Tradition

Eckhard Uhlenberg spricht Sturmtag bundesweite Bedeutung zu

Kultur- und Heimatverein Badulikum: Sturmtagsfeier in Belecke mit der Einweihung "Kleiner Speicher". Schlüsselübergabe mit Eckhard Uhlenberg, Franz-Josef Schiermeister, Adalbert Friederizi, Thomas Schöne, Hans-Jürgen Raulf, Heiner Maas und Pastor Hubert Bronstert (von links).

Kultur- und Heimatverein Badulikum: Sturmtagsfeier in Belecke mit der Einweihung "Kleiner Speicher". Schlüsselübergabe mit Eckhard Uhlenberg, Franz-Josef Schiermeister, Adalbert Friederizi, Thomas Schöne, Hans-Jürgen Raulf, Heiner Maas und Pastor Hubert Bronstert (von links).

Foto: Thorsten Streber

Belecke.   Bei der Sturmtagsfeier sollte die Einweihung des Kleinen Speichers im Fokus stehen. Doch dann gibt Eckhard Uhlenberg ein ehrgeiziges Ziel vor.

„Der Belecker Sturmtag ist etwas ganz Historisches und etwas ganz Großes.“ Tief in die Kiste der Superlative griff Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung, am Mittwoch Abend bei der Sturmtagsfeier – und nutzte die Gelegenheit zugleich, um ein ehrgeiziges Ziel zu formulieren. „Es stellt sich die Frage, ob der Belecker Sturmtag nicht in das Bundesverzeichnis für immaterielles Kulturerbe aufgenommen werden sollte“, sagte er unter dem Beifall der trotz des Regens großen Besucherschar. „Wir sollten uns jedenfalls alle dafür einsetzen.“

Der Sturmtag, mit dem die Belecker jährlich an die erfolgreiche Abwehr der Soester im Jahr 1448 erinnern, sei weiter über den Ort hinaus von Bedeutung. „Den kennt man auch bei der NRW-Stiftung und den kennt man auch in Büderich“, betonte der aus dem kleinen Ort bei Werl stammende Stiftungspräsident.

Schüler begegnen erstmals Heimatgeschichte

Bei etwas schönerem Wetter habe er das morgendliche Böllern vor Jahren schon einmal erleben dürfen, blickte Eckhard Uhlenberg zurück. „Doch diese Böllerschüsse sind doch viel mehr als ein morgendlicher Weckruf“, stellte er heraus, „sie halten Erinnerungen wach.“ Für Generationen von Belecker Kindern sei der Sturmtag die erste und eine besondere prägende Begegnung mit der Heimatgeschichte.

Grund für den Besuch des ehemaligen Landtagspräsidenten war die Einweihung des zum Teil mit Stiftungsgeld wiedererrichteten Kleinen Speichers. Entscheidend für die Unterstützung der NRW-Stiftung sei das große ehrenamtliche Engagement der Sturmtagskanoniere und Nachtwächter gewesen. Fast ausschließlich in Eigenleistung hatten sie das marode Baudenkmal zunächst zurückgebaut, die Materialien aufgearbeitet und originalgetreu wieder zusammengesetzt.

Ehrenamt hilft dabei, städtische Gebäude zu erhalten

Den beiden Vereinigungen galt auch der Dank von Bürgermeister Thomas Schöne. „Man muss sich vergegenwärtigen, dass es sich hierbei um ein städtisches Gebäude handelte“, betonte er, „das durch diese ehrenamtliche Leistung erhalten und mit Leben gefüllt wird.“

Symbolisch überreichte er den Schlüssel daher an die beiden Bauleiter Franz-Josef Schiermeister (Nachtwächter) und Adalbert Friederizi (Sturmtagskanoniere). Gemeinsam mit Eckhard Uhlenberg und Ortsvorsteher Heiner Maas trug sich Schöne anschließend ins Goldene Buch des Kleinen Speichers ein.

Ruhebank für langjährige Ortsvorsteherin

Die Sturmtagsfeier nutzte Beleckes neuer Ortsvorsteher Heiner Maas für einen Dank an seine Vorgängerin. „Viele Bürger gehen davon aus, dass die Tätigkeit des Ortsvorstehers hauptberuflich ist“, erzählte er von ersten Erfahrungen. „Sicherlich ist ein Grund für diese Annahme der ständige Einsatz von Elke Bertling.“

Gemeinsam mit dem Kultur- und Heimatverein Badulikum überreichte Heiner Maas seiner Vorgängerin „nicht nur symbolisch für deinen politischen Ruhestand“ eine Ruhebank – und zwar vom selben Modell, wie es im Sommer auf dem Wilkeplatz steht, der sich während Bertlings Amtszeit zur „guten Stube“ Beleckes entwickelt hatte.

Für seine eigene Amtszeit bat Heiner Maas um Unterstützung: „Wie beim Sturm der Soester vor 570 Jahren stehen wir in Belecke Seite an Seite.“

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