Jubiläumskonzert

Freude am Singen hält in Allagen weiter an

Männer „verträglichen Charakters und vornehmer Gesinnung“: An eine Mitgliedschaft beim MGV Cäcilia Allagen werden seit jeher hohe Ansprüche gestellt.

Männer „verträglichen Charakters und vornehmer Gesinnung“: An eine Mitgliedschaft beim MGV Cäcilia Allagen werden seit jeher hohe Ansprüche gestellt.

Foto: Elisa Sobkowiak

Allagen.  Der MGV Cäcilia blickt beim Jubiläumskonzert in der Kirche stolz auf seine 90-jährige Vereinsgeschichte zurück.

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Ein kurzes Räuspern, Notenbücher werden aufgeschlagen, dann die ersten Takte angestimmt: Seit 90 Jahren ist das das Handwerk vom Männerchor Cäcilia Allagen. Eine langjährige Vereinsgeschichte mit strengen Erwartungen an die Mitglieder und dem Vorsatz, gemeinsam qualitative Musik hervorzubringen, liegt hinter dem MGV. Beim Jubiläumskonzert am Sonntagnachmittag in der St. Johannes-Baptist Kirche blickten sie auf diese neun Jahrzehnte stolz zurück.

„Dass ich heute moderieren soll, weiß ich erst seit fünf Tagen“, berichtete Chorleiter Martin Krömer von krankheitsbedingten Ausfällen in den Reihen der Musiker – ein gebrochener Fuß, eine Reha und der ursprüngliche Moderator Willi Hecker gepackt von der Grippewelle.

„Aber das war’s dann auch, sonst geht’s uns ganz gut“, schmunzelte Krömer entgegen der 22 übrigen Musizierenden, die den Besuchern festliche Choräle, moderne Romantik – und das in zwei Sprachen – präsentierten. „Ich habe den Männern gesagt, in Englisch zu singen sei wie Allagener Platt, nur nicht ganz so genuschelt – und dann hat es funktioniert“, erklärte Krömer.

Freude am Singen ausgedrückt

Ausgedrückt wurde im Konzert vor allem Freude: Freude über das Chorjubiläum, Freude am Singen von „Laß dich grüßen schöner Tag“ oder „Sing mit uns“ – „Locker, unbeschwert, unverkrampft – das ist moderne Männerliteratur“, betonte auch Krömer.

Und – dessen war sich Wilfried Hesse als erster Vorsitzender des MGV Allagen sicher – zu einem Jubiläum gehören auch Gäste: Nicht nur das Publikum in der Kirche, sondern auch Musizierende. Daniel Tappe aus Allagen am Klavier und Dieter Mohme aus Soest mit seinem Gesang werteten so das Programm des Männerchores mit Facettenreichtum auf, boten mit ruhigen Tastenklängen und der Klangfarbe eines Solo-Sängers einen angenehmen Kontrast zur Stimmgewalt des ganzen Chores.

Berührt zeigten sich die Zuhörer bereits nach den ersten Stücken „Steal away“ und „Swing low“: Anerkennend wurde gemurmelt, dem Pianisten und dem Sänger reichlich Applaus für ihre Darbietungen geschenkt.

Geschichtliche Hintergründe über den Männerchor ließen die Zuhörer zwischendurch in Erinnerungen schweifen. 18 Allagener sollen es einst am 25. Januar 1928 gewesen sein, die sich im Hinterzimmer einer Dorfgaststätte zur Gründung des Männergesangvereins eingefunden hatten – wo laut Hesse auch die bis heute den Chor prägende Satzung entstand: „Verträglichen Charakters und vornehmer Gesinnung“ sollten die Chormitglieder sein, kameradschaftliches Verhalten an den Tag legen.

„Nüchternheit bei Gesangstunden wird ebenso erwartet, wie den Korrekturen des Dirigenten ohne Murren Folge zu leisten“, trug der erste Vorsitzende die geschichtliche Ausarbeitung Willi Heckers vor, erntete

dafür einige Lacher aus dem Publikum.

Dass sich die Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres auf 42 erhöhte – und die der unterstützenden passiven Mitglieder gar auf 59 – habe den Wunsch auf die Gründung der musikalische Gruppe einmal mehr verdeutlicht.

Für die Gegenwart sprachen die Männer mit ihrem Konzert am Sonntag: Glückwünsche und Applaus signalisierten, dass für die Zuhörer nichts gegen ein weiteres rundes Jubiläum des Allagener Chores in zehn Jahren spricht. „90 Jahre sind für einen Chor schließlich auch relativ jung“, appellierte Chorleiter Krömer für noch langjähriges Fortbestehen.

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