Mitmenschen

Velbert: Wie ein Hundeführer zum Pannenhelfer wird

Der Langenbergerin möchte sich bei den hilfsbereiten Mitmenschen bedanken.

Der Langenbergerin möchte sich bei den hilfsbereiten Mitmenschen bedanken.

Foto: Nadine Gewehr / WAZ FotoPool

Langenberg.  Die Langenbergerin Ingrid Großmann hatte einen Platten auf der Landstraße. Sie möchte sich bei hilfsbereiten Mitmenschen bedanken.

„Gut in Velbert zu leben.“ - Damit meldete sich die Langenbergerin Ingrid Großmann bei der WAZ. Am Samstag war sie mit ihrem roten Corsa unterwegs: „Die Sonne scheint. Um mir Gutes zu tun, fahre ich durch den Wald, an der Bleibergquelle vorbei.“ Auf Höhe der Schule fuhr sie langsamer und dann: „Plötzlich kracht es, ein unangenehmer harter Knall!“ Großmann lenkte das Fahrzeug an den Straßenrand, stieg aus und betrachte ihr „plattes rechtes Vorderrad. Platten!“

Dann kam ihre Erinnerung hoch: Vor vierzig Jahren hatte die heute 80-Jährige zum letzten Mal einen Platten. „Als wir nach Langenberg zogen. Damals war ich 40 Jahre und ich hatte mich mutig daran gemacht, aber ich hatte nicht mal die erste Radmutter abgedreht bekommen.“ Damals half ihr ein freundlicher Mann. „Und jetzt, heute hier im Wald, samstags?“ Natürlich habe sie an den ADAC gedacht, doch sie hatte ihre Mitgliederkarte nicht dabei und somit keine Telefonnummer.

Eine junge Frau hält an

Als nächstes fiel ihr ein, ihren Mann anzurufen. Doch hätte dieser mit seinem defekten Knie dem Reifen wenig nahe kommen können. „Vor mir hält ein Wagen, eine junge Frau kommt auf mich zu und fragt, ob sie mir helfen könne“, Ingrid Großmann erinnert sich an jede Einzelheit. Nach kurzer, nachdenklicher Betrachtung des hellen Mantels der netten Autofahrerin entschloss sie sich dagegen, die Hilfe anzunehmen. Auch das weitere Angebot, ob sie nicht bei ihr warten solle, bis Hilfe kommt, lehnte Großmann ab: „Ihr freundliches Gesicht nimmt mir viel von meiner Bedrängnis, aber ich gebe vor, Hilfe zu erwarten.“

Auch der Hund hätte gern geholfen

Als die junge Frau weitergefahren war, schaute Großmann hilflos auf ihr Handy: „Anrufen muss ich, aber wen?“ Doch es bahnte sich Hilfe an: Den Weg herab kam ein Mann mit Hund, „einem großen sanften Hund.“ Der Hundebesitzer sprach sie freundlich an: „Da werde ich wohl den Reifen wechseln müssen.“ - Er reichte ihr die Hundeleine: „Wenn Sie mal auf den Hund aufpassen, der ist friedlich.“ Der Hund war sehr freundlich. Auch der Hund hätte wohl gern geholfen, einen fahrbereiten Reifen zu bekommen, vermutete Ingrid Großmann.

„Aber sein Herr schaffte das allein“, berichtet die Langenbergerin. „Mein Auto steht wieder auf vier Rädern und mir ist, als müsste ich jetzt einen Geschenkkorb überreichen, einen Blumenstrauß,“ freute sie sich. Aber: „Nein, mein Helfer will nichts. Ich gebe ihm die Hand und wünsche ihm in Gedanken alles alles Gute.“ Seine Hand war schwarz und es fing an heftig zu regnen. Herr und Hund gingen, Ingrid Großmann stieg in ihr Auto und fuhr nach Hause. Und bedankt sich sich indirekt noch einmal, in dem sie ihre Geschichte erzählt.

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