Literatur

Nevigeser Autorin schreibt Kinderbuch über Ritter Friedewald

Autorin Jacqueline Montemurri  lebt gern in Neviges. „Friedewald, der edle Ritter“ ist das erste Buch der erfolgreichen Science-Fiction-Autorin.

Autorin Jacqueline Montemurri lebt gern in Neviges. „Friedewald, der edle Ritter“ ist das erste Buch der erfolgreichen Science-Fiction-Autorin.

Foto: Alexandra Roth

Neviges.   „Friedewald, der edle Ritter“ heißt das erste Kinderbuch der Nevigeser Autorin Jacqueline Montemurri. Gut Bescheid weiß sie über Außerirdische.

Ihre früheren Bücher waren vom anderen Stern, davon kann bei „Friedewald, der edle Ritter“ keine Rede sein. Jacqueline Montemurri, erfolgreiche Science-Fiction-Autorin, lässt kleine Bücherfans in ihrem ersten Kinderbuch tief in das spannende Mittelalter eintauchen. „Aber ganz unblutig. In meinen Ritterkämpfen rollen keine Köpfe“, sagt die zweifache Mutter lachend. Stattdessen sucht Ritter Friedewald, dem es in seiner unbequemen Blechbuxe verdammt kalt ist, ein Burgfräulein. Nicht nur zum Zeitvertreib, es soll ihm auch eine warme Unterhose für die Rüstung stricken.

Ritter Friedewald geht mit Emil auf Brautschau

Zusammen mit Esel Emil macht er sich auf den Weg und erlebt unterwegs viele kleine Abenteuer, prima für Eltern zum Vorlesen oder zum Schmökern für Leseanfänger. „Es soll vor allem kurzweilig und unterhaltsam sein, ich will nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren“, sagt die 49-Jährige. Ganz ins Blaue hinein schrieb sie dennoch nicht, „es soll ja schon stimmen, also hab ich mich ein wenig mit dem Mittelalter befasst.“

Eine Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik

So gesehen war für ihr erstes Kinderbuch ein wenig mehr eigene Vorarbeit nötig als für ihre spannenden Zukunfts-Thriller: Denn da schüttelt die Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik die grundlegenden Dinge nur so aus dem Ärmel, lautete der Titel ihrer Diplomarbeit an der technischen Hochschule Aachen doch „Zukünftige Raumtransport-Systeme“. „Bei meinen Zukunfts-Thrillern, da ist die Wissenschaft für mich die Basis, ich spinne den Faden dann nur weiter. Überlege mir, wie das in Zukunft vielleicht aussehen könnte.“ Manchmal geht es dabei auch um Herz und Schmerz.

Seit 2002 lebt die Autorin mit Familie in Neviges

Autorin des Magazins „Spektrum der Wissenschaft“, leidenschaftliche Geschichtenschreiberin: Jacqueline Montemurri, geboren 1969 in Sachsen, „in der Nähe von Karl Mays Geburtsstadt Hohenstein-Ernstthal“, wie sie lächelnd betont, lässt sich in keine Schublade packen. Sie liebt beide Welten, besonders aber ihre Familie: Seit 2002 lebt sie mit Ehemann Richard und den Söhnen Niklas (17) und Tristan (12) in Neviges.

Den Jungs ist auch Ritter Friedewalds Existenz zu verdanken. „Die Idee kam mir damals beim Vorlesen, Jungs mögen ja Ritter.“ Als die Kinder in die Regenbogenschule gingen, verwaltete sie die Bücherei. „Da hatte ich ja auch immer mit Geschichten für Kinder zu tun.“

Die Idee für das Buch kam beim Vorlesen

Ob Ritter Friedewald auf seinem Ausflug mit Esel Emil sein Burgfräulein findet, wird hier nicht verraten. Aber schon jetzt hat Jacqueline Montemurri neue Pläne. „Ich könnte mir auch ein Jugendbuch vorstellen.“ Im Frühjahr kommt erst einmal Band 7 der Reihe „Karl Mays magischer Orient“ auf den Markt, den die 49-Jährige mit der Geschichte „Der Herrscher der Technik“ füllt. „Ein Cross-Over zwischen Karl May und Jules Verne. Kara Ben Nemsi trifft Kapitän Nemo.“

„Ich würde gern in Velbert Lesungen machen“

So phantastisch ihre Bücher sind, so handfest ist ihr Beruf: Jacqueline Montemurri ist Assistentin der Geschäftsleitung der Flüchtlingshilfe Velbert und Projekt Deutschlernen e.V., gibt Flüchtlingen auch ehrenamtlich Unterricht. Als Autorin wünscht sie sich eine Kooperation mit den Stadtbüchereien: „Ich würde da sehr gerne Lesungen machen.“

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