Kirche

Erzbischof Becker will Proteste von kfd-Frauen ernst nehmen

Erzbischof Hans-Josef Becker aus Belecke, hier bei einem Gottesdienst zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2018, würdigte die Frauen, die für Reformen in der katholischen Kirche eintreten.

Erzbischof Hans-Josef Becker aus Belecke, hier bei einem Gottesdienst zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2018, würdigte die Frauen, die für Reformen in der katholischen Kirche eintreten.

Foto: Sebastian Hahn / WP

Paderborn/Belecke.  Erzbischof Hans-Josef Becker signalisiert Unterstützung für die Reform-Ideen der Frauen-Bewegung „Maria 2.0“. Das sagte der Belecker am Dienstag.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker hat die erneuten Reformrufe und Aktionen des kirchlichen Frauen-Netzwerks Maria 2.0 und der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) gewürdigt und das Engagement der Frauen in der Kirche gelobt. In einem Interview ging er am Dienstag in Fulda auch auf die Initiativen der vergangenen Wochen und Monate für einen Neuaufbruch in der katholischen Kirche ein und hob die gemeinsamen Ziele mit den engagierten Frauen hervor.

Erzbischof Becker betonte in seinen Äußerungen am Rande der zurzeit tagenden Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, dass er die Initiativen katholischer Frauen sehr ernst nehme. Schließlich gehe es um „echte Anliegen“ eines „wichtigen Teiles der Kirche“. Zusammen mit den engagierten Frauen wolle er insbesondere im Erzbistum Paderborn „ausloten, was wir tun können“. Die „lebendige Weitergabe des christlichen Glaubens und eine menschenfreundliche Kirche“ seien dabei wichtige gemeinsame Ziele.

Offene Diskussion im Erzbistum Paderborn

Zu weiteren Forderungen, die nicht auf Bistumsebene zu klären und zu realisieren seien, machte Erzbischof Becker den Vorschlag, „in einem echten Miteinander zu überlegen, welche gemeinsamen Ziele wir realistischer Weise vor Ort erreichen und umsetzen können“. Dazu gehörten neben der Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche Themen wie Machtverteilung, Partizipationsmöglichkeiten, Gestaltung der priesterlichen Lebensform oder Reformen der katholischen Sexualmoral.

Konkrete Fragestellungen zu einer offeneren Gestalt von Kirche würden laut Erzbischof Becker in Paderborn bereits auf verschiedenen Ebenen der Ortskirche verstärkt diskutiert: in einzelnen Gesprächsprozessen, bei der in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindenden Frauenkonferenz oder im Rahmen der weiteren Umsetzung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn und beim nächsten Diözesanen Forum im kommenden Jahr.

Erst am Wochenende hatte der Generalvikar des Bistums Essen, Klaus Pfeffer, gefordert, dass sich die katholische Kirche modernisieren müsse: „Die Signale aus Rom sind in ihrer Wirkung verheerend.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben