Justiz

Betriebsfeier endet für Allagener im Krankenhaus

Verurteilt wurde der 20-Jährige nach Jugendstrafrecht zu 40 Sozialstunden, außerdem erhält er für zwölf Monate eine Betreuung durch das Jugendamt.

Foto: Mari

Verurteilt wurde der 20-Jährige nach Jugendstrafrecht zu 40 Sozialstunden, außerdem erhält er für zwölf Monate eine Betreuung durch das Jugendamt. Foto: Mari

Warstein.  Ein 20-Jähriger muss sich wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Warstein verantworten. Verurteilung zu 40 Sozialstunden und Betreuung.

Eigentlich hatte die Betriebsfeier in der Waldwirtschaft gut angefangen: Der Chef hatte seine Mitarbeiter gelobt, es gab leckeres Essen und reichlich Getränke. Genau die wurden einem 20-jährigen Allagener zum Verhängnis – sie brachten ihn zunächst in einen Rettungswagen, dann ins Krankenhaus und gestern auf die Anklagebank des Amtsgerichts Warstein. Der Vorwurf: Körperverletzung. Im Krankenwagen soll der 20-Jährige randaliert, den Notarzt und einen Rettungssanitäter angegriffen haben.

Keine Erinnerung an Rangelei

Daran konnte er sich gestern nicht erinnern. Dass es nach dem Abendessen Hochprozentiges gegeben hatte, wusste er noch – dann wachte er am nächsten Tag im Krankenhaus auf.

Dafür konnte sich die Besatzung des Krankenwagens gestern umso besser erinnern, die zur Gaststätte gerufen worden war, um sich um einen nicht ansprechbaren Mann zu kümmern. „Wir vermuteten eine Alkoholvergiftung“, erläuterte der 48-jährige Rettungsassistent.

Auf einer Trage habe man den Bewusstlosen gerade in den Krankenwagen schieben wollen, als dieser aufwachte und erklärte, keine Hilfe zu benötigen. „Er wurde ein bisschen strikt.“ Der Notarzt habe versucht, ihn zu überzeugen mitzufahren, daraufhin sei der 20-Jährige zur Seite gekippt und habe nichts mehr gesagt.

Also wollte man ihn ins Krankenhaus bringen, kam aber nicht besonders weit. Schon nach wenigen hundert Metern bemerkte der 48-Jährige, der den Krankenwagen fuhr, einen Tumult im hinteren Bereich und hielt an. Die Türen seien aufgesprungen, dann sei der Notarzt in hohem Bogen rausgeflogen und der Angeklagte hinterher gesprungen. Im Graben lieferten sich die beiden eine Rangelei.

Anschließend versuchte der 20-Jährige – nur mit T-Shirt bekleidet – wegzulaufen. Als der 48-Jährige versuchte, den Flüchtenden festzuhalten, trat ihn dieser gegen das Bein und schlug ihn ins Gesicht. Auch den anderen Ersthelfer griff er an, bevor er erst aufs Feld lief, dann zurück auf die Straße, dort hinfiel und sich nicht mehr rührte.

In Handschellen im Krankenwagen

Ähnlich schilderte dies der 24-jährige Rettungssanitäter, der hinten mit im Krankenwagen mitgefahren war. Als der Allagener wach geworden sei, habe er sehr aggressiv reagiert. „Wenn du mich noch mal anfasst, stirbst du“, habe er gedroht. Als der Wagen stand, sei er rausgefallen, habe den Notarzt mit sich gezogen. Es folgte eine kurze Verfolgung im Graben, bevor der Mann flüchtete und schließlich auf der Straße landete. Nach der Rangelei wurde der Allagener ins Krankenhaus gebracht – in Handschellen. Man hatte zur Sicherheit die Polizei gerufen.

Verurteilt wurde der 20-Jährige nach Jugendstrafrecht zu 40 Sozialstunden, außerdem erhält er für zwölf Monate eine Betreuung durch das Jugendamt. Verurteilt wurde er allerdings nicht wegen Körperverletzung, sondern wegen vorsätzlichen Vollrausches (siehe Box). Noch im Gericht entschuldigte er sich bei den Rettungskräften.

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