Büren

Flughafen Paderborn-Lippstadt - Von Westfalen nach Moskau

Abflug nach Moskau? Flughafen-Chef Marc Cezanne hofft, dass im kommenden Sommer die ersten Flüge von Paderborn-Lippstadt in die russische Hauptstadt starten.

Abflug nach Moskau? Flughafen-Chef Marc Cezanne hofft, dass im kommenden Sommer die ersten Flüge von Paderborn-Lippstadt in die russische Hauptstadt starten.

Foto: privat

Büren.   Der Flughafen Paderborn-Lippstadt plant im kommenden Sommer eine Verbindung nach Russland. Airport erzielte 2015 das erste Passagier-Plus seit zehn Jahren. Einzugsgebiet soll größer werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Krisen, Kriege und Katastrophen: Es sind unruhige Zeiten, die nicht nur Reiseveranstalter und Tourismusziele in Turbulenzen bringen können, sondern auch Flughäfen. Dennoch sitzt Marc Cezanne, Geschäftsführer des Airports Paderborn-Lippstadt, entspannt in der Panorama Lounge und blickt zufrieden zurück und zuversichtlich nach vorne: „Wir sind der wirtschaftlichste Regionalflughafen unserer Größenordnung in Deutschland.“ Man erwarte auch 2016 ein moderates Wachstum. Und das, obwohl „unheimlich viel“ in Bewegung ist, wie der joviale Flughafen-Chef sagt: „Keiner weiß, was 2016 passieren wird.“

Er meint insbesondere Ereignisse wie die Griechenland-Krise, der Absturz einer russischen Passagiermaschine über der Sinai-Halbinsel, Terroranschläge in Tunesien oder der Condor-Abschied, die ein besseres Ergebnis des „Heimathafens“ (Eigenwerbung) im vergangenen Jahr verhindert haben. Und doch hat Paderborn-Lippstadt 2015 erstmals seit zehn Jahren wieder steigende Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet - auch wenn es sich nur um ein Wachstum von einem Prozent handelt.

Mit dem Terroranschlag in der Urlauberhochburg Türkei hat das neue Jahr für die Tourismusbranche nicht gut begonnen. Negative Auswirkungen scheinen zunächst nicht eingetreten zu sein, sagt Cezanne. „Veranstaltern und Airlines zufolge gibt es keine Einbrüche bei den Buchungen.“

Folgen des Türkei-Boykotts

Was aber passieren wird: „Die Preise für Türkei-Reisen werden deutlich nach unten gehen.“ Weil durch den von Putin verhängten Türkei-Boykott für russische Urlauber Hotelkontingente anderweitig verkauft werden müssen.

Apropos Russland: „Wir hoffen, dass im kommenden Sommer die ersten Flüge nach Moskau starten“, so Cezanne. Die dortige Reisebranche habe großes Interesse signalisiert. Es gebe eine große Nachfrage bei Russen, die Westfalen erkunden möchten, und bei Russland-Deutschen hierzulande. Der Flughafen-Chef hofft auf baldiges grünes Licht seitens der russischen und deutschen Behörden: „Derzeit sind die sogenannten Verkehrsrechte noch nicht gewährt.“

10 Prozent mehr Passagiere streben die Airport-Verantwortlichen für den kommenden Sommer an. Dazu beitragen sollen unter anderem neue Ziele der Lufthansa- und Türkisch-Airlines-Tochter Sun Express (Varna in Bulgarien und Fuerteventura) und die Zusammenarbeit mit den beiden großen Reiseveranstaltern TUI und Thomas Cook, die eigene Programme für Paderborn-Lippstadt entwickelt haben. Zudem soll das Einzugsgebiet (bislang 5,5 Millionen Menschen, die innerhalb einer Stunde den Flughafen erreichen) vergrößert werden.

Insbesondere will man noch weitere Kunden aus Südniedersachsen und Nordhessen gewinnen - hier wird die Werbung verstärkt.

Werbung in Nordhessen

Eine Straßenbahn mit „Paderborn-Lippstadt“-Aufstrich fährt bereits durch die Kasseler City. Nicht weit von dem umstrittenen Flughafen Kassel-Calden entfernt. Mehr als 40 000 Passagiere, die pro Jahr an dem verlustreichen Airport abfliegen, könnten genauso gut in Paderborn-Lippstadt starten. Marc Cezanne: „Das ist schon ärgerlich.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben