Kultur

Quickies im ausverkauften Bürgerhaus in Velbert-Langenberg

Die beiden Komödianten Heiko Seidel (links) und Martin Maier-Bode stellen im Kom(m)ödchen-Programm eine Pressekonferenz der Polizei dar.

Die beiden Komödianten Heiko Seidel (links) und Martin Maier-Bode stellen im Kom(m)ödchen-Programm eine Pressekonferenz der Polizei dar.

Foto: Ulrich Bangert / FUNKE Foto Services

Langenberg.  Im Bürgerhaus in Velbert-Langenberg war das Ensemble des Kom(m)ödchens aus Düsseldorf zu Gast. Die „Quickies“ begeisterten die Besucher.

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Bereits im Vorfeld war der Große Saal des Bürgerhauses ausverkauft: Mit „Quickies“ brachten Maike Kühl, Daniel Graf, Martin Maier-Bode und Heiko Seidel – das Ensemble des Düsseldorfer Kom(m)ödchens – kurz und knackig die „schnellen Nummern zur Lage der Nation“ auf die Bühne und begeisterten ihr Publikum.

„Deutschland ist ein Land voller Perfektionisten“

„Deutschland ist das einzige Land, in dem Unterhosen gebügelt werden“, weiß Maike Kühl und Heiko Seidel beendet ihren Satz: „Daher kommt der Begriff ,Stechschritt’.“ – „Dieses erstaunliche Volk hat in seiner unendlichen Weisheit eine ganz erstaunliche Regierung gewählt“, führt Martin Maier-Bode weiter aus und wird von Daniel Graf ergänzt: „Unsere Regierung hat zum Beispiel erkannt, dass Flugverkehr schädlich für die Umwelt ist.“

Deutschland sei ein Land voller Perfektionisten: Das Land hatte mit der Kaiser-Wilhelm-Monarchie die perfektestes Vorzeigemonarchie, mit dem Nationalsozialismus den perfektesten Faschismus und mit der DDR den perfektesten Staatssozialismus.

Klimawandel und Fußball, Kirche und Polizei

Zwei Stunden lang ging es vom Klimawandel über Fußball, weder die Kirche noch Polizeibeamte wurden ausgelassen. Dort, wo das Publikum nun saß, hätten früher noch die Neandertaler gesessen. Die seien dann aber nach Bayern gezogen, manche auch nach Düsseldorf.

Die vier Düsseldorfer inszenierten das politische Tourette-Syndrom, simulierten eine Runde bei Maischberger und zeigten eindrucksvoll, wie ein deutscher Polizeihund auf Wörter von Demonstranten abgerichtet wird. Nicht wenige fragten sich, wie der Hund unterm Tisch gekonnt mit einer Leine simuliert wurde und auf Vokabular Rechtsgerichteter gar nicht, auf das von politisch links Gerichteten heftigst reagierte.

Langenberger freuen sich jedes Jahr auf das Kom(m)ödchen

„Am Beeindruckendsten war die Szene mit dem Polizisten.“ Diese habe sie auch am meisten betroffen gemacht, reflektierte Christa Messelken: „Wir mögen politisches und sozialkritisches Kabarett. Es gibt Impulse zum Nachdenken.“ Das „Düsseldorfer Kom(m)ödchen ist für Delf Silla ein Muss: „Ein Langenberger Highlight für mich seit Kindertagen!“ So auch für den Vorsitzenden des Velberter Kulturausschusses, Hermann-Josef Schmitz: „Spritzig wie immer.“

Schnelle Wortwechsel und inszenierte Sketche wechselten sich ab. So wolle Queen Elisabeth aufgrund der nicht enden wollenden Brexit-Situation nun nach Langenberg ziehen. Zur Melodie von „I will survive“ besang die bärtige Queen (Heiko Seidel) ihr Leben: „Ich hab Talente und ‘nen festen Job als Königin, hatte ‘nen Köter und ein Mikro ohne Ton, einen langweiligen Sohn. Doch ich will weg, ich halts nicht aus, will aus dem Brexit-Thema so schnell wie möglich raus.“ Mit der Lichtanlage wurden dazu Diskokugeleffekte in den Großen Saal gezaubert.

Schneller Ritt durch aktuelle politische Themen

Die AfD habe ihr bestes Ergebnis seit 1938 erreicht, dies sei der veganen Politik zu verdanken: „Ohne Eier“, löste Seidel auf. Weiter ging es über die Integration zurückkommender Islam-Konvertiten über DSDSSD, Deutschland sucht den super Sozialdemokraten, über Subventionen an die Automobilindustrie und zur hochwertigen handgeschuppten Gemächttasche aus Merinowolle, die die Nationalelf zur WM in Katar tragen werde.

Dirk Adam war begeistert: „Aktuelle politische Themen sind knackig auf den Punkt gebracht. Wir haben auf jeden Fall Spaß!“ Spaß hatte auch Manfred Gerstendorf, dem vor allem die Queen gefiel: „Das Stück war super!“ So steigerte sich das Quartett von Stück zu Stück, was der Langenbergerin Heidi Döring nicht verborgen blieb: „Es macht Spaß zuzuschauen. Ich habe das Gefühl, sie werden mit jeder Nummer besser.“

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