Sparkassen-Fusion

Fünf Kommunen, eine Sparkasse

Die Fusion der Sparkassen Lippstadt und Erwitte-Anröchte ist perfekt.

Die Fusion der Sparkassen Lippstadt und Erwitte-Anröchte ist perfekt.

Foto: Armin Obalski

Lippstadt.   Fünf Kommunen, eine Sparkasse: Die Bürgermeister besiegeln die Fusion der Sparkassen Lippstadt und Erwitte-Anröchte. Eine echte Liebesheirat.

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Dass Menschen, die beruflich hauptsächlich mit Zahlen zu tun haben, durchaus auch eine romantische Ader haben, bewies am Freitag Peter Königkamp, Vorstandsmitglied der Sparkasse Lippstadt. Er sprach von einer „Liebeshochzeit“, als die Bürgermeister der fünf beteiligten Kommunen die Fusion der Sparkassen Lippstadt und Erwitte-Anröchte besiegelten.

In größter Harmonie waren seit Oktober 2016 Gespräche und Verhandlungen verlaufen. Das Unterzeichnen des öffentlich-rechtlichen Vertrages durch die Bürgermeister Christof Sommer (Lippstadt), Thomas Schöne (Warstein), Peter Weiken (Rüthen) seitens der bisherigen Sparkasse Lippstadt und Peter Wessel (Erwitte) und Alfred Schmidt (Anröchte) glich daher fast einer fröhlichen Familienfeier.

„Es war ein sehr zielgerichteter, offener und konstruktiver Prozess“, blickte Sommer auf die Vorbereitungen für diese Schritt zurück, den er zwar nicht historisch, wohl aber bedeutend nennen mochte. Wie alle anderen Anwesenden freute ihn die große Einigkeit, die dahinter steht: Die Gremien der beiden Sparkassen – zuletzt am Donnerstag die Zweckverbandsversammlungen – sowie alle Stadt- und Gemeinderäte hatten einstimmig für die Fusion gestimmt. „So viele Menschen können nicht irren“, stellte Lippstadts Bürgermeister dem neuen Institut die besten Prognosen aus.

Nicht aus einer Not heraus geboren ist dieses Zusammengehen, sondern aus Überlegungen, die auf die Zukunft gerichtet sind und dem Interesse der Kunden dienen, betonte Helmut Franzke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Erwitte-Anröchte, der neben Peter Königkamp und Jürgen Riepe, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, die „neue“ Sparkasse führen wird.

„Falsch, boshaft und tendenziell“ nannte Peter Wessel, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Erwitte-Anröchte, daher den in Erwitte kursierenden Vorwurf, man trete einen Canossa-Gang an. „Es hat nie eine Unter- oder Überordnung gegeben. Wir geben nichts ab und nichts preis.“ Vielmehr würden Kommunen, Privathaushalte und heimische Wirtschaft viel hinzu gewinnen. „Interkommunale Zusammenarbeit gelingt nur auf Augenhöhe. Wenn wir uns daran halten, kann die Fusion nur ein Erfolgsmodell werden“, so Wessel. Wie Christof Sommer führte er dafür als gelungenes Beispiel die gemeinsame Volkshochschule an. Ähnlich äußerte sich der Lippstäder Verwaltungsratsvorsitzende Hans-Joachim Kayser: „Unsere Maxime war, einen Vertrag zu erarbeiten, der von allen auf Dauer als fair und ausgewogen angesehen wird.“

Zukunftsfähigkeit gesichert

Die Zukunftsfähigkeit stellte Thomas Schöne in den Mittelpunkt seiner Worte, vor diesem Hintergrund in Bezug auch auf die zunehmende gesetzliche Regulatorik sei es gut, dass ein größeres Institut geschaffen werde. Wie er erinnerte auch Peter Weiken an die knapp zehn Jahre zurückliegende Fusion der Sparkasse Warstein-Rüthen mit Lippstadt. „Sie hat dem Wirtschaftsraum Warstein-Rüthen gut getan. Wünsche und Erwartungen waren nicht überzogen.“ Nicht unter jedes Dokument setze er seine Unterschrift so voller Überzeugung wie unter dieses, betonte er.

Die Gremien haben nun (vorerst) ihre Arbeit getan. Nun ist es an den Mitarbeitern der Sparkassen – bis zum 30. Juni bleiben sie eigenständig – die Fusion in die Praxis umzusetzen. Jürgen Riepe sprach von einer „super Startvoraussetzung“, der nun aber die operative Tätigkeit folge. Was er damit meinte, lassen diese Zahlen erahnen: 90 Mitarbeiter in zwölf Projektgruppen arbeiten bereits an der Umsetzung, 3600 Punkte, zusammengefasst in 400 so genannter Meilensteine, umfasst die Liste, die abgearbeitet werden muss, damit die rechtliche und zum 18. November die technische Fusion gelingt. „Alle sehen, dass sie ganz viel Sinn macht“, zeigte sich Helmut Franzke von der Motivation der Mitarbeiter überzeugt. Doch zunächst galt es anzustoßen – mit Bier, das natürlich Warsteins Bürgermeister mitgebracht hatte.

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