Kulinarisches

Velberts erster Weinberg: Langenberger Sven Heise baut an

Steil ist der Hang, der zu Sven Heises Grundstück gehört. 99 Rebstöcke der Sorte Chardonnay hat er angepflanzt, jetzt muss er sich intensiv um die Pflanzen kümmern.

Steil ist der Hang, der zu Sven Heises Grundstück gehört. 99 Rebstöcke der Sorte Chardonnay hat er angepflanzt, jetzt muss er sich intensiv um die Pflanzen kümmern.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Geht alles gut, gibt es in etwa zwei Jahren einen Langenberger Chardonnay. Sven Heise, Inhaber von Vin de Garage, hat 99 Rebstöcke gepflanzt.

Was tun, wenn zum eigenen Grundstück ein steiler Hang in Südlage gehört auf dem nur Brombeeren wachsen und man absoluter Weinliebhaber ist? Einfach mal einen eigenen Tropfen anbauen. Dachte sich zumindest Sven Heise und machte sich ans Werk.

Der 48-Jährige ist Inhaber des „Vin de Garage“ am Buchenhang, seit 2011 lebt er mit seiner Familie oberhalb des Langenberger Zentrums – mit Blick auf Wiesen, Felder und die Dächer der Altstadt. Hauptberuflich arbeitet er als Projektmanager bei Innogy. Aber da ist ja noch der Wein.

Ein Seminar reichte Heise nicht, er ging zur Uni

„Irgendwann habe ich einmal festgestellt, dass ich zwar gerne Wein trinke, aber überhaupt keine Ahnung habe, warum ich eine Sorte mag und die andere nicht“, sagt Heise. „Also habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt.“ Doch statt nur Bücher zu wälzen oder Seminare zu besuchen, stürzte sich Sven Heise in eine Ausbildung.

„Wenn ich das so im stillen Kämmerchen für mich mache, dann nehme ich das nicht so ernst, dann wird das nichts“, sagt er und schmunzelt. So stieß er auf den Wine & Spirits Education Trust, ein international anerkannter Anbieter von Qualifikationen für Wein, Spirituosen und Sake. Zwei Jahre dauerte die Ausbildung an der Universität Geisenheim, „in denen ich teilweise mehr und intensiver gelernt habe, als während meines Studiums“, sagt Sven Heise lachend.

Zur Ausbildung gehörte auch der Bereich Weinanbau

Er schaffte den Abschluss, darf sich jetzt „Wein-Akademiker“ nennen, „und dann wollte ich das Gelernte natürlich auch umsetzen.“ Zuerst war da sein kleiner Handel, „Vin de Garage“. Und das darf man durchaus wörtlich nehmen: Ein Mal pro Woche schiebt er die Tore seiner Doppelgarage nach oben, dann gibt’s am Buchenhang feine Tropfen.

„Zu der Ausbildung gehörte aber auch der Weinanbau“, erzählt der 48-Jährige. „Und da ich nun mal diesen Hang hier habe, bot sich das einfach an.“ Wobei, ganz so einfach war es dann doch nicht. Erst einmal mussten die Brombeeren weg. Gar nicht so einfach an dem steilen Hang: „Die Rodung war anstrengender als der ganze Rest“, sagt Heise. Doch irgendwann war das Gestrüpp weg, im Frühjahr dieses Jahres setzte er 99 Chardonnay-Rebstöcke in den felsigen Boden.

In zwei Jahren soll der erste Jahrgang abgefüllt werden

„Im Großen und Ganzen müsste das funktionieren“, ist sich der Langenberger sicher. „Das ist kompletter Südhang und der karge Boden sollte eigentlich auch zur Qualität beitragen.“ Noch sind die einzelnen Pflanzen nicht besonders groß, doch fast alle sind gut angegangen. „Bald muss ich die an Pfählen befestigen“, sagt Heise und versichert: „Langweilig wird es nicht. Die Brombeeren kommen ständig wieder, da muss ich aufpassen.“

Ansonsten braucht er Geduld: Nach einer Anwachsphase von etwa zwei Jahren rechnet er damit, dass er im Herbst 2021 einen ersten Jahrgang produzieren kann. Etwa 100 Flaschen möchte er abfüllen und – „wenn die hoffentlich auch gut schmecken“ – lokalen Gastronomen anbieten. „Das wäre doch etwas Besonderes, wenn die Langenberger Wein auf der Karte hätten.“

Einweihungsfeier mit Verkostung

Zuvor wird aber erst einmal Einweihung gefeiert – am Samstag, 28. September, ab 14 Uhr am Buchenhang (Hopscheider Berg). „Es wird eine kleine Zeremonie geben, danach erzähle ich ein bisschen was zur Rebsorte“, sagt Sven Heise. „Und eine Verkostung gibt es auch, damit ich den Besuchern zeigen kann, warum ich den Chardonnay so sehr schätze.“

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