Bürgerstiftung

Berthold Franke mit Warsteiner Bürgerpreis ausgezeichnet

Bürgerstiftung Warstein: Stiftungsratsvorsitzender Dr. Josef Leßmann (links) und Vorsitzender Volker Simon überreichen den Bürgerpreis an Berthold Franke.

Bürgerstiftung Warstein: Stiftungsratsvorsitzender Dr. Josef Leßmann (links) und Vorsitzender Volker Simon überreichen den Bürgerpreis an Berthold Franke.

Foto: Thorsten Streber

Warstein.   Die Bürgerstiftung Warstein verlieh ihren Ehrenpreis an den Niederbergheimer Berthold Franke. Warum er am Ende zu Tränen gerührt war.

Berthold Franke aus Niederbergheim ist am Donnerstag Abend mit dem diesjährigen Ehrenpreis der Bürgerstiftung Warstein ausgezeichnet worden. Vorstand und Stiftungsrat würdigten in einer Feierstunde im LWL-Festsaal das langjährige Engagement des heute 80-Jährigen für seine Mitmenschen – vor allem in seinem Heimatort Niederbergheim.

Doch dass Berthold Franke gar kein echter Niederbergheimer ist, stellte Dr. Josef Leßmann, Vorsitzender des Stiftungsrats, gleich zu Beginn seiner Laudatio fest. Denn der gelernte Herrenschneider kam am 16. August 1938 in Soest zur Welt. Aufgewachsen ist er dann jedoch bereits in dem Möhnedorf, in dem er heute noch lebt – und für das er sich seit Jahrzehnten engagiert.

Aktiver Schützenbruder und Kümmerer am Hasenhaus

Besonders bekannt ist Berthold Franke als aktiver Schützenbruder, inzwischen als Ehrenoberst. Vor 50 Jahren gehörte er zu den Väter den „Hasenhauses“, der vereinseigenen Schützenhalle, um deren Pflege und Wartung er sich danach lange kümmerte. Für seine Verdienste wurde er von der Schützenbruderschaft zum Ehrenoberst ernannt.

Doch das bürgerschaftliche Engagement des Niederbergheimers ging noch darüber hinaus: Ab 1975 vertrat er für neun Jahre die Interessen seines Dorfes als Mitglied im Rat der gerade neu gebildeten Stadt Warstein.

Seniorenbeirat wieder ins Leben gerufen

Zwischen 1986 und 1992 gehörte er dem Vorstand des Heimatvereins an. Zwischendurch rief er den Seniorenbeirat der Stadt Warstein neu ins Leben, kümmert sich mit Monika Beneken noch heute um die Seniorenbetreuung im unteren Möhnetal.

Für „Begabung, Ideen- und Einfallsreichtum, Bodenständigkeit, Charakterstärkte“, ehrten die Vorstände der Allagener und Niederbergheimer Vereine Berthold Franke bereits im Jahr 1993. „Starke Worte“, befand Dr. Josef Leßmann.

Hilfe für Tschernobyl-Kinder in den 90er Jahren

Sein Einsatz endete aber nicht an den Ortsgrenzen, wie der Laudator weiter aufführte. Als gesetzlicher Betreuer unterstützte Berthold Franke einen gehörlosen Kollegen, mit dem er bei der Firma Delmot in Geseke zusammenarbeitete.

Ab 1992 kümmerte er sich zudem zum Kinder aus der radioaktiv belasteten Region rund um Tschernobyl. Gemeinsam mit Pastor Ernst Müller holte er die Kinder vom Flughafen in Frankfurt ab, nahm eines davon für drei Wochen in seiner Familie auf und organisierte Pakete für Opfer der Atomkatastrophe. Ab 1996 unternahm er auch Fahrten in die Regionen um Kiew.

Liebevoller Dank an Ehefrau Hildegard

Für die „große Überraschung“, aus der sich inzwischen eine „große Freude“ entwickelt hat, bedankte sich Berthold Franke. Sein Engagement sei stets von dem Willen geprägt gewesen, sein heimisches Umfeld lebens- und liebenswerter zu machen. „Das wäre aber kaum möglich gewesen, wenn ich nicht überall eine großartige Unterstützung erhalten hätte“, sagte er – und ergänzte mit stockender Stimme an Ehefrau Hildegard gerichtet: „Dieser Preis gebührt dir mindestens zur Hälfte.“

Der mit 2000 Euro dotierte Ehrenpreis der Bürgerstiftung Warstein wurde in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen. Bisherige Preisträger waren Arno Franke, Albert Cramer, Gerda Albers sowie das Ehepaar Heribert und Maritta Raulf.

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