Aufenthaltes betreuen,“ so Degoutrie. Im Notfall ist natürlich nach wie vor ein Arzt schnell zu Stelle.

Möglichst wenig Krankenhausalltag

Auf der Wöchnerinnenstation, so Hebamme Yvonne Rohde, soll möglichst wenig vom Krankenhausalltag zu spüren sein. So liegt die Wöchnerinnenstation abgeteilt am Ende eines lange Flures, so haben Mütter und Babys ihre Ruhe. Die ganze Station ist in ein ganz besonders warmes gelbes Licht getaucht und die Wände sind in freundlichem Gelb gestrichen, die Bilder zeigen mit sanften Farben Neugeborene. Die jungen Mütter können sich morgens und abends an einem Buffet bedienen und ihre Babys in einem eigenen, gemütlichen Zimmer mit Sesseln stillen. Den einstigen großen Babysaal mit der Scheibe an der die jungen Väter einen ersten Blick auf ihren Nachwuchs werfen konnten, gibt es längst nicht mehr. Die Neugeborenen bleiben bei ihren Müttern im Zimmer.

Neue Kleidung fürs Personal

Und dass diese Station etwas ganz Besonderes ist, wird bald an der Kleidung des Personals deutlich. „Die Hebammen bekommen demnächst neue Dienstkleidung in einem freundlichen hellblau-türkis und werden sich so von den Mitarbeitern auf den anderen Stationen unterscheiden“, sagt die Leitende Yvonne Rohde.

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