Kultur

Langenberg: Französischer Abend hatte Licht und Schatten

Beim Französischen Abend im Historischen Bürgerhaus ernteten Sängerin Anna Schäfer, Jochen Kilian am Klavier und Heinz Hox (Akkordeon) viel Applaus vom Publikum.

Beim Französischen Abend im Historischen Bürgerhaus ernteten Sängerin Anna Schäfer, Jochen Kilian am Klavier und Heinz Hox (Akkordeon) viel Applaus vom Publikum.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Beim Französischen Abend im Historischen Bürgerhaus begeisterte eine Sängerin das Publikum. Eine andere Künstlerin dagegen kam gar nicht gut an.

Unterschiedlicher hätte ein und dasselbe Thema nicht dargestellt werden können: Zu Beginn des „Französischen Abends“ am Samstag im Großen Saal des Historischen Bürgerhauses präsentierte sich zunächst eine Sängerin, die Licht, Mikrofon und Bühne scheute. Doch danach erlebten die Besucher eine Bühnenpräsenz, der man die Gesangs- und auch Schauspielausbildung in jedem Augenblick ihres Auftritts anmerkte.

Die Idee des „Französischen Abends“ hatte der Vorsitzende des Fördervereins des Bürgerhauses, Wigrid Wohlmann. Originell begrüßte der immer noch aktive Französischlehrer die Gäste auch in dieser Sprache und hob das besonders schön geschmückte Haus hervor. Außen wie innen wurden die Wände in den französischen Farben „Bleu, Blanc, Rouge“, also blau, weiß, rot, angestrahlt. Zur Begrüßung gab es einen Aperitif, gesponsert vom Förderverein.

Tische waren liebevoll eingedeckt, es gab französische Spezialitäten

180 Besucher fanden an den liebevoll mit typisch französischen Snacks eingedeckten Tischen Platz. Und gehören Tische zum Bestuhlungsplan, dürfen auch Getränke und Essen mit in den Saal genommen werden, so dass die Gäste gleich auch mit weiteren Sinnen genießen konnten. Vom Caterer, die Gaststätte Alt-Langenberg, gab es neben französischen Weinen auch Quiche Lorraine mit und ohne Speck. Das Ambiente brachte da die besten Voraussetzungen für einen gelungenen „Französischen Abend“ mit.

Nach der Begrüßung durch Dr. Linda Frenzel, der Leiterin der Velberter Kulturloewen und Veranstalterin des Abends, und Wigrid Wohlmann trug Isabelle Kusari, begleitet von Jun Zhao am E-Piano, französische Lieder und Arien vor. Leider gingen ihre gesprochenen Botschaften und auch manche Lieder in tieferen Stimmlagen völlig unter, weil sie sich weigerte, das bereitgestellte Mikrofon zu benutzen. Auch Unmutsbekundungen aus dem Publikum änderten daran nichts. Sie nutzte weder die Bühne, noch wollte sie beleuchtet werden. Es war schwierig, die dunkel gekleidete Sängerin vor dunklem Hintergrund auszumachen.

Verhalten einer Künstlerin sorgte für Verwirrung

Neben der musikalischen Leistung, die ihr vieles Üben und Bemühen bei Arien aus der Bizet-Oper Carmen erkennen ließ, sorgte ihr Verhalten doch immer wieder für Verwirrung. Fixiert auf die vorderen Tischreihen, lief sie einmal singend durch den Saal, sang die Doppeltüren des Saals an und krönte ihre Abgang mit einer mehr als merkwürdigen Aussage: „Ich werde als Künstlerin ausgegrenzt. Ich bekomme keine Aufträge und werde von städtischen Einrichtungen ausgegrenzt.“ Zwar hatte Wigrid Wohlmann sie vorgeschlagen, den Vertrag jedoch hatte die Künstlerin mit den Velberter Kulturloewen. So verstand Wohlmann diesen Satz nicht und hätte sich außerdem gewünscht, „dass sie das Mikro nutzt.“

Nach der Pause ließ dann Anna Schäfer den ersten Teil völlig in Vergessenheit geraten. Professionell zog sie alle Aufmerksamkeit auf sich. Begleitet von Jochen Kilian am Klavier und Heinz Hox am Akkordeon brachte sie französische Leichtigkeit und Lebensfreude auf die Bühne. Ausdrucksstark sang sie Chansons von Edith Piaf und coverte die französische Nouvelle-Chanson-Sängerin Zaz. Eleonore Adams hatte da Spaß: „Es gefällt mir gut, schon der Empfang war schön.“ Eine solche Veranstaltung habe sie zuvor noch nicht besucht.

Anna Schäfer riss das Publikum mit ihren Darbietungen mit

Anna Schäfer erntete schon nach dem ersten Lied Begeisterungsrufe und lauten Applaus, die Atmosphäre war wie ausgewechselt. Auch Lieder mit schwereren Inhalten brachte sie mit Singfreude gut verständlich in jeden Winkel des Saals. Unterschiedlicher konnte der Abend nicht sein. Die Sängerin erzählte zwischen den Liedern, folgte ihrem ausdrucksstarken Naturell und kokettierte mit den Gästen, machte kleine Scherze. Das Publikum ging mit, lauschte und folgte manchmal schon fast ehrfurchtsvoll, wenn Anna Schäfer in verschiedenen Tempi sang und auch ihr schauspielerisches Talent hör- und sichtbar wurde.https://www.waz.de/staedte/velbert/article227940649.ece

Irmgard Conrad war begeistert, fühlte sich an Hildegard Knef erinnert: „Sehr gut.“ Und Eleonore Adams ergänzte, ebenso begeistert: „Ganz anders als der erste Teil. Und schön, dass sie oben standen.“ Anna Schäfer und ihre Begleiter kamen dann nicht von der Bühne, ohne eine Zugabe zu singen. Für Martina Hoeveler hätte es „ewig jetzt so weitergehen können.“ Und auch Angela Rier strahlte: „Anna Schäfer schafft es, einen mitzureißen. Sie ist vielseitig, hat eine grandiose Stimme, ist temperamentvoll, eine Powerfrau.“

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