Umwelt

Kompost aus Velberter Anlage sorgt für Ärger in Mülheim

Der Kompost war mit kleinen Plastikteilchen durchsetzt.

Der Kompost war mit kleinen Plastikteilchen durchsetzt.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim/Velbert.  Spaziergänger entdeckten auf Acker Kompost durchsetzt mit Plastikteilchen. Kompost kam aus Velbert. Wind soll Ursache der Verschmutzung sein.

Gelbe Plastikflaschendeckel, orangefarbene Stücke eines KG-Rohrs, durchsichtige und blaue Tütenfetzen – sie liegen in rauen Mengen da, wo sie eigentlich nicht hingehören: weitflächig verteilt auf einem Mülheimer Acker. Untergemischt unter Kompost haben Spaziergänger den Plastikabfall bereits vor zwei Wochen entdeckt und ihn beim Umweltamt, Unterer Bodenschutzbehörde und Landwirtschaftskammer gemeldet. Der Kompost soll aus der Velberter Kompostieranlage stammen. Der Wind habe die Plastikfetzen in den Kompost geweht, vermutet der Leiter der Velberter Anlage Arnd Bischoff.

Spaziergänger beschwerten sich massiv über den Plastikmüll, der nach ihren Angaben auf dem Acker im Landschaftsschutzgebiet untergepflügt worden sein soll. Nach Angaben von Landwirt Hermann Terjung fielen die Plastikmengen bereits am Donnerstag vor zwei Wochen auf, als Terjung Kompost durch ein Lohnunternehmen bestellen und verteilen ließ. „Als ich den Kompost aber mit dem Mähdrescher verteilen wollte, dachte ich, ich stehe auf einem Kirmesplatz“, staunte der Landwirt – überall war Plastik verstreut. Terjung und Mitarbeiter begannen mit dem Einsammeln. Mittlerweile sei der Acker aber von den Ämtern abgenommen worden.

Nur den Boden gelockert

Deutlich aber weist der Mülheimer Landwirt Terjung zurück, er habe vorher das Feld gepflügt und den Müll damit unter die Erde gebracht. „Wir haben nur mit einem Grubber den Boden gelockert, aber nicht umgewälzt.“ Gesäet werde bis zur Mais-Saat im April nur eine Zwischenfrucht, die später eingearbeitet werde. Terjung betont: „Ich möchte keinen Abfall entsorgen sondern Humus verteilen, um eine gute Frucht zu ernten.“

Vom Wind verweht

Wie aber kam der Plastikmüll in den Kompost? In der Velberter Gesellschaft für Kompostierung und Recycling Velbert mbH hat Leiter Arnd Bischoff nur eine Erklärung: Das Plastik müsse vom Wind auf den Hof und an die Komposthaufen geweht worden sein. Dort sei es vermutlich mit dem sauberen Kompost auf den LKW aufgeladen und habe ihn daher nachträglich verunreinigt.

Denn der Kompost selbst werde durch Siebe gereinigt, die maximal Korngrößen von 24 Millimeter durchließen. Grobere Plastikteile würden so ausgesiebt, Plastiktüten und ähnliches sauge eine Maschine ab. Regelmäßig würden die Chargen vom Fresenius Institut überprüft, so Bischoff, denn es komme durchaus vor, dass Bürger Plastiktüten und -töpfe in die Biotonne würfen. „Wenn die Bürger beim Grünschnitt besser trennen würden, hätten wir auch besseren Kompost.“Nur 0,02 Prozent Fremdstoffe wie Plastik sei im Kompost der Velberter Anlage zu finden und damit deutlich unter der zugelassenen Menge von 0,5 Prozent. Die Anlage sei entsprechend zertifiziert.

„Kompost wurde geprüft“

Auch der Kompost auf dem Mülheimer Feld sei geprüft worden. Bischoff räumt dennoch ein: „Man kann den Mitarbeitern vielleicht den Vorwurf machen, vor dem Kompost nicht ausreichend auf die Sauberkeit geachtet zu haben.“

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