LWL

Angebote für Suchtkranke unter einem Dach

Tag der offenen Tür im LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen, Führung mit Rainer Schorlau, QM-Beauftragter

Tag der offenen Tür im LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen, Führung mit Rainer Schorlau, QM-Beauftragter

Foto: Tanja Frohne

Suttrop.  Das neu eröffnete LWL-Rehabilitationszentrum präsentiert beim Tag der Offenen Tür, wie Patienten über mehrere Entwicklungsstufen begleitet werden

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Begeisterung und Herzblut für die Arbeit – bei jedem Wort, mit denen die Mitarbeiter des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen beim Tag der offenen Tür den täglichen Umgang mit den Rehabilitanden schildern, ist beides immer wieder spürbar. Es ist eben eine echte Wohlfühl-Atmosphäre, die in den hellen, in freundlichen Farben gehaltenen Räumen herrscht.

„Wir sind stolz, was hier entstanden ist“, betonte Chefarzt Bertrand Evertz, der die Gäste – bestehend aus Mitarbeitern von Suchtberatungen und Selbsthilfegruppen sowie weiterer Kooperations-Partner – begrüßte und einen Einblick in den Gebäudekomplex gab: Dabei ist der Neubau mit 84 stationären Therapieplätzen, die sich auf vier Stationen mit Ein- und Zwei-Bett-Zimmern verteilen, quasi das Bindeglied zwischen den historischen Gebäuden 55 und 56, die im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss durch Verbindungsgänge direkt an den Neubau angeschlossen wurden.

In diesen sind Gruppen- und Therapieräume sowie Räume für die Verwaltung und die zentralen Dienste entstanden. Insgesamt zwölf Millionen Euro Kosten entstanden bei dem Projekt. Zukunftssicherung nannte Evertz in diesem Zusammenhang als Stichwort, sind durch den Um- und Neubau doch Ausstattungsstandards entstanden, die unerlässlich sind, will man langfristig konkurrenzfähig bleiben.

Naturfotos an den Wänden

Neue Wege gehe man, indem verschiedene Abteilungen des Sucht-Reha-Bereiches unter einem Dach zusammengefasst werden konnten. „Es ist eine Riesenchance, dass wir nun die besten Aspekte aus allen Häusern zusammenführen“, betonte der Abteilungsleiter.

Davon konnten sich die Besucher beim folgenden Rundgang überzeugen. Dabei gab Qualitätsmanagement-Beauftragter Rainer Schorlau nicht nur den Blick in eines der Zwei-Bett-Zimmer frei, die neben viel Stauraum in den Schränken auch abschließbare Sicherheitsfächer bieten, sondern zeigte auch die Aufenthaltsräume und die Küche, die es auf jedem Stockwerk gibt.

Noch leer präsentieren sich derzeit die Wände in Gängen und Zimmern, das soll sich aber bald ändern, werden doch Naturfotografien aufgehängt. Ein großes Ginkgo-Blatt wird beispielsweise den Gymnastikraum im Trainingsbereich für Sport- und Bewegungstherapie zieren, der mit einem Schwingboden ausgestattet ist. „Hier schwingt nicht nur der Boden, sondern auch die Seele“, meinte Sporttherapeut Dirk Kubatzki. Schließlich gehe es bei der Bewegung auch um eine neue innere Haltung – bewegliche Gehirne wolle man in den neuen Räumlichkeiten schaffen.

Zur Stabilität der Suchtkranken trägt außerdem bei, dass diese nach der Behandlung im Sucht-Krankenhausbereich nahtlos in das Reha-Zentrum wechseln können. „Wir sind ein richtiges Suchtzentrum“, so Schorlau. Durch die Kopplung der beiden Bereiche seien auch die Behandlungserfolge besser. Dazu trägt auch bei, dass das Zentrum die Möglichkeit für ambulante und ganztägig ambulante, also teilstationäre, Therapie bietet. Neben Psychotherapie beispielsweise auch Arbeitstherapie und Selbstsicherheitstraining. „Das ist gut für die Nachsorge, dass wir solche ambulanten Therapieangebote machen können. So geht eins ins andere über.“ Die Behandlungsdauer im Rehabilitationszentrum beträgt zwischen zwölf und 16 Wochen, bei illegalen Drogen bis 26 Wochen.

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