Dorfentwicklung

1,1 Millionen Euro für Altenrüthener Treffpunkt kalkuliert

In die Jahre gekommen: Die Gemeindehalle Altenrüthen ist stark sanierungsbedürftig. Gleichzeitig gibt es ein neues Nutzungskonzept.

In die Jahre gekommen: Die Gemeindehalle Altenrüthen ist stark sanierungsbedürftig. Gleichzeitig gibt es ein neues Nutzungskonzept.

Foto: Armin Obalski

Rüthen.   Alles und alle unter einem Dach - das wünschen sich die Altenrüthener. 1,1 Millionen Euro würde der Umbau der Gemeindehalle kosten.

Sollte es zum Umbau der Gemeindehalle in Altenrüthen zu einem Dorfgemeinschaftszentrum kommen, handelt es sich um ein Großprojekt mit dem nur die anstehende Sanierung der Stadthalle in Rüthen vergleichbar ist. Auf einen Kapitalbedarf von 1,1 Millionen Euro kommt die Koordinationsgruppe, die sich im Ort gebildet hat. Als ihre Vertreter stellten Ortsvorsteher Claus Wiegelmann-Marx und Christian Müller das umfangreiche Betreiberkonzept samt Kostenplan dem Haupt- und Finanzausschuss vor.

Ausgangslage

Die Ausgangslage ist schnell beschrieben: Die Gemeindehalle ist marode. 1972 bis 1974 von der Gemeinde Altenrüthen erbaut und 1975 bei der kommunalen Neuordnung durch die Stadt Rüthen übernommen, ist laut Wiegelmann-Marx im hinteren Teil, dem großen Festsaal, „bis auf einen Anstrich nichts passiert – und das sieht man auch“. Nur im Speisesaal gab es 2006 Schallschutzmaßnahmen.

Während der Renovierungsstau u.a. an Dach und Fassade seit Jahren auf Behebung wartet, wuchs mit Beginn des Prozesses für ein Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (Ikek) die Idee, die Halle als Dorfgemeinschaftszentrum zu einem Dach für alle Vereine und viele Aktivitäten in Altenrüthen umzubauen und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. „Das ist eine Möglichkeit, um das Dorf attraktiver zu machen und dem Einwohnerschwund entgegenzuwirken“, betonte der Ortsvorsteher im Ausschuss.


Bisher verstreute Angebote unter einem Dach bündeln

Die Vereine könnten hier ihre Angebote bündeln, die bisher verstreut stattfinden, zudem ein allgemeiner Treffpunkt in Form einer ehrenamtlich betriebenen Gaststätte entstehen, Möglichkeiten etwa für die Übermittagsbetreuung von Kindern ganz neu geschaffen werden. Auch der Kindergarten, der sich auf dem Weg zum Familienzentrum befindet, hat bereits Interesse an einer Mitnutzung angemeldet. „Die Halle ist der beste Ort, wo man all diese Nutzungen bündeln kann“, warb Christian Müller um Unterstützung.

Finanzierung auf drei Säulen

Der Knackpunkt sind die Kosten. Eigenleistungen in Höhe von 87 000 Euro sind eingepreist, die ebenfalls zum Teil über Ikek förderfähig sind, so dass das Dorf in Summe 169 000 Euro beisteuern würde. 556 000 Euro müssten über das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept für Erhaltung, Instandsetzung und Gestaltung Ortsbild prägender Gebäude fließen. Die Finanzierungslücke in Höhe von 396 000 Euro müsste die Stadt schließen. „Diese Summe soll das absolute Maximum darstellen, darauf ist alles gerechnet“, versicherte Müller.


Gegenzurechnen sind die laufenden Betriebs- und Instandhaltungskosten, die neben den Einnahmen aus Vermietungen die vier großen Vereine (Schützen, Sportverein, Musikverein und Dorfgemeinschaft) schultern wollen. 2017 betrug das Minus, das die Halle der Stadt einbrachte laut Kämmerer Dirk Becker 19 000 Euro.

Fraktionen loben solide Vorarbeit

Lob gab es von allen Fraktionen für die solide Vorarbeit, gleichwohl sprach Werner Kroll (FDP) von einer „mutigen Finanzierung“. Noch immer gibt es laut Claus Wiegelmann-Marx keine Förderrichtlinien der neuen Landesregierung für Ikek. „Sie werden auch vor dem Herbst nicht kommen“, zeigte sich Bürgermeister Peter Weiken überzeugt. Doch dann soll alles vorbereitet sein: „Wenn der Tag X da ist, muss reagiert werden, so dass wir Anträge stellen und los legen können“, so Christian Müller. Was das angeht, herrscht Einigkeit zwischen Koordinationsgruppe, Verwaltung und Politik.

Erster Schritt in diese Richtung ist die Vorbereitung eines Bauantrages, den die Stadt zu stellen hat. Bis zur nächsten Ratssitzung am 15. März soll der planende Architekt ein Angebot vorlegen, was es kostet, diesen vorzubereiten, einzureichen und ihn bis zur erhofften Genehmigung durch den Kreis Soest zu bringen.

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