Sparkassen-Fusion

Einfluss von Warstein und Rüthen sinkt weiter

Die Sparkassenfiliale in Warstein

Foto: Manfred Böckmann

Die Sparkassenfiliale in Warstein Foto: Manfred Böckmann

Warstein/Lippstadt.   Noch weniger Einfluss als bisher werden Warstein und Rüthen in der fusionierten Sparkasse haben. Kämmerer Redder ist trotzdem optimistisch.

Ganze 6,6 Prozent der Anteile an der Sparkasse Lippstadt hält aktuell die Stadt Warstein, weitere 3,4 Prozent gehören der Stadt Rüthen – der Rest liegt in den Händen Lippstadts. Und: Künftig sinkt der Einfluss weiter.

Mitte des Jahres wollen die Sparkasse Lippstadt (zu der auch Warstein und Rüthen seit 2009 gehören) und die Sparkasse Erwitte-Anröchte fusionieren. Die beiden Kommunen bekommen einen vergleichsweise höheren Anteil an dem neuen Institut, das weiterhin den Namen Sparkasse Lippstadt tragen soll – das sieht jedenfalls der Fusionsvertrag vor, über den die beteiligten Kommunen gerade abstimmen: Erwitte und Anröchte haben bereits zugestimmt, Lippstadt folgt am 20. März, Warstein und Rüthen beschließen am 21. März in einer nichtöffentlichen Sitzung des Rates. Wie prekär es um die ehemalige Sparkasse Warstein-Rüthen bestellt war, zeigt die Aufteilung der Anteile damals – und welchen Einfluss stattdessen Erwitte und Anröchte in dem neuen Institut haben sollen: Ganze zehn Prozent Anteile billigte Lippstadt den Haar-Städten damals zusammen zu, obwohl Bilanz- und Geschäftsvolumen im Jahr vor der Fusion bei über einem Drittel lag (418 zu 770 Millionen Euro). Auch in der Verbandsversammlung sind Warstein und Rüthen mit nur jeweils einem Mitglied vertreten, Lippstadt stellt seit 2009 18 Vertreter.

Bei der bevorstehenden Fusion werden Bilanz- und Geschäftsvolumen der Sparkasse Erwitte-Anröchte besser berücksichtigt, lagen diese doch (auf Basis des Jahres 2015) bei knapp 20 Prozent der Summe beider Institute: Der Fusionsvertrag sieht einen Anteil für Erwitte und Anröchte von 17,25 Prozent (Erwitte: 10,31 Prozent, Anröchte 6,94 Prozent) vor. Gleichzeitig werden die Anteile der bisher beteiligten Städte verwässert: Lippstadt besitzt künftig 74,48 Prozent der Sparkasse, Warstein 5,46 Prozent und Rüthen 2,81 Prozent.

Kein Wertverlust

Für Stefan Redder, Kämmerer der Stadt Warstein, ist der sinkende prozentuale Einfluss nicht problematisch: „Das Bilanzvolumen wird größer, somit wird es keinen Verlust beim Wert des Anteils geben.“

Der Einfluss sei bereits beim jetzigen Institut vergleichsweise gering: „Wir konnten damals keine großen Forderungen stellen“. Das Verhandlungsergebnis sei trotzdem gut gewesen, „weil so weiter die Sparkasse in Warstein vertreten ist“. Entsprechend der Besitzanteile werden aber auch die Gewinne ausgeschüttet. Im Gegensatz zu anderen Sparkassen zahlen die Lippstädter einen Teil des Überschusses an die Kommunen aus – neben der Gewerbesteuer, die natürlich auch von der Sparkasse zu zahlen ist. Redder im Gespräch mit der WP: „Wir bekommen etwas. Das ist gut“.

Aussschüttung vierstellig

Natürlich hätte der Mann des Geldes im Warsteiner Rathaus gerne mehr – denn aktuell ist die Gewinnausschüttung nicht einmal fünfstellig.

Stadtkämmerer Redder hofft, dass sich die Situation der neuen Sparkasse durch die Aufnahme von Erwitte und Anröchte weiter verbessert, so dass letztlich nicht nur höhere Gewerbesteuer-Zahlungen für die Stadt, sondern – trotz niedrigerem Anteil am erzielten Ergebnis – in der Summe auch höhere Ausschüttungen möglich werden.

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