Gericht

Velberterin tappte in Liebesfalle und stahl 250.000 Euro

Vor dem Wuppertaler Landgericht muss sich nun ein 43-Jähriger verantworten. Er soll eine Velberterin zur Veruntreuung von Firmengeldern angestiftet haben.

Vor dem Wuppertaler Landgericht muss sich nun ein 43-Jähriger verantworten. Er soll eine Velberterin zur Veruntreuung von Firmengeldern angestiftet haben.

Foto: Kurt Michelis

Wuppertal.  Ein angeblicher Liebhaber hat Velberterin angestiftet, ihm Geld vom Konto des Arbeitgebers zu überweisen. Mann ist verheiratet und hat Kinder.

Ein 43 Jahre alter Angeklagter soll sich als angeblicher Liebhaber in das Leben einer Velberter Angestellten (37) geschlichen haben, damit sie 250.000 Euro vom Konto ihres Arbeitgebers an ihn überweist. Dabei habe er ihr verschwiegen, dass er seit Jahren verheiratet war und drei Kinder hatte. Das Geld soll der Mann für zweifelhafte Geschäfte im Autoexport verwendet haben.

Der Angeklagte wehrt sich gegen zwei Jahre und acht Monate Gefängnis ohne Bewährung, die das Amtsgericht nicht rechtskräftig verhängt hat. Die Staatsanwaltschaft greift dasselbe Urteil an: Es sei viel zu milde. Seit Mittwoch (22. Mai 2019) verhandelt das Landgericht Wuppertal die Berufung.

Die Velberterin zahlt den Schaden in Raten zurück

Geld soll bei dem umgeschulten Facharbeiter nicht zu holen sein. Im Prozess schweigt er. Die 37-jährige Velberterin löste laut Staatsanwaltschaft mehr als 100.000 Euro Ersparnisse auf, um den Schaden wieder gut zu machen. Den Rest zahle sie in Raten ab. Ihr eigenes Urteil über anderthalb Jahre Bewährungsstrafe für schweren Betrug und Untreue hat die Großhandels-Kauffrau angenommen.

Frau hatte den Angeklagten im Internet kennengelernt

Im Zeugenstand sagte die Frau aus, sie habe den Angeklagten 2013 über das Internet kennengelernt: „Ich wollte einen Mann, ein Zuhause und Kinder.“ Im Gericht erklärte die Frau: „Es ist schrecklich. Es ist mein Schicksal, dass es so passiert ist, aber ich will das endlich hinter mir haben. Alles ist kaputt gegangen.“

In nüchternem Ton aber sichtlich unter Anspannung berichtete sie: Sie habe mit dem Angeklagten über die Firma und ihre Stellung gesprochen. Kurz nach dem Kennenlernen habe er erstmals um Geld für eine Autoreparatur gebeten.„Ich glaube, wenn er mich angesehen hat, hat er nur Dollarzeichen gesehen“, kommentierte die 37-Jährige. Er habe Geld für ein angeblich günstiges Auto-Geschäft gefordert und angekündigt, zurückzuzahlen.

Elf Überweisungen in fünf Monaten ausgeführt

Sie habe alles ausgetüftelt: „Bei der Kontrolle ist es nicht aufgefallen.“ Elf Überweisungen soll die Frau zwischen September 2014 und Januar 2015 ausgeführt haben. Die Daten wechselnder Empfängerkonten habe der Mann ihr teils per Internet-Nachricht geschickt. Der Frau zufolge gab eine Kollegin erste Hinweise, dass der 43-Jährige sie hinterging. „Ich habe ihn zur Rede gestellt und er hat gesagt, dass er sich scheiden lässt.“ Für den Rechtsstreit habe er weiteres Geld verlangt.

Schließlich sollen Behörden bei Finanzermittlungen auf die Machenschaften aufmerksam geworden sein. Die Frau berichtete: „Als das Landeskriminalamt auf der Matte stand habe ich noch versucht, Geld zurück zu holen. Aber es war zu spät.“ Der 43-Jährige habe den Kontakt abgebrochen. Sie habe schließlich alles zugegeben. Das Gericht will Freitag (24. Mai 2019) weiter verhandeln.

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