Landwirtschaft

Peter Beyer absolvierte Praktikum auf dem Hamershof

So funktioniert das also: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer im Gespräch mit Betriebsleiterin Michaela Grünendahl.

So funktioniert das also: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer im Gespräch mit Betriebsleiterin Michaela Grünendahl.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Der Abgeordnete Peter Beyer absolvierte auf dem Langenberger Hamershof ein Mini-Praktikum. Beyer besucht regelmäßig Landwirte in seinem Wahlkreis.

Während seiner parlamentarischen Sommerpause nutzte Peter Beyer, MdB für die CDU, die Gelegenheit, sich den Hamershof anzuschauen und sich mit Betriebsleiterin Michaela Grünendahl sowie deren Tochter Nadine, die gerade erst ihre Ausbildung zur Landwirtin beendet hat, auszutauschen.

Auf dem Hamershof leben 1600 Hühner, zwischen zehn und 14 Ammenkühe sowie einige Pensionspferde. Familie Grünendahl, zu der auch Frank Grünendahl zählt, betreibt außerdem einen Hofladen und baut verschiedene Getreide an.

Dieses Jahr sollte es ein Geflügelbetrieb sein

Nachdem Beyer in den letzten Jahren verschiedene Landwirtschafts- und Nutztierbetriebe besuchte, sollte es nun unbedingt ein Geflügelbetrieb sein. „Geflügel war in der Tat ein Wunsch“, so Beyer, der seit zehn Jahren einen engen Kontakt zur Kreisbauernschaft pflegt, die ihn an den Hamershof verwiesen hatte.

Michaela Grünendahls Tag beginnt morgens um 7 Uhr. Als Beyer eintrifft, hatte sie „die erste Runde Hühner schon hinter“ sich. Unterwegs zum Stall erzählt sie ihm über das Verhalten der Hühner, die zum Schlafen nach oben auf die Stangen gehen: „Sie würden sich am Boden erdrücken.“

Zum Schutz der Tiere trägt Beyer einen Overall

Beyer muss zum Schutz der Hühner einen Anzug überziehen und witzelt: „Ich bin der Hahn.“ Dann hört er nicht mehr auf zu fragen und erfährt, dass Hühner rund 30 Gramm Futter pro Tag fressen. Bevor es in den Stall geht, klopft Kuhlendahl an die Tür: „Damit die Hühner wissen, dass ich komme.“ Sie weiß um die Ängste der Tiere, die schnell in Panik geraten.

Im ersten Stall sind die erst 19 Wochen alten Hühner, die insgesamt nur gut ein Jahr leben werden. Die Hühner sind vor einer Woche gekommen und müssen sich noch eingewöhnen. Beyer ist überrascht, wie gut die Tiere aussehen.

Eine neugierige Henne kommt zur Tür, andere meckern, als Peter Beyer nach den noch warmen Eiern greift. Ein Huhn läuft ängstlich über das Gelage, zertritt ein Ei. Eiklar und Dotter werden sofort vom Boden aufgepickt. „Ich habe natürlich gerade direkt in die Hühnerkacke gegriffen,“ bemerkt Beyer nebenbei.

Im Betriebsraum werden die Eier durchleuchtet und vorsortiert

Der Hof baut auch Getreide an, doch bei der geringen Menge Futter, die die Tiere täglich aufnehmen, lohnt der Eigenanbau nicht. Das Futter muss zugekauft werden. Vom Stall geht es hinunter in den Betriebsraum, wo die Eier automatisch durchleuchtet, gestempelt, gewogen und vorsortiert werden.

„Wenn beide Ställe voll sind, gibt es rund 1400 Eier pro Tag“, erzählt die Betriebsleiterin. „Als es so heiß war, waren es auch mal mehr als die Hälfte weniger. Dann geht die Leistung runter.“ Der MdB lässt sich den Eieraufzug erklären, aus dem das kaputte Ei von vorhin tropft.

Landwirte ärgern sich über viel Bürokratie

Während Michaela Grünendahl alles reinigt, sichtet Nadine Grünendahl die durchleuchteten Eier und Beyer räumt sie nach Gewichtsklassen in Eierkartons – „mit der Luftblase nach unten.“ Beyer fragt, ab wann man von Massentierhaltung spreche, doch die Betriebsleiterin gibt die Frage an ihn zurück.

Sie ärgert sich über die Kosten, die allein für die Stempelfarbe entstehen, außerdem für immer weiter steigende Bürokratie drumherum. Beyer hakt nach: „Bei uns passt es: die Betriebsgröße mit der Hühnermenge“, weshalb sie unter anderem die Änderungen in der Düngemittelverordnung entspannt sehen kann.

Eine Woche Urlaub im Jahr ist drin

Von oben kommen weitere Eier, wieder ein kaputtes. Arbeit haben sie jeden Tag. Schwester Sabine Kuhlendahl fährt die Eier aus, beliefert Privathaushalte. Eine Woche Urlaub im Jahr seien möglich, weil Oma und Opa Kuhlendahl helfen.

Peter Beyer hat einen guten Einblick in den Betriebsablauf bekommen. Sein Fazit: „Es verschafft mir einen deutlich besseren Bezug. Meine Wertschätzung wächst.“ Er würde lügen, wenn er behauptete, er würde sofort sein Handeln umstellen. Das Reden und der Anspruch der Verbraucher gingen auseinander.

Beyer muss im Anschluss an seinen Besuch überlegen, ob und wie er unterstützen kann: „Bei der Milchwirtschaft waren Glyphosat und die Flächen ein Thema.“ Dann etikettiert Beyer die Kartons. Als er in Fahrt kommt bremst Nadine und erinnert ihn: „Vorsicht, da sind Eier drunter.“

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