Klimawandel

Belecker kämpft gegen Klimawandel

Felix Schenuit

Foto: Fabiana Regino

Felix Schenuit Foto: Fabiana Regino

Belecke.   Felix Schenuit nimmt am Klimagipfel in Bonn teil. Welche Eindrücke er sammeln konnte und wie Warstein mehr für den Klimaschutz tun könnte.

Ein Warsteiner unter 25 000 Besuchern bei der Weltklimakonferenz in Bonn: der 26-jährige Belecker Felix Schenuit ist ganz nah dran.

Eigentlich ist Felix Schenuit aktuell mit seiner Doktorarbeit über internationale Klimapolitik beschäftigt. Aber wenn sich die großen Regierungen treffen, um über zukünftige klimapolitische Maßnahmen zu debattieren, nimmt er sich die Zeit, um das Geschehen zu beobachten.

Von Belecke nach Berlin

Mittlerweile wohnt Felix Schenuit zwar in Berlin, auf seinem Weg nach Bonn lässt er es sich aber nicht nehmen in seiner alten Heimat vorbeizuschauen und sich mit dem Altbürgermeister, Hermann Kroll-Schlüter, im Hotel Röttger zu treffen und über Klimapolitik zu debattieren.

„Ich versuche immer die Optimisten-Fahne hochzuhalten“, erklärt Schenuit. „Natürlich wissen alle, wie groß die Herausforderung ist, aber ich habe die Stimmung als positiv empfunden“, beschreibt er seine gesammelten Eindrücke vom Klimagipfel.

Mit „alle“ sind vor allem die 196 Staaten gemeint, die im Mittelpunkt der Klimakonferenz stehen. Und mit „Herausforderung“ ist das gesteckte Ziel gemeint, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wie im Pariser Abkommen 2015 festgehalten wurde.

Umsetzung auf regionaler Ebene

Klar ist, dass auf der Klimakonferenz Themen besprochen werden, die von globaler Relevanz sind. Klar ist aber auch, dass die Umsetzung von vereinbarten Maßnahmen letztendlich auch auf regionaler Ebene stattfinden muss, wie Felix Schenuit verdeutlicht.

„Menschen nutzen die Infrastruktur, die ihnen zu Verfügung gestellt wird. Und wenn ich dreieinhalb Stunden mit dem Zug für die 500 Kilometer von Berlin nach Soest brauche, aber eine Stunde für die Busfahrt von Soest nach Warstein einplanen muss, sagt das alles über die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs rund um Warstein aus. Warstein bietet aktuell noch nicht die Infrastruktur um deutlich mehr CO² einzusparen“, so Schenuit.

Nachhaltige Landwirtschaft gefragt

Neben der verbesserungswürdigen Infrastruktur, kamen Themen wie nachhaltige Landwirtschaft und individuelles Konsumverhalten jedes Einzelnen zu sprechen. Vor allem das Thema nachhaltige Landwirtschaft beschäftigt Hermann Kroll-Schlüter enorm.

„Dass nachhaltige Landwirtschaft in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Klima, Hunger und Armut steht, ist nicht allen Menschen bewusst“, so der 78-Jährige. Ziel sei es, durch Innovationen in der Landwirtschaft dort hin zu steuern, dass der Energieverbrauch bzw. der CO²-Ausstoß minimiert wird. Deswegen plädiert er auch für „mehr Regionalisierung bei der Produktion von Lebensmitteln und weniger energieintensive Exporte.“

Klimapolitik sei ein komplexes Thema, bei dem „Zielkonflikte uns auch in Zukunft begleiten werden“, wie Schenuit prophezeit. Trotzdem wird er nicht damit aufhören, „Wege zu Suchen, die alles, wenn auch nur ein Stückchen, besser machen könnten“, so der 26-Jährige, der sich kommende Woche wieder zum Klimagipfel nach Bonn begeben wird.

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