Gericht

Angeklagter antwortet auf Beleidigungen mit Faustschlägen

Der Angeklagte nahm die ganze Schuld auf sich.

Foto: Armin Obalski

Der Angeklagte nahm die ganze Schuld auf sich.

Warstein.  Im Alkoholrausch vor einer Bar in Belecke geprügelt. Angeklagter nimmt ganze Schuld auf sich. Verfahren eingestellt.

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Weil er einem anderen Mann vor einer Bar in Belecke einen Faustschlag versetzt hatte, so dass dieser mehrere Gesichtsprellungen, sowie Prellungen an Arm und Oberschenkel erlitt, musste sich ein 21-jähriger Warsteiner gestern vor dem Amtsgericht Warstein verantworten. Der zeigte sich geständig, betonte aber, dass er nur für die Verletzungen im Gesicht des Opfers verantwortlich sei.

Den hatte er in der Bar getroffen, wo er selbst sich mit einigen Freunden etwas gertrunken hatte. Erst habe man sich ganz normal unterhalten, dann habe ihn der andere beleidigt. „Hurensohn“ sei noch das Harmloseste gewesen. Auch vor der Tür der Bar seien weitere Beschimpfungen gefallen, so dass der Angeklagte schließlich zuschlug.

„Das hat alles keinen Sinn ergeben, das lag nur am Alkohol.“ Bei ihm selbst war am folgenden Morgen ein Blutalkoholwert von 0,75 Promille, bei seinem Gegner von 0,81 Promille festgestellt worden.

Aus Sorge zum Opfer zurückgekehrt

Nach dem Schlag waren er und seine Freunde zunächst im Auto weggefahren, während der Geschlagene und ein Begleiter Richtung Innenstadt unterwegs waren. „Im Auto habe ich erst registriert, was ich getan hatte. Wir sind daraufhin hinterher gefahren, um zu gucken, wie es dem Mann geht.“ Später hatte er über den Anwalt des Mannes ein Entschuldigungsschreiben an diesen weiterleiten lassen und zahlt dem Mann außerdem in Raten 750 Euro Schmerzensgeld.

Und das, obwohl der Angeklagte selbst bei der Auseinandersetzung auch mehrere Tritte in den Unterleib abbekommen hatte, wie er erst nach Aufforderung durch den Mitarbeiter des Jugendamtes berichtete. „Es wäre ja nicht so weit gekommen, wenn ich ihn nicht geschlagen hätte“, tat er die Tritte ab.

Zeuge erscheint nicht vor Gericht

„Ich habe selten einen Angeklagten erlebt, der von sich aus so viel getan hat, um seine Schuld wieder gut zu machen“, honorierte Staatsanwältin Daldrup. Sie regte an, das Verfahren gegen eine Geldbuße von 300 Euro einzustellen, dem folgte das Gericht.

Auf das Entschuldigungsschreiben hat das Opfer übrigens nicht reagiert. Auch gestern vor Gericht erschien der als Zeuge Geladene nicht.

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