Ehemalige und aktuelle Patienten feiern ihr „zweites Leben“

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Warstein. Es gehört viel Mut dazu und verdient sogleich den allerhöchsten Respekt, wenn Menschen vor ein großes Auditorium treten und von ihrer schweren Zeit berichten – einer Zeit, in der sie der Alkohol-, Drogen- oder Medikamentensucht verfallen waren und erst mittels einer teils umfangreichen und langwierigen sowie professionellen Entwöhungtherapie ihr „zweites Leben“ haben feiern können.

Rund 200 ehemalige Klienten des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen in Warstein kamen nun im Rahmen des Ehemaligentreffens in den Festsaal der LWL-Klinik, um mit ehemals Betroffenen sowie aktuellen Patienten und Therapeuten in den Dialog zu treten und die Abstinenz gebührend zu bejubeln.

Selbstdisziplin entwickelt

Chefarzt Bertrand Evertz lobte und ehrte zugleich diejenigen Damen und Herren, die ihr psychisches Leid und ihre daraus resultierende Suchterkrankung erfolgreich hinter sich lassen konnten und ihre gelungene Rehabilitation durch eine auf bemerkenswerte Art und Weise entwickelte Selbstdisziplin künftig nicht mehr in Gefahr bringen wollen. „Man darf sehr stolz darauf sein, dass man eine individuelle Lösung für sich gefunden hat. Es ist hoch anzurechnen, wenn Betroffene hier versuchen, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen“, so Evertz.

In Interviews, die von Therapeuten geführt wurden, erzählten ehemalige Rehabilitanden von ihrer Therapiezeit und verdeutlichten dabei, teils sehr bewegend, wie sie es schafften, diesen steinigen Weg zu bewältigen – so auch der ehemalige Patient Heribert, der mit seinem Nachnamen jedoch nicht erwähnt werden möchte.

„Es waren Unfälle und Todesfälle innerhalb der Familie, die mich in eine tiefe Depression stürzten. Mein Alkoholkonsum wurde daraufhin immer stärker, so dass ich schließlich der Sucht verfiel. Immer wieder bin ich in mein kleines Kämmerlein gegangen, um mich zu betrinken.“, berichtet er mit leicht zitternder Stimme. Der Weg zur Therapie führte ihn schließlich in die Warsteiner LWL-Klinik. Dort begann die Behandlung für ihn mit einem längeren stationären Aufenthalt, bevor es anschließend zu einem Wechsel in die sogenannte Tagesklinik-Therapie kam.

„Ich wollte unbedingt wieder voll im Leben stehen und mir den Respekt meiner Familie und meines Arbeitgebers zurückgewinnen“, schildert Heribert sein damaliges Ziel. Dank einer erfolgreichen Therapie ist ihm der Spagat zwischen Privat- und Berufsleben geglückt – eine erfreuliche Bilanz und ein triftiger Grund, die erreichte Abstinenz ausgelassen zu feiern. Bei Kaffee und Kuchen ließen die Ehemaligen das ereignisreiche Wiedersehen sodann gemütlich ausklingen.

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