Europäische Subventionen

Subventionen: Wie die Velberter von der EU profitieren

Auch das Schülerlabor auf dem Campus Velbert/Heiligenhaus wurde auch mit EU-Mitteln errichtet.

Auch das Schülerlabor auf dem Campus Velbert/Heiligenhaus wurde auch mit EU-Mitteln errichtet.

Foto: H.W.RIECK

Velbert.   Velbert erhält viel Geld aus europäischen Fonds. Doch nicht nur städtische Projekte werden von der EU subventioniert, sondern vor allem private.

Europa und die EU haben bei vielen Bürgern nicht den besten Ruf. Bürokratie, Regelungen, deren Sinn sich auch auf den zweiten Blick kaum erschließt, und teurere Transferzahlungen von Berlin nach Brüssel, fallen vielen beim Begriff „Europäische Union“. Allerdings profitieren auch die Velberter von der Europäischen Union, denn aus Brüssel fließt auch jede Menge Geld ins Niederbergische.

Fünf große EU-Fonds gibt es, aus denen europäische Gelder an die Mitgliedsstaaten verteilt werden. Für die Stadt Velbert sind besonders der „Europäische Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) sowie der „Europäische Sozialfonds“ (ESF) von Bedeutung.

Über zwei Millionen Euro für Velberter Firmen

Besonders der ESF ist für Velberter Firmen, Organisationen und Institutionen wichtig. Mehr als zwei Millionen Euro (genauer gesagt: 2 268 784,39 Euro) werden aus diesem Fonds zwischen 2014 und 2020 in die Kassen privater Institutionen aus Velbert geflossen sein. Und obwohl „EU-Subvention“ recht opulent klingt, können auch Klein- oder Kleinstbetriebe von den europäischen Fördergeldern profitieren. So erhielt in Velbert etwa eine Fußpflegeschule zum Zwecke der Ausbildung 2180 Euro.

„Bepro“ bekommt knapp 250 000 Euro

Den niedrigsten Einzel-Betrag bekam übrigens die Volkshochschule: sie erhielt - neben zahlreichen anderen Förderungen im Gesamtwert von 76.408,30 Euro - zweimal jeweils 295 Euro aus den EU-Töpfen für die „Kompetenzentwicklung von Beschäftigten“. Im Gegensatz zu diesem äußerst geringen Betrag steht die höchste einmalige Zahlung, die eine Velberter Organisation erhielt. Sie ging an „Beratung und Projekte Velbert e.V. das Gebrauchtwarenhaus“. Zur Förderung von Beratungsstellen für Arbeitslose erhielt das im Volksmund „Bepro“ genannte Gebrauchtwarenhaus 248 760 Euro, ausgeschüttet innerhalb von drei Jahren.

EFRE-Geld fließt kaum nach Velbert

Ganz im Gegensatz zum „Europäischen Sozialfonds“ (ESF), aus dem die Stadt und in der Stadt ansässige Unternehmen viel Geld beziehen, gab es aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in den Jahren 2017 und 2018 nur einen einzigen Velberter Begünstigten: Zum Zwecke der „Errichtung des zdi-Schülerlabors“ auf dem neuem Campusgelände Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum schüttete die EU 120.000 Euro aus. Diese Zahlung wird Ende Juni dieses Jahres abgeschlossen sein.

Städtische Kompetenz-Agentur profitiert

Neben den privaten Nutznießern profitieren von den EU-Geldern auch städtische Projekte, obwohl, wie Nora Weichelt von der Stadt betont, die meisten kommunalen Projekte vom Land oder Bund subventioniert würden. Ein Velberter Projekt, in das allerdings europäische Gelder geflossen sind, ist die Kompetenz-Agentur. Sie ist eine Beratungsstelle und gilt als erste Instanz in der beruflichen und sozialen Integration benachteiligter junger Menschen. Die Mitarbeiter dort kümmern sich um Benachteiligte mit Brüchen in der schulischen und beruflichen Laufbahn oder Menschen mit psychischen Auffälligkeiten. Ins Leben gerufen wurde das Projekt als Kooperation zwischen der Stadt Velbert (Koordination), SKFM und AWO (jeweils Beratung). Gefördert wurde das Projekt zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2018 mit ungefähr 310.000 Euro aus dem „Europäischen Sozialfonds“ (ESF).

>>>DIE WEITEREN FONDS

  • Neben den bereits im Text dargelegten Fonds gibt es drei weitere EU-Fonds: den „Kohäsionsfonds“ (KF) für wirtschaftliche Konvergenz weniger entwickelter Regionen, den „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) sowie den „Europäischen Meeres- und Fischereifonds“ (EMFF).
  • EU-Fördermittel können verschiedenste Parteien für alle möglichen Vorhaben beantragen, zum Beispiel Kleinunternehmen, Nichtregierungsorganisationen (NGO) oder junge Menschen.

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