Schlangenfest

Velberter Schlangenfest zeigt seine nachhaltigen Seite

Rappelvoll war die Velbert Innenstadt wieder beim Schlangenfest. Besonders vor der Sparkassnebühne wurde es eng.

Rappelvoll war die Velbert Innenstadt wieder beim Schlangenfest. Besonders vor der Sparkassnebühne wurde es eng.

Foto: Alexandra Roth

Velbert.  Groß und Klein strömten in die Innenstadt. Zahlreiche Aktionen lockten die Kinder. Ihre Eltern freuten sich über den verkaufsoffenen Sonntag.

Fabio stürzt sich mit einem lauten Schrei auf seine Gegnerin. Er ist ein richtiges Nachwuchstalent im Taekwondo und trägt schon einen roten Gürtel. Mit großen Augen schaut die 6-jährige Kim den Kämpfern auf der Sparkassenbühne zu. „Ich will da auch mitmachen“, ruft sie begeistert und versucht auf die Bühne zu rennen. „Na wenn du meinst“, lacht Oma Else, „Aber ich denke, ein paar Grundlagen könnten nicht schaden.“ Dafür sind die beiden heute genau am richtigen Ort, denn beim 17. Velberter Schlangenfest gibt es eine ganze Menge zu erleben.

Bei sommerlichstem Wetter lauscht Schlange Bunti den rhythmischen Klängen von Station T auf der Sparkassenbühne und sieht wohlwollend auf das wilde Treiben hinab. Kinder rennen kreuz und quer herum, Stände reihen sich aneinander und überall lässt sich das Motto „Kinderolympiade“ wiederfinden.

Velbert wird zur Fairtrade-Stadt erklärt

Einiges hat sich seit der „Geburt“ der Schlange getan, doch in diesem Jahr gibt es einen ganz besonderen Erfolg zu verzeichnen. Nach vielen Jahren harter Arbeit wird Velbert endlich zur Fairtrade-Stadt erklärt. „Die Idee dazu kam uns 2015 bei einem Kolpingtreffen in Bonn“, erzählt Michael Wolframm, 1. Vorsitzender der Steuerungsgruppe, „Danach galt es, alle Menschen an einen Tisch zu holen und einen Ratsbeschluss zu bekommen.“ Damit Velbert zur „Fairtrade-Town“ werden konnte, musste aber noch ein langer Weg beschritten werden. „17 Geschäfte, 9 gastronomische Betriebe, einige Vereine und eine Schule“, zählt er an den Fingern ab. Die mussten die Gruppe alle mit ins Boot holen, damit das Projekt gelingen konnte. Mit Überredungskünsten und viel Geduld, konnte der Antrag endlich geprüft werden.

Jungen und Mädchen dürfen etwas Verbotenes tun

Auch das Schlangenfest zeigt sich heute von einer nachhaltigen Seite. An vielen Ständen gibt es Bastelaktionen zum Re- und Upcycling. Auch die Stadtbücherei bietet ein buntes Programm an. Wer von den Wurfspielen und der gemütlichen Leseecke genug hat, darf heute einmal etwas Verbotenes tun. Unter fachkundiger Anleitung dürfen sich die kleinen Gäste mit der Schere auf alte Buchseiten stürzen und zerschneiden.

Die kleine Kim hat sich nun schon einen Traumfänger gebastelt, hat sich auf der Hüpfburg ausgetobt und musste mit ihrer Oma an den verschiedensten Ständen stehenbleiben. Jetzt hat sie es aber endlich zur VSG geschafft. Dort greift sie dann doch lieber nach den Boxhandschuhen. „Natürlich läuft es nicht ganz so ab wie beim normalen Training“, erzählt Abteilungsleiter Christian Geelen, aber trotzdem sei so ein Stadtfest ein guter Weg einmal in den Sport hineinzuschnuppern.

Status wird alle zwei Jahre überprüft

Auf der Sparkassenbühne wird derweil das offizielle Zertifikat überreicht. „Die Arbeit ist natürlich noch lange nicht getan“, verkündet Wolframm. Jetzt gilt es den Status „Fairtrade-Stadt“ auch zu behalten, denn in zwei Jahren wird das Anrecht auf den Titel erneut geprüft. „Es gibt also noch einiges an Öffentlichkeitsarbeit zu leisten“, so Wolframm.

Es geht um die Zukunft

Bürgermeister Dirk Lukrafka gelingt es die Themen des Festes „Fairtrade“ und „Kinderolympiade“ gekonnt zu verbinden: „Fairtrade steht auch für Nachhaltigkeit – und somit geht es bei einer Fairtade-Stadt auch um die Zukunft unserer Kleinsten.“

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