Rettungshund

Velberterin rettet mit ihrem Hund vermisste Personen

Zum Glück ist die Situation hier nur gestellt. Kukki trainiert sein richtiges Verhalten im Ernstfall. Wenn er die gesuchte Person gefunden hat, solange bellen, bis sein Frauchen kommt.

Zum Glück ist die Situation hier nur gestellt. Kukki trainiert sein richtiges Verhalten im Ernstfall. Wenn er die gesuchte Person gefunden hat, solange bellen, bis sein Frauchen kommt.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Velberterin und ihr Hund sind Mitglieder der Rettungshundestaffel Wesel. Das wäre mit Kukki vor ein paar Jahren noch gar nicht möglich gewesen.

Neugierig sitzt Kukki vor seinem Frauchen und wartet auf ein Kommando. Nicole Trapp streut gerade Babypuder in die Luft und beobachtet, in welche Richtung das Puder fliegt. Sie zeigt mit dem Finger in eine Richtung und dann kann es losgehen. „Such“, sagt sie zu Kukki und der Mischlingshund rennt los.

Es dauert nicht lange, bis Kukki die Frau findet, die regungslos im Rasen liegt. Er setzt sich neben die Frau und bellt. Er hört nicht auf, bis Nicole Trapp ihn erreicht hat. „Genauso muss es sein“, sagt Nicole Trapp und tätschelt ihrem Hund den Kopf. Kukki ist ein Rettungshund und die Velberterin Nicole Trapp Suchtrupphelferin bei der Rettungshundestaffel Wesel.

Regelmäßiges Training in Praxis und Theorie

Die heutige Suche ist zum Glück nur ein Training. Die Frau, die auf dem Rasen liegt, hat nur so getan, als könne sie sich nicht bewegen und heißt Karin Fischer. Die Mutter von Nicole Trapp hat schon häufig das „Opfer“ gespielt und ihre Tochter somit beim Training für die Rettungsstaffel unterstützt. „Und auf diese Helfer sind wir angewiesen“, weiß Jörg Küper, zweiter Vorsitzender der Rettungshundestaffel Wesel.

Denn alle Mitglieder der Staffel sind Ehrenamtliche. „Wir stecken bestimmt 600 Stunden Arbeit im Jahr in die Hundestaffel“, meint Jörg Küper. Auf dem Trainingsgelände trainieren sie mit dem Hunden, sich in Trümmern zu bewegen und selbstständig zu arbeiten. Auch die Theorie gehört für Suchtrupphelfer dazu: Einsatztaktik, Hundewissen, erste Hilfe. „Wir sind ja die Ersten am Einsatzort, wenn wir jemanden finden“, erklärt Küper.

Vom Terror-Hund zum Rettungshund

Nicole Trapp hat vor rund einem Jahr die Prüfung als Suchtrupphelferin abgelegt. Und seit kurzem ist auch Kukki offiziell ein Rettungshund, nachdem er die Hauptprüfung in der Fläche bestanden hat. Und darauf ist seine Besitzerin besonders stolz. „Kukki war ein Terrorhund“, sagt sie und erinnert sich daran, dass sie Kukki aus einem Tierheim geholt habe. Der Hund sei an Menschen überhaupt nicht gewöhnt gewesen: „Er war leinenaggressiv und musste erstmal wieder gesellschaftsfähig gemacht werden.“

Wieder hebt Nicole Trapp das Babypuder in die Höhe. Was hat es damit eigentlich auf sich? „Das Puder zeigt die Richtung des Windes. Der Wind trägt den Geruch ja in eine bestimmte Richtung und die muss ich Kukki zeigen“, erklärt die Hundehalterin. Sie hat lange Zeit mit ihrem Hund gearbeitet, bis er für die Prüfung als Rettungshund bereit war. Sie freut sich: „Ich kann meine Liebe für die Arbeit mit Hunden mit einer unfassbar sinnvollen Aufgabe kombinieren, nämlich Leben zu retten.“

Nervosität beim ersten Einsatz

Schon vor dem Training ist Kukki aufgeregt. Er beginnt laut zu bellen, als Nicole Trapp den Kofferraum öffnet und sein Geschirr herausholt. „Der freut sich“, erklärt sein Frauchen, als sie dem Hund ein orangenes Leibchen mit einem roten Glöckchen und Lampen dran anlegt. „Kukki hat auch einfach einen Riesenspaß bei der Arbeit.“ Und das sieht man: In einer Pause wälzt sich der Mischlingshund auf der Wiese. Das macht besonders Spaß, weil dort normalerweise Schafe unterwegs sind. Als Kukki wieder aufsteht und auf sein Frauchen zugeht, muss Nicole Trapp lachen: „Oh Stinker, wir müssen aber gleich mal baden gehen, oder?“

Im letzten Jahr sei die Hunderettungsstaffel Wesel zu 10 Einsätzen gerufen worden. Auch Nicole Trapp hatte bereits ihren ersten Einsatz als Suchtrupphelferin. „Da war ich schon nervös, als das Handy abends ging“, gibt sie zu. Doch während des Einsatzes sei sie dann unheimlich ruhig und konzentriert gewesen, erinnert sie sich. Und sie ist sich sicher, dass auch Kukki seinen ersten Einsatz super meistern wird, sobald einer ansteht: „Ich vertraue ihm zu hundert Prozent.“

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