Gesundheit

Frühjahrsmüdigkeit verursacht großes Gähnen

Mit der Frühjahrsmüdigkeit haben sowohl Groß als auch Klein in den nächsten Monaten zu käpfen.

Foto: Michael Urban

Mit der Frühjahrsmüdigkeit haben sowohl Groß als auch Klein in den nächsten Monaten zu käpfen. Foto: Michael Urban

Warstein.   Chefarzt der Psychiatrie der LWL-Klinik Warstein erklärt das Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit und gibt Tipps, wie man diese überwindet.

Fast jeder kennt sie: Schwindel, Abgeschlagenheit, Kreislaufprobleme oder Antriebslosigkeit – die klassischen Symptome der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit. Aber: gibt es diese Müdigkeit überhaupt oder ist es einfach nur ein Mythos? „Es ist kein Mythos“, erklärt Dr. Volkmar Sippel, Chefarzt der Abteilung Integrative Psychiatrie und Psychotherapie der LWL-Klinik in Warstein. „Es ist nachgewiesen, dass 50 bis 70 Prozent der Menschen darunter leiden“, so Sippel weiter.

Durch den Wechsel der Jahreszeiten, vom Winter zum Frühling, kommt der Hormonhaushalt von Menschen in Regionen, die einen deutlichen Klimawandel durchlaufen, enorm durcheinander. „Daraus resultiert dann das Schwindelgefühl, und dass sich manche einfach matt fühlen“, weiß Sonja Schulte, Apothekerin der Löwen-Apotheke in Warstein.

Der Körper ist zu dieser Zeit, bedingt durch die dunkle, vorangegangene Jahreszeit, in einer Ruhephase. „Im Frühjahr beginnt dann die Aktivitätsphase. „Das hängt einfach mit dem Sonnenlicht und den Temperaturen zusammen“, so Sippel.

Der Chefarzt erklärt, dass in der Übergangszeit vom Winter zum Frühling weniger von dem Botenstoff Serotonin im Körper ausgeschüttet wird, der für den Antrieb und die gute Laune sorgt. Im Gegensatz dazu wird mehr Melatonin produziert, das den Schlaf und die Ruhephasen regelt. „Das Serotonin will Gas geben, und das Melatonin drückt auf die Bremse“, was dann, so Sippel, zu Irritationen im Organismus führt.

Zwischen März und April

Laut Sippel tritt die Frühjahrsmüdigkeit in den Monaten März und April auf. Dabei sollte sie jedoch nicht länger als zwei bis drei Wochen andauern. Um den Körper wieder auf Normalzustand zu bringen, rät der Chefarzt: „Man sollte viel Flüssigkeit und viele Vitamine zu sich nehmen. Wechselduschen und früher aufstehen kann auch nie schaden.“ Die beste Medizin ist jedoch immer noch, sich an der frischen Luft zu bewegen, den Kreislauf in Schwung bringen und den nahenden Frühling begrüßen.

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