Verbraucherschutz

Wie Verbraucher in Velbert auf fiese Nummern hereinfallen

Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherzentrale in Velbert, stellte den Jahresbericht seiner Einrichtung vor.

Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherzentrale in Velbert, stellte den Jahresbericht seiner Einrichtung vor.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Die Verbraucherzentrale Velbert stellte ihren Jahresbericht 2018 vor. Dabei wurden auch einige haarsträubende Fälle von Betrug geschildert.

Ganz fiese Nummern: Die kennt buchstäblich die Verbraucherzentrale, wenn es darum geht, wie Bürger zum Beispiel am Telefon abgezockt werden. Etwa bei einem Mann, der sorglos eine Rufnummer wegen einer Modelleisenbahn anwählte und sich plötzlich mit hohen, unberechtigten Forderungen konfrontiert sah. Und Andreas Adelberger, Leiter der Velberter Verbraucherzentrale, kann noch über viel mehr solcher Fälle berichten.

Jede Menge dreiste Abzockmethoden

Als da wären: „Untergeschobene Lieferverträge für Strom oder Gas, Drückermethoden in der Fußgängerzone, im Internet, an der Haustür oder am Telefon“, sagte Adelberger am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2018 seiner Einrichtung. Besonders dreist sei eben der Fall des Verbrauchers gewesen, der auf eine Anzeige für einen Modelleisenbahnverkauf reagiert habe: „Er meldete sich telefonisch, ohne seine Mobilnummer unterdrücken zu lassen, erreichte aber niemanden.“ Kurz darauf habe er auf seinem Handy aber einen Anruf erhalten mit der Behauptung, eine Postsendung habe nicht zugestellt werden können und „man wolle nun noch einmal die korrekte Adresse erfragen“.

Verbraucher sollten keine Daten preisgeben

Diese habe der Angerufene auch mitgeteilt – und bekam daraufhin tatsächlich sehr unliebsame Post: nämlich von einem Inkassobüro: „Dieses behauptete, der Mann hätte Telefonsex gehabt und er sollte 90 Euro bezahlen, was dann schnell nach weiteren Mahnungen auf 200 Euro angestiegen ist“, führte Adelberger aus. Absender sei eine Firma in Tschechien gewesen, der Mann habe sogar aus Furcht die Summe berappen wollen.

Doch: „Wir haben der Forderung widersprochen. Wir kennen diese Masche“, so der Verbraucherschützer. Auch die Staatsanwaltschaft Fulda sei dahingehend bereits im Bilde, „sie geht auch strafrechtlich gegen diese Betrüger vor“. Und Adelberger rät nicht nur in diesem Fall: „Verbraucher sollten niemals unbedacht Personendaten wie Adresse oder Telefonnummer preisgeben.“

Auch bei Gewinnspielen ist Vorsicht geboten

Auch bei vermeintlichen Gewinnspielen heiße es Obacht. Etwa, wenn man vermeintlich einen Preis gewonnen hat, aber zur „Vermeidung von Steuern“ ein angeblich kostenloses Zeitschriftenabo abschließen solle. „Das ist Betrug, auf den man ratzfatz am Telefon hereinfallen kann.“ Zudem sollten Verbraucher niemals sensible Daten wie den Stand des Stromzählers herausrücken oder Fremden Dokumente zu Stromverträgen Tür zeigen, denn: „Mit solchen Daten kann schon ein Anbieterwechsel herbeigeführt werden.“ Dieser könne zwar rückgängig gemacht werden, „das ist aber mit Aufwand verbunden.“

Anders sehe es hingegen aus bei Verträgen – etwa für Mobilfunk –, die in Geschäften abgeschlossen worden seien. Adelberger: „Diese können nicht rückgängig gemacht werden.“ Deswegen sollten Kunden nie vorschnell etwas unterzeichnen, sondern immer auf ein Produktinformationsblatt dringen, das das Besprochene mit den Vertragsangeboten aufliste – und sich alles in Ruhe nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Forderungen sollten immer überprüft werden

Vorsicht sei auch geboten, wenn aus Schlamperei unberechtigte Forderungen geltend gemacht würden: „Dabei handelt es sich bisweilen um Namensgleichheit mit anderen Personen – oder Datensätze wurden vermischt“, so Adelberger. Grundsätzlich sollten auch immer gegenstandslosen Zahlungsaufforderungen widersprochen werden, „sonst droht sogar ein Schufa-Eintrag“.

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