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Besondere Art von Familienanschluss in Lippstadt

Neues ambulantes Wohnkonzept für Menschen mit Behinderungen und ihre Kinder: Prof. Dr. Albert Lenz von der Katholischen Hochschule NRW (rechts) stellt seine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu vor.

Foto: Eva Brinkmann

Neues ambulantes Wohnkonzept für Menschen mit Behinderungen und ihre Kinder: Prof. Dr. Albert Lenz von der Katholischen Hochschule NRW (rechts) stellt seine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu vor.

Lippstadt.   LWL-Wohnverbund ermöglicht Menschen mit Behinderung und ihren Kindern das Zusammenleben. Ambulantes Wohnkonzept wissenschaftlich begleitet .

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Wenn Eltern aufgrund einer Behinderung nicht dazu befähigt sind, ihr Kind selbst zu versorgen und zu betreuen, wird in der Regel entschieden, das Kind getrennt von seiner Mutter oder seinem Vater aufwachsen zu lassen. Mit einem noch jungen Konzept möchte es der LWL-Wohnverbund Lippstadt Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ermöglichen, gemeinsam mit ihrem Kind in einer Gastfamilie zu leben.

Beim Fachtag „In der Familie Eltern sein“ hat die Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) das neue Betreuungsangebot jetzt etwa 80 Teilnehmenden von Jugendämtern, Beratungsstellen und weiteren Einrichtungen im Kreis Soest und darüber hinaus vorgestellt.

Größter Anbieter in Westfalen-Lippe

Seit 1994 gibt es das Angebot „Betreutes Wohnen in Familien/Familienpflege“ im LWL-Wohnverbund Lippstadt. Wie wichtig dieses als Bindeglied zwischen dem Ambulant betreuten Wohnen und stationären Wohngruppen sei, stellte Klaus Stahl heraus, als Referatsleiter beim LWL zuständig für Wohn- und Pflegeangebote. „Derzeit arbeiten wir daran, die Familienpflege als integrativen Bestandteil des Betreuten Wohnens zu etablieren. Das Bundesteilhabegesetz soll 2020 für diesen Bereich verbindlich werden“, kündigte Stahl an.

Derzeit betreut der LWL-Wohnverbund Lippstadt 102 Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung, einer Behinderung oder einer Suchterkrankung alleine nicht zurechtkommen und in einer Pflegefamilie leben, teilte Leiterin Janine Rottler mit. Unter diesen befinden sich sieben Mütter mit neun Kindern. Damit sei die Lippstädter Einrichtung der größte Anbieter in Westfalen-Lippe.

„Bei den Familien handelt es sich um Laien ohne fachspezifische Kenntnisse, die durch unseren Fachdienst beraten und begleitet werden“, erläuterte Angelika Hüwelmann-Frye, Leiterin der Familienpflege im LWL-Wohnverbund Lippstadt.

Die Erfahrung zeige, „dass die familiären Umstände wohltuend auf Menschen mit Behinderung wirken und die Familie vor allem deren gesunde Anteile in den Fokus stellt“. Eltern, die dieses Angebot nutzen, können somit den Alltag mit ihrem Kind weitgehend selbst gestalten.

Das neu entwickelte Konzept wird wissenschaftlich begleitet durch Prof. Dr. Albert Lenz von der Katholischen Hochschule NRW. Er betonte aufgrund seiner Erkenntnisse, dass die Gasteltern „eine bindungsstabile, entwicklungsfördernde Umgebung“ schaffen könnten.

„Kinder brauchen das Wissen und die Sicherheit, eine erwachsene Person zu haben, an die sie sich jederzeit und verlässlich wenden können“, so Lenz.

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