Nikolaussitzung

Einigkeit schmeckt nicht jedem im Rüthener Ratssaal

Die Stadthalle in Rüthen wird saniert: 1,23 Millionen Euro sollen zur Erneuerung eingesetzt werden.

Foto: Armin Obalski

Die Stadthalle in Rüthen wird saniert: 1,23 Millionen Euro sollen zur Erneuerung eingesetzt werden. Foto: Armin Obalski

Rüthen.   SPD ist erbost über Kritik des Nikolauses Theodor Fromme in der WESTFALENPOST. Die Forderung: Einbeziehung der Bürger in Stadthallen-Sanierung.

Er bummert an der Tür. Ganz laut, während die Ratsmänner in tiefem Bass singen: „Lustig, lustig, trallerallala“. Der Nikolaus ist da. Er schwebt mit einem sturen Starren durch die Sitzreihe nach vorn.

Nicht nur mit seinen kleinen Spitzen gegen die Politiker und die Geschehnisse in Rüthen mischt er die traditionelle, fast historische, Nikolaussitzung auf. Noch am selben Tag hatte die SPD-Fraktion einen Antrag gestellt, die Sanierung der Stadthalle – geplant war der Beschluss – wieder von der Tagesordnung zu nehmen. Grund war ein Artikel der WESTFALENPOST. Im Gespräch mit der WP hatte Theodor Fromme, der Mann hinter dem Bart, gesagt: „Die Politiker haben durch die vielen Vorschriften nichts mehr zu entscheiden, können also auch keine Fehlentscheidungen treffen“, – als Antwort auf die Frage, was sich in seiner Zeit als Nikolaus geändert habe.

Johannes Erling, Vorsitzender der SPD-Fraktion, zeigt sich leicht erbost. „ Das sehe ich nicht so“, bezieht er Stellung. Ihn stört, dass die Politik nie Nachbarn der Stadthalle über die geplanten Maßnahmen informiert hätte. Dazu gehören unter anderem die Aufbesserung des Daches, eine Erneuerung der Fenster und Glasfassaden, der Einbau von Schleusen, neue Fußböden sowie ein Anstrich der Fassaden. Wie die WP berichtete liegt der Fokus dabei auf dem Schallschutz. Die Kosten belaufen sich auf 1,23 Millionen Euro.

Bürgermeister Peter Weiken reagiert gelassen. „Ich gebe das unumwunden zu: Nachbarn einzubeziehen haben wir vergessen.“ Das werde ihn hier und heute aber nicht davon abhalten, den Beschluss über die Sanierung der Stadthalle auf der Tagesordnung zu belassen. „Wenn wir uns heute nicht einigen verschiebt sich der Zeitplan und wir liegen in 2019.“ Zustimmendes Nicken und Brummeln im Rat.

Kritik an Lärm an der Halle

Einige Mitglieder lassen es sich indes nicht nehmen ihre Bedenken zu äußern – besonders, was den Lärm anginge, den ankommende und abfahrende Gäste machen würden, wenn eine Veranstaltung stattfinde. Schlussendlich stimmt der gesamte Rat allerdings für die Sanierung der Stadthalle.

Der Nikolaus kennt allerdings am Ende kein Erbarmen mit den Politikern und stichelt weiter gegen die Einigkeit im Rat. „Die Diskussion um das ehemalige Paul-Gerhardt-Gelände kommt mir auch tatsächlich mal wie eine Diskussion vor.“ Böse nehmen es ihm die Frauen und Männer allerdings nicht – auch, wenn jeder mal sein Fett wegbekommt.

Am Ende steht Bürgermeister Peter Weiken auf und schüttelt Theodor Fromme, dem Nikolaus, die Hand. „Scheint, als hätten wir es ganz gut hinbekommen 2017.“

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