Hitzewelle

Die kühlsten Plätze des Supersommers in Warsteins Umgebung

Auch wenn der Möhnesee bei diesen Temperaturen weniger Wasser führt als gewohnt: Als Ausflugsziel zum Wandern oder Radfahren oder für eine kurze Abkühlung ist er auch von Warstein aus schnell zu erreichen.

Auch wenn der Möhnesee bei diesen Temperaturen weniger Wasser führt als gewohnt: Als Ausflugsziel zum Wandern oder Radfahren oder für eine kurze Abkühlung ist er auch von Warstein aus schnell zu erreichen.

Foto: Hans Blossey

Warstein/ Rüthen.   Wo sich Urlauber und Warsteiner dieser Tage abkühlen, haben wir zusammengefasst. Vom Bilsteintal bis zum Biberbad

Die Sonne knallt auf den Marktplatz in Warstein, in Belecke ist der Sand im erst vor wenigen Wochen aufgehäuften Sandkasten am Wilkeplatz fast zu heiß zum Spielen. Einzig der Fahrtwind einiger Autos lässt ihn hin und wieder aufwirbeln, angenehme Abkühlung verschafft dieser aber auch den Pkw-Insassen nicht.

Stattdessen sammeln sich Fußgänger mit Sonnenbrille und Hut an den wenig verbliebenen schattigen Orten. Diese sind auch bei den Touristen sehr beliebt: Ein kühles Kleinod auf einem Campingplatz im Möhnetal oder Abkühlung im Rüthener Biberbad: Die Menschen kommen in die Region, um sich abzukühlen. Wir als Redaktion haben uns nach den kühlsten Plätzen umgeschaut. Eine sommerliche Bestandsaufnahme.

Urlaubsziel Tropfsteinhöhle

„Guck mal, ein Hirsch“ – Markus Waning hat trotz Sonnenbrille und blendendem Licht gute Augen im Bilsteintal. In einem kleinen Schattenfleck, unmittelbar vor dem Waldrand, entdeckt der Familienvater das Geweih des Tiers und weist seinen Sohn darauf hin. Der 5-jährige Leo ist begeistert und macht große Augen – hat aber auch ein wenig Mitleid: „Dem ist bestimmt auch richtig warm bei dem Wetter. Kein Wunder, dass er sich im Schatten versteckt.“

Die vier Wanings, Mutter Nicole (43), Geschwisterchen Toni (2) und Papa Markus (43) läuft er zum ersten Mal über die Pfade des Bilsteintals. „Eine befreundete Familie hat uns den Tipp gegeben. Vor allem für die Kinder soll es hier ganz toll sein“, sagt Markus Waning. Noch sind sie auf den ersten Metern des Wildparks, haben aber schon ein klares Ziel vor Augen: die Tropfsteinhöhle. „Vor allem für unsere Kinder wird das hoffentlich ganz toll“, ergänzt Nicole Waning. Die Familie kommt ursprünglich aus dem münsterländischen Lohne, sie machen Urlaub in Willingen. „Von dort aus überlegen wir uns dann immer verschiedene Tagesausflüge. Heute morgen waren wir am Hennesee, da ist das Bilsteintal auch nicht mehr weit gewesen. Und solange die Kinder Spaß haben, ist alles gut“, erklärt Markus Wanning.

Die aktuellen Temperaturen sind den Wanings allerdings auch zu warm: „Es ist an der Schmerzgrenze, aber noch gerade so auszuhalten. Aber im Bilsteintal gibt es ja einige Bäume, so dass es sich im Schatten echt aushalten lässt“, ergänzt Markus Waning. Kurz darauf kommt die Familie an der Tropsteinhöhle an, der kleine Leo läuft schon ganz aufgeregt umher. Immerhin: Neben einigen Attraktionen bietet die Höhle auch angenehme Temperaturen. Und als der Fünfjährige von den Waschbären im Park hört, werden seine kleinen Augen noch größer...

Sprung ins kalte Wasser

Keine 20 Minuten hat das Rüthener Biberbad erst geöffnet – trotzdem sind die Liegewiesen und das Schwimmbecken schon gut besucht. Vor allem die schattigen Plätze haben es den Gästen angetan. Marion Peck und Kirsten Westermann sind mit Emma (4), Luca (6) und Benett (7) extra aus Möhnesee angereist, um sich im Rüthener Freibad abzukühlen. „Das ist wie Urlaub. Niemand kennt einen, man kann einfach entspannen und sich abkühlen“, sagt Marion Peck und erklärt damit zugleich, warum sie das Biberbad der Bademöglichkeit unmittelbar vor der eigenen Haustür vorzieht.

Auf die Frage, wie oft er in diesem Sommer schon im Biberbad war, reckt Benett die ausgestreckte Hand mit fünf Fingern in die Höhe. Auch Luca war bereits vier mal da, für Emma ist es erst der zweite Besuch. „Schwimmen und im Wasser spielen macht einfach unglaublich viel Spaß“, erklärt Benett. Noch ist die fünfköpfige Gruppe dabei, ihre Handtücher auszubreiten und sich ideal im Schatten zu positionieren. Lange werden sie dort aber nicht verweilen: Die drei Kinder brennen schon darauf, sich im Becken abzukühlen.

Eis zur Abkühlung

Für Andrea Haupt und Edeltraud Görlath sind es am Dienstagnachmittag ein paar Grad zu viel des Guten. Das Thermometer hat gegen 15 Uhr wohl fast seinen Tages- und damit auch Jahreshöchststand erreicht, als die beiden sich im Eiscafé Cortina einen Milchshake und einen Becher voll mit Eiskugeln zur Abkühlung genehmigen. „Wie wir den Sommer erleben? Wie jeder andere wohl auch. Man kann gar nicht so viel trinken, wie es dann anschließend durch die Poren wieder rauskommt“, nimmt es Haupt mit Humor – noch hat sie auch schließlich ein kühles Getränk vor sich. „Wenn man frei hätte, könnte man die heißen Stunden ja umgehen. Aber auf der Arbeit ist alles umso anstrengender.“ Widerspruch von der linken, der Seite ihrer Mutter: „Nur weil ich nicht mehr arbeiten muss, heißt das nicht, dass ich nicht genauso schwitze!“

An diesem Dienstag ist Andrea Haupt ihre Mutter in Belecke besuchen gekommen – steht das nicht auf dem Tagesplan, kühlt sie sich bei Abendspaziergängen in Bergede ab, stellt sich anschließend mit den Füßen in den Möhnesee, bis ihr kalt genug ist. „Und ansonsten gibt es viel Obst und Shakes mit Melonen und Erdbeeren. Irgendwas muss man ja essen, trotz wenig Appetit .“ Auf der Arbeit haben die Kollegen von Haupt schon ein ganz besonderes Konzept: Sie wickeln sich zur Abkühlung einfach ein nasses Handtuch um den Kopf. „Dann lauft ihr rum wie die Heinzelmännchen? Um Himmels Willen!“, lacht Görlath.

Seit 29 Jahren mit Wohnwagen unterwegs

Ein kleiner Pavillon schützt den Wohnwagen des Ehepaars Wegner vor der Sonne – seit 29 Jahren verrichtet er schon seinen Dienst. Selten hat er mit dem Feuerball am Himmel aber so zu kämpfen gehabt, wie in diesem Sommer. „Bei uns in der Stadt ist es einfach zu warm, selbst abends haben wir über 30 Grad in den Räumen“, klagt Ursula Wegner. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Rolf reist sie fast jedes Wochenende aus Oberhausen zum Campingplatz Wannetal in Niederbergheim: „Wir sind Dauercamper. Seit 1989 haben wir schon einen Stellplatz“, erzählt Rolf Wegner.

Durch hohe Bäume im Rücken ihres Stellplatzes geschützt, können die Wegners angenehm im Schatten frühstücken. Ursula Wegner nippt noch an einem letzten Schluck Kaffee, Rolf Wegner checkt seinen Laptop, leise Musik dröhnt aus dem Innenraum. „Wir haben hier alles, was wir zum Leben brauchen. Warum also unnötig in der Stadt schwitzen, wo sich alles nochmal mehr aufheizt? „Früher sind wir auch oft gewandert, das geht jetzt nicht mehr so, weil die Füße nicht mitmachen. Aber mit den netten Nachbarn lässt es sich auch auf dem Platz aushalten“, erklärt Ursula Wegner.

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