Rücksichtslosigkeit

Autofahrer gefährden Einsatzkräfte

Bei einem Feuerwehreinsatz wegen einer Ölspur zwischen Belecke und Hirschberg

Foto: Feuerwehr Warstein

Bei einem Feuerwehreinsatz wegen einer Ölspur zwischen Belecke und Hirschberg Foto: Feuerwehr Warstein

Warstein.   Kaffeebecher werden geworfen, Beleidigungen geschrien: Arbeiter auf der Straße werden teils rücksichtslos behandelt. Welche Bestrafungen drohen.

Der Feuerwehrmann streut Bindemittel auf die Straße. Die Ölspur zieht sich von Hirschberg über Warstein bis hin nach Belecke. Die Einsatzkräfte müssen die Strecke abfahren, absichern, die Ölspur entfernen. Arbeit mitten auf der Straße. Sie stellen Fahrzeuge auf, Blaulicht blinkt. Bis plötzlich ein Auto durch die Einsatzstelle rast, ungedrosselte Geschwindigkeit, ohne Rücksicht. Ein Feuerwehrmann kann nur knapp ausweichen.

So geschehen bei einem Einsatz in Warstein vor gut einer Woche. Michael Döben, Stadtbrandinspektor, zur WESTFALENPOST: „Das mit den Autofahrern ist manchmal schwierig. Wir versuchen immer den Eigenschutz an erster Stelle zu stellen, arbeiten immer zwischen zwei eigens aufgestellten Einsatzfahrzeugen.“ Trotzdem komme es häufiger vor, dass Autofahrer sich rücksichtslos verhalten – nicht nur gegenüber Feuerwehrleuten.

Der Rettungsdienst

„Auch für uns ist das ein Problem“, sagt Hans-Peter Trilling, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Soest. Allerdings leide der Rettungsdienst nicht unbedingt an rücksichtslosen Fahrern im fließenden Verkehr. „Wenn wir herannahen ist unser Problem, dass viele keine Rettungsgasse bilden. Manche denken sogar, sie hätten freie Fahrt und überholen. Ob das gewollt, unwissentlich oder wegen irgendeiner Ablenkung ist will ich gar nicht mutmaßen.“ Genauso schwierig sei es, wenn der Rettungsdienst am Einsatzort angekommen sei. „Manchmal werden Bürger durch uns zugeparkt. Wenn wir am Einsatzort ankommen, dann sind manche Straßen und Wege schlecht einzusehen. Zwar achten unsere Fahrer darauf, niemanden zu behindern, manchmal geht das alles aber so schnell, das wir jemanden zuparken. Zumal wir eher schauen, dass wir unser Equipment ausladen können“, schildert Hans-Peter Trilling. Die Einsatzkräfte würden versuchen zu erklären, wie das passiert sei und dass so etwas nicht bösartig gemeint sei, oftmals fehle aber das Verständnis. „Im fließenden Verkehr ist in der Regel die Feuerwehr dabei, da achten die auf unsere Sicherheit.“

Der Straßenbau

Oscar Faneca Santos von Straßen NRW hat bei seinen Mitarbeitern herumgefragt. Er berichtet: „Die Aggressivität der Autofahrer hat stark zugenommen. Besonders am Abend im Berufsverkehr.“ Manchmal würden Kaffeebecher auf die Bauarbeiter fliegen, wüste Beleidigungen aus den Autos schallen. Auch den Winterdienst würde die Rücksichtslosigkeit betreffen. „Unsere Mitarbeiter versuchen, ruhig zu bleiben und sich das Kennzeichen zu notieren, um Anzeige zu erstatten. Aber, wir sind das gewohnt.“

Johannes Hellermann vom Warsteiner Sachgebiet für Straßenbau bestätigt manche der Vorfälle. „Von Kaffeebechern habe ich nicht gehört wohl aber von dem fehlenden Verständnis von Autofahrern. Zwar werde immer versucht, Vollsperrungen einzurichten und passende Umleitungen zu finden – auch zur Sicherheit der Arbeiter auf den Straßen – manchmal ginge dies aber nicht. „Viele der Autofahrer werden ungeduldig, wollen Zeit aufholen und fahren schnell durch einseitige Straßensperrungen. Dabei kündigen wir Baustellen immer frühzeitig an und bauen ja, um gerade den Autofahrern den Weg angenehmer zu machen“, sagt er.

Die Polizei

Frank Meiske, Pressesprecher der Polizei, hat bisher zwar noch nicht gehört, dass Autofahrer sich gegenüber der Polizei auf der Straße ähnlich verhalten, weiß aber, was denjenigen blühen könnte. „Das kann ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sein, eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat. Wir verfolgen solche Anzeigen.“ Wichtig sei das Kennzeichen und eine Beschreibung der Tat.

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