Jubiläum

Langenberger Berthold Hesse bekommt Goldenen Meisterbrief

Berthold Hesse (Mitte) kann sich freuen, denn die Unternehmensnachfolge ist gesichert: Sohn Andreas (l) und Enkel René arbeiten ebenfalls mit im Betrieb.

Berthold Hesse (Mitte) kann sich freuen, denn die Unternehmensnachfolge ist gesichert: Sohn Andreas (l) und Enkel René arbeiten ebenfalls mit im Betrieb.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Der Langenberger Heizungsbauer Berthold Hesse ha den Goldenen Meisterbrief erhalten. Dabei wollte er erst einen anderen Weg einschlagen.

Ein nostalgisches Schild von Patent-Gasbadeöfen ziert die Einfahrt zur Berthold Hesse GmbH, dem Sanitär- und Heizungsinstallationsbetrieb, der seit 1904 seinen Sitz in dem ehemaligen Kutscherhaus des „To Lipses“ an der Vogteier Straße 15 hat. Seit 115 Jahren besteht der Betrieb, der von dem Klempner und Installateur Ernst Kremer dort gegründet wurde.

Doch nicht die 115 Jahre geben Anlass zur Berichterstattung, sondern die Ehrung mit dem goldenen Meisterbrief für Berthold Hesse, der am 25. Oktober 1969 seine Prüfung zum Gas- und Wasserinstallateurmeister abgelegt hatte.

Im Alter von 14 Jahren begann Hesse die Ausbildung

Mit 14 Jahren trat Berthold Hesse seine Lehre an, damals in Hattingen bei Hugo von der Heyd junior. „Wie das früher war“, lächelt der heute 81-Jährige bei dieser Erinnerung. Dabei hatte Hesse diesen Beruf gar nicht erlernen wollen. „Ich wollte unbedingt Kfz-Schlosser werden.“ Er fing auch die Ausbildung zum Schlosser an, doch schon nach drei, vier Tagen war ihm klar, dass es die falsche Wahl gewesen war.

Glücklichweise hatte der junge Berthold einen Klassenkameraden, mit dem er zusammen die alte katholische Volksschule „Am Schölken“, damals zu Hattingen in Winz-Niederbonsfeld gehörend, besucht hatte. Dieser Klassenkamerad hatte ihm von seiner Lehre bei von der Heyd senior erzählt und die Entscheidung fiel schnell.

1959 begann Hesse als Geselle in Langenberg

1953 übernahm Helmut Stöckler die Klempnerfirma an der Vogteier Straße, sechs Jahre später, im Mai, fing Berthold Hesse bei ihm als Geselle an. Rund zehn Jahre später legte Berthold Hesse die Meisterprüfung ab, und noch einmal drei Jahre später, Ende 1972, auch die Meisterprüfung für den Heizungsinstallateur.

„Man musste damals mindestens fünf, sechs Jahre Geselle sein, bevor man die Meisterprüfung machen konnte,“ erinnert sich der Handwerker. Auch wurden die Prüfungen noch getrennt abgenommen, während heute der Beruf des Heizungs- und Sanitär-Mechatronikers alles umfasse.

Enkel René und Sohn Andreas sind ebenfalls im Betrieb

So konnte Enkel René Hesse gleich nach der Gesellenprüfung auch die Meisterprüfung ablegen. Der 27-Jährige arbeitet ebenso wie sein Vater, Andreas Hesse, im Familienbetrieb. Auch Andreas Hesse hat noch zwei Meisterbriefe an der Wand hängen. Neben Sohn, Enkel und Mitarbeitern ist auch der Inhaber des goldenen Meisterbriefs immer noch für die Firma tätig, die er selbst am 1. Januar 1973 übernommen hatte.

Während er heute noch ein wenig im kaufmännischen Bereich mitarbeitet, hat er früher selbst installiert und konzipiert. Besonders an die Heizungsanlage in der Eventkirche, die von 1995 bis 2001 saniert wurde, erinnert sich der Handwerker. Dort sei die Deckenhöhe eine Besonderheit gewesen, während viele Arbeiten eben „normaler Alltag“ seien. So sind die Deckenventilatoren Teil des Wärmekonzepts, drücken sie doch regelmäßig die aufsteigende Wärme wieder nach unten und sorgen für die Warmluftzirkulation.

Bald hat auch die Firma goldenes Jubiläum

Während heute Sohn Andreas den Handwerksbetrieb leitet, ist mit Enkel René auch langfristig die Nachfolge der Berthold Hesse GmbH gesichert. Berthold Hesse hatte am 1. Januar 1973 das Unternehmen seines Arbeitgebers Helmut Stöckler übernommen, somit kann der Handwerksbetrieb in vier Jahren sein goldenes Firmenjubiläum feiern.

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