Bildung

Velbert: Talentscout hat begabte junge Sängerin entdeckt

Talent Lena Viktoria Schubert aus Velbert singt bei der Landestagung „Zukunftsschulen NRW“ im Congress Center der Messe Essen.

Talent Lena Viktoria Schubert aus Velbert singt bei der Landestagung „Zukunftsschulen NRW“ im Congress Center der Messe Essen.

Foto: Svenja Löhe

Velbert.  Lena Schubert ist Schülerin in Velbert und möchte ihr Hobby zu Beruf machen. Talentscout Svenja Löhe unterstützt die 16-Jährige auf diesen Weg

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Schülerin Lena Schubert will ihr größtes Hobby zum Beruf machen: Singen und eigene Lieder schreiben. Aber wie gelingt der Sprung zur professionellen Singer-Songwriterin, ohne dass dabei die Leichtigkeit verloren geht? Talentscout Svenja Löhe von der Hochschule Bochum begleitet die 16-Jährige auf ihrem Weg.

Die Velberterin möchte mit dem Singen Geld verdienen

Die Oberstufenschülerin probt ein ganzes Jahr lang, wie es sich anfühlt, alles auf die Karte „Singen als Beruf“ zu setzen. Schon als Kindergartenkind macht die heute 16-Jährige LKW-Laderampen zur Bühne, singt für die ganze Nachbarschaft Konzerte, später gründet sie eine eigene Schulband, nimmt Klavier- und Gesangsunterricht. „Ich brenne für die Musik. Sie ist mein Ventil, mein Tagebuch, einfach mein allergrößtes Hobby“, sagt die Schülerin des Nikolaus-Ehlen Gymnasiums. Mit ihrem „allergrößten Hobby“ einmal Geld zu verdienen und es zum Beruf zu machen - das ist Lenas größter Wunsch.

Auf der Suche nach dem Zukunftsweg

Und da kommt Svenja Löhe ins Spiel. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Talentscout an der Hochschule Bochum und begleitet in dieser Funktion junge Talente auf ihrer Suche nach dem richtigen Zukunftsweg. 70 Scouts von Löhes Sorte gibt es in ganz NRW. In enger Kooperation mit Schulen erarbeiten die Scouts mit den jungen Talenten mögliche Zukunftsvisionen und führen sie an die Hochschullandschaft heran.

„Talent kann vielfältig sein. Ich helfe Schülern dabei, ihr Potenzial auszuschöpfen und berate sie ergebnisoffen“, erklärt die 29-Jährige Löhe, die das Gesangstalent bei einer Beratungsstunde am Gymnasium in Velbert kennengelernt hat. Dort unterhält die Hochschule Bochum seit zehn Jahren einen Außenstandort.

Den Zeh ins Wasser des Musikgeschäftes halten

„Lena soll nun von einer sicheren Position aus einen Zeh ins Wasser des Musikgeschäftes halten können und für sich selbst herausfinden, ob sie sich dabei wohlfühlt“, beschreibt Löhe. Heißt konkret: Raus auf die Bühne - Auftritte, Selbstvermarktung, Kontakteknüpfen. „Ein Jahr lang wollen wir einfach mal gucken, was alles möglich ist und dann Bilanz ziehen“, erklärt Löhe. Möglich war bislang schon einiges: Löhe organisierte einen Auftritt bei „Next Generation Talents“ - einem Kongress, auf dem sich Talente mit Gästen aus Politik, Hochschule und Behörden über Zukunftsthemen austauschten. Lena schrieb einen eigenen Song, sang vor hunderten Zuschauern, und: Überzeugte. Direkt nach dem Auftritt folgten die ersten Anfragen aus dem Publikum, die nächsten Auftritte bei Messen und Preisverleihungen waren gesichert.

Weitere Hürden sind zu nehmen

Aber weitere Hürden sind zu nehmen: „Um mit Musik erfolgreich zu sein, reicht es nicht, gut singen zu können“, sagt Lena. Sie kramt in ihrer Tasche, befördert ihr Handy hervor und scrollt, bis sie das Zitat der Musikgruppe „The Knocks“ gefunden hat: „Um 2019 ein erfolgreicher Künstler zu sein, musst du ein Grafikdesigner, Blogger, Vlogger, Video Editor, Podcaster, Designer, Kreativchef, Schauspieler, Marketingspezialist, Social-Media-Analyst sein - und vielleicht ein Musiker“, liest sie vor. „Noch bin ich all das nicht“, sagt sie mit realistischem Blick.

Seite an Seite den Weg gestartet

Deshalb hat Löhe Lena vor fast einem Jahr dort abgeholt, wo sie damals stand. Seite an Seite haben Scout und Talent ihren Weg gestartet - hin zu mehr Struktur, mentaler Unterstützung und weniger jugendlicher Unsicherheit. „Wir sind häufig per Messenger oder telefonisch in Kontakt und treffen uns monatlich. Gerade basteln wir an einer eigenen Homepage für Lena“, berichtet Löhe, die rund 300 Nachwuchstalente zu ihrem Portfolio zählt.

Ein Song wird im Studio aufgenommen

Neben dem Druck von Visitenkarten und weiteren Auftritten steht noch ein nächster großer Schritt an: „Wir nehmen meinen Song in einem Studio auf“, berichtet Lena stolz. „Die Songs werde ich dann im Internet teilen und vielleicht noch mehr Menschen begeistern“, gibt sich die Schülerin bescheiden. Auf ihrem Instagramaccount „lenaavikaa“ schreiben ihre Follower schon heute von „heftigem Talent“, „großartiger Stimme“. Einen Plan B, falls es mit der Sängerkarriere nicht klappt? „Brauch ich jetzt noch nicht“, sagt Lena. Wo sie in fünf Jahren steht, weiß die Gymnasiastin nicht. Nur eins ist sicher: Singen wird sie weiterhin. __________________________________________________

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben