Grundschule

Langenberger Schüler setzen sich mit Kräutern auseinander

Vorlesepate Bernd Sroka leitete einen der beiden Workshops. Jolina (von links), Kira, Marlene, Lukas, Thalia und Leilani pflanzen hier zum Beispiel Kresse ein.

Vorlesepate Bernd Sroka leitete einen der beiden Workshops. Jolina (von links), Kira, Marlene, Lukas, Thalia und Leilani pflanzen hier zum Beispiel Kresse ein.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Schüler einer Langenberger Grundschule besuchten in der Stadtbücherei einen Workshop. Von den Vorlesepaten lernte sie einiges über Kräuter.

„Es sind ja alles Experten hier“, stellte Ulla Wasserloos, Leiterin der Stadtteilbibliothek an der Donnerstraße, fest, als sie den Schülerinnen und Schüler der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Max und Moritz einzelne Kräuter vorstellte. Zusammen mit den Lesepaten Ilona Manderla und Bernd Sroka hatte sie am Dienstag Schüler der OGS-Betreuung zu einem Kräuterworkshop eingeladen.

„Die Brennnessel reinigt Blut, Spitzwegerich tut bei Husten gut,“ liest Lesepatin Ilona Manderla aus einem Kräuterbuch vor. Ein Raunen geht von den Schülern aus, als sie den Spitzwegerich als Pflanze im Topf gezeigt bekommen und Ilona Manderla die Wirkung des Krauts erläutert.

Bei „Schleimstoff“ ekelt es einige Kinder

Dabei verrät sie, dass der Spitzwegerich unter anderem Schleimstoffe enthält. Einige der Schüler zeigen deutlich ihren Ekel, ein Schmunzeln huscht da einigen Erwachsenen übers Gesicht. Die Lesepatin berichtet, dass ein Blatt vom Spitzwegerich auch Mückenstiche lindert.

Dann geht sie zum „kleinen Bruder, dem Breitwegerich“, über und erläutert dessen Heilwirkung. Es folgt eine Geschichte aus ihrem Kräuterbuch zum Spitzwegerich, die sie vorliest. Mit farblich unterschiedlich markierten Namensschildern sind die Erstklässler in zwei Gruppen aufgeteilt und es folgt der Workshop-Teil.

Die Workshops mit den Lesepaten starten

Die eine Gruppe wechselt zusammen mit Bernd Sroka in die eigens dafür eingerichtete Pflanzecke zwischen Regalen voller Kinderbücher. Dort zeigt ihnen der Lesepate zunächst, wie sie einen kleinen Topf mit einem Rosmarinzweig bepflanzen können und alle dürfen selbst ihr Rosmarinpflänzchen eintopfen und beschriften. Bei der Arbeit weiß Ben (7): „Zuhause haben wir ein Hochbeet, da kommt auch Sand rein.“

Daniela Stoppa, Erzieherin in Nierenhof, begleitet die Gruppe im Rahmen der OGS-Ferienbetreuung. „Ich finde das sehr schön, vor allem, weil die Bücherei auf uns zukam.“ Während die Erzieherin schon Erfahrung hat und für sie nichts Neues dabei ist, sieht es für Maxi (6) ganz anders aus. „Ich wusste nicht, dass es andere Kräuter gibt. Den Fenchel kannte ich.“ Neben ihm steht Finn (6) und grinst: „Papa und Mama zwingen mich immer.“ Er weiß, dass Fenchel gesund ist.

Lea ist zum ersten Mal in einer Bücherei

Für Lea (6) kommt bei dem Kräuterworkshop eine weitere Neuheit dazu – sie ist zum ersten Mal in einer Bücherei: „Mir gefällt es sehr, weil es hier sehr viele schöne Bücher gibt.“ Lesen kann die Erstklässlerin aber noch nicht, daher ist diese Kombination für sie besonders gelungen: „Ich interessiere mich sehr für Kräuter, deshalb gefällt mir der Ausflug gut.“ Lea kennt schon Pfefferminze, Basilikum und Oregano.

Ulla Wasserloos zeigt ihren zehn Jahre alten Rosmarinstrauch: „Wenn ihr euren Zweig gut pflegt, sieht der irgendwann auch so gut aus.“ Die zweite Gruppe darf sich zunächst mit dem Geruch verschiedener Pflanzen beschäftigen und die Kinder spielen Kräuter-Memory. Gemeinsam setzen sie einen Tee mit frischen Pfefferminzblättern auf. „Noch 18 Sekunden“, teilt Wasserloos auch schon mit. Dann ist der Tee fertig und vorsichtig tragen alle ihre Gläser zum Sitzplatz. Von „mhm, lecker“ bis zu „da fehlt ein bisschen Zucker“ ist jeder Kommentar dabei. Es gibt auch Cracker mit Kräutern und eine genießende Stille kehrt ein.

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