Friedensnobelpreisträger

Friedensnobelpreisträger ICAN gastiert im Haus Kupferhammer

Sascha Hach und Anne Balzer von der Organisation ICAN kommen am 4. Februar ins Haus Kupferhammer

Sascha Hach und Anne Balzer von der Organisation ICAN kommen am 4. Februar ins Haus Kupferhammer

Foto: Veranstalter

Warstein/Berlin.   Die Friedensnobelpreisträger der Organisation ICAN gastieren im Haus Kupferhammer. Was sie in Warstein vermitteln wollen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Haus Kupferhammer in Warstein hat schon viele renommierte Gäste gesehen, diesmal ist den Freunden und Förderern des Museums Haus Kupferhammer aber ein ganz besonderer Coup für „Warsteins gute Stube“ gelungen: Der amtierende Friedensnobelpreisträger kommt nach Warstein. Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste politische Auszeichnung der Welt. Er wurde in diesem Jahr nicht einer Einzelperson zuerkannt, sondern ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), einer Kampagne, die für ein weltweites Atomwaffenverbot streitet.

Insgesamt haben sich bisher 450 Friedensgruppen auf der ganzen Welt dem Bündnis ICAN angeschlossen. Vorsitzender der deutschen Delegation ist Sascha Hach, der gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Anne Balzer am Sonntag, 4. Februar, um 17 Uhr die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung im Haus Kupferhammer vorstellen wird. Eine anschließende Aussprache mit den anwesenden Gästen ist ebenfalls vorgesehen.

Papst: „Wir sind am Limit“

Der Vortrag ruft auf, über den eigenen politischen Tellerrand hinauszublicken, das Wohlgefühl persönlicher Sicherheit zurückzustellen und die reale Weltsituation kritisch zu beleuchten. Erst vor wenigen Tagen hat Papst Franziskus auf seinem Flug nach Südamerika Furcht vor einem Atomkrieg geäußert. Wörtlich sagte er: “Wir sind am Limit. Ein Zwischenfall wird reichen, um einen Krieg zu entfesseln. Deshalb müssen wir die Waffen zerstören und uns für die nukleare Abrüstung einsetzen.“

Und auch all diejenigen, die kürzlich im Neujahrsgruß den Wunsch nach Frieden geäußert haben, werden an die Zeitgenossen Trump, Kim Jong-un und weitere gedacht haben, die regelmäßig mit ihren Atomwaffenarsenalen Angst und Schrecken verbreiten. Weltpolitische Veränderungen zwingen heute dazu, den Frieden nicht mehr nur im Hinblick auf das atomare Gleichgewicht der Mächte USA und Russland zu beurteilen.

Der Atomwaffensperrvertrag

Der Vortrag von Sascha Hach und Anne Balzer soll helfen, den eigenen Standpunkt zur Erhaltung des Friedens kritisch zu hinterfragen. Die Besucher dürfen sich auf sorgfältig recherchierte Argumente freuen. Hach und Balzer werden sich durch die Worte der Preisverleihung am 10. November vergangenen Jahres bestätigt sehen, in denen die Jury unter anderem auf die „Arbeit, die Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen sowie den bahnbrechenden Erfolg um ein vertragliches Verbot verwies.

Gemeint ist der im Juli 2014 in New York unterzeichnete Atomwaffensperrvertrag, der inzwischen von 122 Staaten unterstützt wird. Er verbietet die Herstellung, den Besitz, den Einsatz und die Lagerung von Atomwaffen. Allerdings hatten die neuen Atommächte sowie fast alle NATO-Staaten an den Verhandlungen nicht teilgenommen.

Inzwischen hat ICAN auch die Bundesregierung zur Unterzeichnung des UN-Atomwaffenverbotsvertrag aufgefordert. Rückendeckung findet ICAN zum Beispiel beim Internationalen Gewerkschaftsbund, der Internationalen Juristenvereinigung gegen Atomwaffen sowie beim Forum Friedensethik der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben