Haus Kupferhammer

Foto-Ausstellung im Haus Kupferhammer erzählt von Wurzen

Der Wurzener Raymund Töpfer (rechts) stellt seine Fotografien in Warstein aus. Zur Matinee sprachen Heike Kruse und Bernhard Enste.

Foto: Elisa Sobkowiak

Der Wurzener Raymund Töpfer (rechts) stellt seine Fotografien in Warstein aus. Zur Matinee sprachen Heike Kruse und Bernhard Enste. Foto: Elisa Sobkowiak

Warstein.   Städtepartnerschaft von Warstein und Wurzen bringt zwei Ausstellungen hervor. Wie der Wurzener Fotograf Raymund Töpfer Motive einfängt.

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Es war schlicht ein Zufall, dass Antje Prager-Andresen erst vor einer Woche eine Ausstellung ihrer Bilder in Warsteins Partnerstadt Wurzen eröffnet hat. Und dass gleich am Wochenende darauf eine weitere Ausstellung – dieses Mal in Warsteins guter Stube – in das Herz Wurzens greift.

„Zufällig waren die beiden Ausstellungen vielleicht, was den Zeitpunkt betrifft – die Intention dahinter war aber kein Zufall“, betonte Raymund Töpfer. Von ihm stammt der Großteil der Ausstellungsfotos im Haus Kupferhammer. Vielmehr dokumentiere der Rückaustausch unterschiedlicher Werke beider Städte die Wertschätzung der Städtefreundschaft, sei ein wahres Bekenntnis zur Stadt Wurzen. „Ein richtig fettes Dankeschön“, hielt es Töpfer bei der Eröffnungsmatinee am Sonntagmorgen unkompliziert.

Förderverein hilft bei der Ausstellung

Durch die Bereitschaft des Fördervereins zur Hilfe wurde die Ausstellung erst möglich. „Beim Aufbau waren wir ein echtes Dream-Team“, schwärmte Töpfer, „und bei Familie Enste waren meine Frau und ich keine Gäste, sondern Teil der Familie.“

Bernhard Enste, Vorsitzender der Kupferhammerfreunde, würdigte zwischen begleitenden Klängen von Gitarristin und Sängerin Nina Grosser die Vita des Fotografen – dem es nicht um das „Knipsen, Ablichten“ von Dingen gehe, sondern um das Erzählen einer Geschichte und das Hineinfühlen in ein Bild.

Kunst als Form der Kommunikation

„Fotografie war eigentlich nur sein Hobby, aber das hat ihn nicht mehr zufriedengestellt. Und das neben und nach seiner Lehre als Elektrometallbauer, seines Lehramtsstudiums und schließlich seiner Arbeitsstelle bei der Stadt Wurzen, wo er bis heute als Museumsleiter tätig ist“, berichtete Enste beeindruckt.

Glückwünsche von Rat und Verwaltung zu der städteverbindenden Ausstellung überbrachte Heike Kruse als stellvertretende Bürgermeisterin, freute sich, erstmalig im Haus Kupferhammer eine Ansprache zu halten: „Kunst ist eine Form der menschlichen Kommunikation – und sagt doch so viel mehr als Sprache auf allen sinnlichen Kanälen.“

Dass man heute aufgrund der täglich einstürmenden Bilderflut denke, etwas existiere nur, wenn es ein Bild davon gibt – diese Einstellung lohne sich beim Anschauen der Bilder von Raymund Töpfer abzulegen. Schon kurz nach Beginn des Rundgangs durch die Partnerräume Fisch, Cramer und Möller wurde den Besuchern der Matinee deutlich, was Töpfer zuvor über seine Arbeit gesagt hatte: „Bei mir basiert alles auf dem Augenblick, es ist Spontanfotografie.

Da wird nirgendwo ein Licht aufgestellt, auch mit Blitz arbeite ich nicht. Auch wenn das manchmal vielleicht heißt, dass einige Bilder erst gar nicht entstehen – aber alles zu stellen, wäre doch langweilig.“

Schüler des Gymnasiums Wurzen werden Künstler

Ergänzt wird Töpfers Ausstellung von den Schülern des Gymnasiums Wurzen. Von 663 Schülern seien 35 in zwei Kunst-Leistungskursen aktiv. „Es ist toll und wichtig, nicht nur Rezipient von Kunst, sondern auch Produzent zu sein. Das gehört zur Persönlichkeitsentwicklung“, betonte der Wurzener, die Werke der Schüler hätten mehr verdient als den Titel einer „Schülerarbeit“.

Bei jedem Fotografen oder Künstler zeige sich durch seine Arbeit die subjektive Realitätswahrnehmung. „Deswegen freue ich mich immer über kreative Auseinandersetzungen.“ Dank richtete er an seine Frau Sabine: „Würdest du mich nicht manchmal am Hosenbund festhalten, wäre ich längst verloren gegangen, wenn ich mal wieder wegen eines Bildes stehen bleibe.“ Noch bis zum 2.September ist die Ausstellung im Haus Kupferhammer zu sehen.

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