Politik

Ausweitung von Kartrennen ausgebremst

Alt und neu auf einen Blick: Auf dem rechten Teil des Fahrsicherheitszentrums in der Kaiserkuhle sind Motorsportveranstaltungen möglich.

Alt und neu auf einen Blick: Auf dem rechten Teil des Fahrsicherheitszentrums in der Kaiserkuhle sind Motorsportveranstaltungen möglich.

Foto: www.blossey.eu

Rüthen.   Nicht nur die Sorgen der Nachbarn, auch Gründe des Vogelschutzes stehen einer Ausweitung des Rennbetriebes in der Kaiserkuhle in Rüthen entgegen.

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Motorsportveranstaltungen auf dem neuen Gelände des Fahrsicherheitszentrums Kaiserkuhle wird es vorerst nicht geben – der entsprechende Antrag, über den der Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch Abend beraten sollte, war kurzfristig zurückgezogen worden (die WESTFALENPOST berichtete exklusiv).

Gleichwohl ließ es sich Ausschuss-Vorsitzende Annette Herbst-Köller (BG) nicht nehmen, das Thema – unabhängig von der Tagesordnung – anzusprechen. Nicht zuletzt deshalb, weil zahlreiche Rüthener in den Sitzungssaal gekommen waren, um die Meinung der Lokalpolitiker zu erfahren.

Ihr Dank galt Joachim Heidrich; Rüthens Stadtplaner hatte eine umfangreiche Vorlage erarbeitet, die nun nicht mehr benötigt wurde. In der sei chronologisch der Werdegang der Anlage verzeichnet worden. Das Ergebnis sei, dass man einer Erweiterung nicht hätte zustimmen können. Nicht nur die Anwohner, auch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) habe eine „klar ablehnende Haltung“. Die besagte Fläche der Verkehrsübungsanlage „liegt nicht am Rande des Vogelschutzgebietes, sondern drin“, so die Vorsitzende.

Auswirkungen auf Wachtelkönig

Die ABU argumentiert in ihrem Schreiben, das der WP vorliegt, dass die „sehr lauten Go-Karts weit in das Vogelschutzgebiet hineinwirken und dort die Ansiedlung des Wachtelkönigs beinträchtigen“. Und: „Ein Fahrsicherheitszentrum kann für sich das überwiegende öffentliche Interesse in Anspruch nehmen. Dies gilt aber nicht für eine Motorsportnutzung. Eine solche Nutzung würde auch nicht den Grundsätzen der Hellwegbörde-Vereinbarung entsprechen. Hier haben wir den eindeutigen Fall, dass das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt werden darf und der Nutzungsänderung nicht zugestimmt werden darf“ , so Annette Herbst-Köller.

Antrag kurzfristig zurückgezogen

Ein wenig sauer gab sich BG-Fraktionschef Franz-Josef Dohle angesichts des zurückgezogenen Antrags und der Absetzung von der Tagesordnung: „Ich bereite mich stundenlang darauf vor – und dann das“, monierte er. Aber auch sie, so die Vorsitzende, habe erst direkt vor der Sitzung erfahren, dass der Antrag beim Kreis (als zuständige Behörde, die Stadt Rüthen kann nur das gemeindliche Einvernehmen erteilen oder versagen) zurückgezogen worden sei.

Ob das Thema nun endgültig vom Tisch ist? „Mal gucken, wann ein ähnlicher Antrag wieder erscheint“, war Annette Herbst-Köller selbst nicht sicher, dass das Thema nun für alle Zeit erledigt sein könnte.

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