Freiwilligendienst

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Warsteiner Bilsteintal

Lara Reck und Leonie Windloff (von links) leisten Freiwilligendienst im Bilsteintal.

Foto: Elisa Sobkowiak

Lara Reck und Leonie Windloff (von links) leisten Freiwilligendienst im Bilsteintal. Foto: Elisa Sobkowiak

Warstein.   Lara und Leonie leisten Freiwilligendienst. Sie haben sich aus ganz konkreten Gründen für die Einsatzstelle im Bilsteintal entschieden.

„Sobald die Schweine das Geräusch von meinem Schlüssel hören, wissen sie genau: Es ist Futterzeit.“ Wenn man Lara (16) und Leonie (18) bei ihrem Rundgang durch den Wildpark beobachtet, könnte man meinen, die beiden würden seit Jahren nichts anderes tun. Dabei sind sie erst in der zweiten Woche ihres Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ). Ein möglicher Grund: „Wir wurden nicht in das kalte Wasser geschmissen – wir sind eher ins Eis hinein gefallen“, lachen die beiden FÖJlerinnen.

Direkt mittendrin

Seit dem 1. August sind sie unter Schirmherrschaft von ihren Betreuern Stefan Enste und Heinz Greifenstein im Bilsteintal unterwegs. Für einen entspannten Start in den neuen Arbeitsalltag ein eher undankbarer Zeitpunkt: „Es ist nun einmal Hauptsaison, da hat man neben den ganzen Besuchern im Wildpark kaum Zeit, sich um etwas anderes zu kümmern.“

Am Donnerstagmorgen aber verschafft das eher graue Wetter den beiden eine kleine Verschnaufpause, gemütlich geht es zum Schweinegehege. „Willst du oder soll ich?“, fragt Leonie ihre Mit-Freiwillige, bevor sie den großen Eimer mit Futter gleichmäßig im Gehege verteilt und die Wildschweine sogleich eine Rangelei um den besten Fressplatz beginnen.

Fünf Seminarwochen

„Die meisten Sachen lernen wir einfach über’s Zuschauen, Stefan bringt uns zum Beispiel auch viel Organisatorisches bei“, sagen beide. Ihnen gefällt es, viel direkt selbst ausprobieren zu können. Aber auch fünf je einwöchige Seminare wird es im Laufe der zwölf Monate geben: Dort werden Lara und Leonie mit allen anderen Jugendlichen zusammenkommen, die sich ebenfalls für ein FÖJ entschieden haben.

„Zum Beispiel wird es dann in einem Seminar-Block um Themen wie Nachhaltigkeit gehen“, ist Leonie gespannt, was die beiden genau erwarten wird, „es ist sicher schön, sich mit Jugendlichen auszutauschen, die die gleichen Interessen haben wie wir.“

Dem Zukunftstraum ein Stück näher

Leonie aus Velbert hat sich gleich nach dem Abitur für das FÖJ entschieden, zur Orientierung, und um ihrem Traum ein Stück näher zu kommen: „Eine Ranger-Ausbildung in Afrika, das habe ich mir seit einem Aufenthalt dort in den Kopf gesetzt.“

Lara ergeht es ähnlich, sie nimmt auch die weite Entfernung von ihrer Heimat Dresden in Kauf, um das kombinierte Angebot aus Tieren und Natur im Bilsteintal für ihren Freiwilligendienst beanspruchen zu können: „Ich habe mich in ganz Deutschland beworben, aber dass Tiere dabei sind, war für mich ein Muss.“ Sie hat durch ein Praktikum in einer Tierauffangstation ihr Herz an der Natur verloren, die Arbeit im Wildpark deshalb: Genau das Richtige für sie.

Fest eingespannt im Arbeitsalltag

Von Reparaturarbeiten an den Gehegen und Fütterung der Tiere, über die Betreuung des Ladens in der alten Jugendherberge bis hin zu Höhlenführungen – fest eingespannt sind die FÖJlerinnen in den Arbeitsalltag. „Das ist wirklich ein schönes Gefühl, zu wissen, man wird hier gebraucht und es wird einem Verantwortung übertragen. Auch deswegen fühlen wir uns hier so wohl“, schätzen die beiden Mädchen das Vertrauen, das ihnen vor Ort entgegen gebracht wird.

Und so übernimmt auch Leonie selbstbewusst am Donnerstagmorgen eine Führung durch die Höhle, erklärt den Besuchern die Unterschiede zwischen Stalagmiten und Stalaktiten, zwischen Auswaschungshöhlen und Spaltenhöhlen – schon über zwanzig Mal hat sie das seit ihrem ersten Tag inzwischen schon gemacht. „Wir freuen uns schon auf ein größeres Projekt, zum Beispiel den anstehenden Ausbau des Fuchs-Geheges. Aber uns bleiben ja auch noch zwölf Monate“, freut sich Lara auf die kommende Zeit.

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