Ermittlungen

Missbrauchsserie in Datteln: Mutter wegen Beihilfe im Visier

Der mutmaßliche Haupttäter sitzt seit seiner Festnahme im Februar in Untersuchungshaft. Möglicherweise hat der 54-Jährige nicht allein gehandelt.

Der mutmaßliche Haupttäter sitzt seit seiner Festnahme im Februar in Untersuchungshaft. Möglicherweise hat der 54-Jährige nicht allein gehandelt.

Foto: Armin Weigel/dpa (Symbolfoto)

Datteln.   Mindestens 15 Frauen und Kinder soll ein Dattelner betäubt und missbraucht haben. Jetzt rückt auch die Mutter eines Opfers ins Visier der Justiz.

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Im Fall des mutmaßlichen Missbrauchs von Frauen und Kindern in Datteln ermittelt die Polizei auch gegen die Mutter eines mutmaßlichen Opfers. Der Mutter wird Beihilfe vorgeworfen, wie eine Polizei-Sprecherin am Mittwoch sagte. Nähere Details wollte

sie aus Rücksicht auf den Schutz der mindestens 15 Opfer des 54-Jährigen Hauptverdächtigen nicht machen.

Der alleinlebende Mann soll über Jahre hinweg Frauen und Kinder in seiner Wohnung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln betäubt, sie missbraucht und die Taten gefilmt haben. Im Zuge der Ermittlungen wertet die Polizei 12 Terabyte Datenmaterial aus. Der 54-Jährige sitzt seit seiner Festnahme im Februar in Untersuchungshaft und äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Hinweis auf Kinderpornografie-Besitz schon 2014

Wie ebenfalls bekannt wurde, war das Jugendamt der Stadt Datteln einem Hinweis gegen den Hauptbeschuldigten auf möglichen Besitz von Kinderpornografie offenbar nicht nachgegangen. Die “Dattelner Morgenpost“ hatte zuvor berichtet. Nach Angaben der Polizei soll dieser Hinweis im Rahmen eines familienrechtlichen Verfahrens im Jahr 2014 aufgetaucht sein. „Wir haben aber erst jetzt im Zuge der Ermittlungen Kenntnis davon erlangt“, sagte die Polizei-Sprecherin. Der Hinweis habe damals weder Polizei noch Staatsanwaltschaft erreicht.

Ein Stadtsprecher erklärte auf Anfrage, die vorliegenden Informationen seien nicht hinreichend gewesen, um ein Eingreifen zu rechtfertigen. „Es gibt keine belastbaren und unmittelbaren Hinweise, die aus heutiger Sicht das Handeln des Jugendamts in diesem Fall in Frage gestellt hätten“, teilte er weiter mit. (dpa)

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